Geschrieben von Rolf Steinke am 08. November 2022
Kürbiscremesuppe, gesammelte Pilze, Matjes, Lasagne: Am heimischen Herd wird wieder selbst gekocht
Frauen und Männer aus dem Landkreis präsentieren ihre Lieblingsgerichte







Vor vielen Jahrzehnten war es noch selbstverständlich, täglich zu kochen. Meist war es die Ehefrau, die am Herd stand und ihre Familie bekochte. Am Sonntag gab es dann Schweinebraten, Rouladen oder andere Gerichte mit Fleisch und Weihnachten lockte das traditionelle Gänseessen. Als die Frauen in das Arbeitsleben eintraten, gab es schon mal Fertiggerichte und am Wochenende stand ein Restaurantbesuch auf der Tagesordung. LauterNeues ließ sich von Frauen und Männern aus dem Landkreis ihre Lieblingsgerichte vorstellen.
Brigitte Helmboldt aus der Kneippstadt hat eine Kürbissuppe aus Hokkaido und dem "Ibiza-Kürbis" gekocht, den ihre Freundin aus ihrem Urlaub mitgebracht hat. Fritz Jentzsch geht oft zum Pilzesuchen und hat dieses Jahr zahlreiche Pilze gesammelt. Er bereitet in einer Pfanne die Pilze zu und nutzt als besondere Zutat das Kräutersalz, das Bianca Kohl in ihrem Geschäft neben dem Kräutergarten verkauft. (Kleine Anmerkung vom Verfasser des Artikels: Fragt man die Pilzsammler, an welcher Stelle sie ihre Pilze finden, erhält man keine Antwort oder "verrate ich nicht"....)
Jörg und Andrea Breitenbürger aus Osterode nehmen sich besonders am Wochenende Zeit, um zu kochen. Dabei achten sie auf frische Produkte. Als Zusatz verwenden sie die Kräuter, die sie in ihrem Hochbeet angebaut haben. Dieses Wochenende steht der "Hausherr" am Herd - Jörg bereitet eine Lasagne zu. Vor einigen Tagen hat er das Hackfleisch gekocht und schichtet es nun in einer Auflaufform mit Lasagneplatten, einigen Löffeln selbsthergestellter Béchamelsauce und weiteren Zutaten. In der Familie Günther aus Osterhagen dauert die Zubereitung ihrer Lieblingsspeise nicht so lange: Zum Matjes gibt es grüne Bohnen und Pellkartoffeln (leider hatten sie beim heutigen Gericht den Speck über den Bohnen vergessen).
Wolfgang Ackermann aus Bad Sachsa stammt ursprünglich aus Köln. Er hat das Kochbuch seiner Oma aufgehoben, die immer sein Lieblingsgericht, den rheinischen Sauerbraten, für ihn gemacht hat. An den Geschmack und die Zutaten wie Rotkohl und handgemachte Klöße erinnert er sich gern. Sandra Kemmling hat einen Kürbis ausgehöhlt und bereitet ein Tatar aus dem Inhalt. Petra Michaelis hat einen Wirsingeintopf gemacht, der mit oder ohne Fleisch gekocht werden kann. Bianca Kohl hat eine besondere Erinnerung an ihre Kindheit: Hefeklöße mit heißen Heidelbeeren, brauner Butter und Zimt schmeckten nicht nur ihr, sondern auch ihren drei Schwestern.
In den zahlreichen Kochshows der Fernsehsender "zelebrieren " die Profiköche selbstherrlich ihre Gerichte. Doch die Rezepte aus Omas Küche benötigen nur einfache Zutaten und brauchen keine Showelemente und schmecken einfach besser, vermerkten die Hobbyköche.