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Geschrieben von Aktionsbündnis Südniedersachsen für Solidarität und Demokratie am 03. November 2022
Aktuell

„Wehret diesmal den Anfängen - Gedenken an die Reichspogromnacht am 9. November 1938“

Gedenkveranstaltung auf dem Kornmarkt in Osterode am 9. November um 18:30

Ein Teil der Lauterberger Stolpersteine (Archivfoto)
Ein Teil der Lauterberger Stolpersteine (Archivfoto)

Am 9. November 2022 jährt sich der Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. November 1938. Vor genau 84 Jahren wurden im ganzen deutschen Reichs­gebiet mehrere hundert Juden ermordet, mindestens 300 nahmen sich das Leben. An die 1.400 Synagogen und Versammlungsräume jüdischer Menschen sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden ins­besondere durch die SA gestürmt und gezielt zerstört. Ab dem 10. November 1938 folgten dann Deportationen jüdischer Menschen in Konzentrationslager. Auch in Osterode am Harz.

Traditionell putzen Bürgerinnen und Bürger aus diesem Anlass die vor mehr als zehn Jahren in Osterode am Harz verlegten 14 "Stolpersteine". Die in den Boden einge­lassene Gedenktafeln aus Messing erinnern nicht nur in Osterode an jüdische Menschen, die als Opfer antisemitischen und rassistischen Hasses ermordet wurden. So soll ein würdiges Andenken gewahrt und auf die Gefahren hingewiesen werden, welche durch Menschenverachtung, politischen Fanatismus und wahrheits­widrige Hass-Narrative drohen. So ist es auch in diesem Jahr, u.a. werden die „Omas gegen Rechts“ zusammen mit Schülerinnen und Schülern lokale Stolpersteine reinigen.

Allerdings: Genau am 9. November 2022 soll, wie man liest, auf dem Kornmarkt auch eine Versammlung der hiesigen sogenannten „Querdenkerszene“ stattfinden, die in den letzten Monaten vor allem durch wissenschaftsfeindliche Impfgegener­schaft, Herabwürdigung des Holocaust*, Verharmlosung des Überfalls Russlands auf die Ukraine und rechts-populistische Wahrheits­verdrehungen auffiel. Da sich gerade auch auf dem Kornmarkt einige der Osteröder „Stolpersteine“ befinden, werden wir uns an diesem Tag gegen eine Vereinnahmung des öffentlichen Raums durch diese Rechtspopulisten wenden. Der Kornmarkt darf am 09.11.2022 einzig der Erinnerung und Würdigung dienen! Wir wollen und können ihn nicht einer rechtsextremes Gedankengut verbreitenden Gruppe überlassen!

Neben einem namentlichen Gedenken der 14 jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger sind vorgesehen: Grußworte Michael Lühmann, MdL, des stellv. Landrats, Sebastian Bornmann, des Bürgermeisters von Osterode, Jens Augat und je einer Vertretung des DGB, Bunt statt Braun Osterode am Harz e.V. und „Omas gegen Rechts“.

Wir müssen aus der Geschichte lernen – wir wollen keine erneute Ausgrenzung, keine Verharmlosung des Holocaust* – wir wollen einen wehrhaften demokratischen Staat!

Lassen Sie uns gemeinsam ein Zeichen für Erinnerung und für Demokratie und gegen Populismus setzen! Auch in schwierigen Zeiten gilt: Populismus ist keine Lösung, er macht unmündig, er bedroht Leib und Leben ganzer Menschengruppen!

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* Zur Erinnerung: Im letzten Winter wurden die Impfungen gegen das Corona-Virus auf einer sog. Querdenker-Demo in Herzberg als „schlimmer als der Holocaust“ benannt. Diese Herabwürdigung staatlich organisierten unmenschlichen Leides darf nicht nochmals geschehen!


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