Geschrieben von Rolf Steinke am 15. Februar 2023
"Es muss nicht immer ein Harz-Krimi sein"
Der erfolgreiche Bad Lauterberger Autor Hans-Joachim Wildner bereitet seinen nächsten Roman vor - im Gespräch mit LauterNEUES gibt er erste Einblicke




In einer bestimmten Region angesiedelte Romane sind äußert erfolgreich. Ob die auf Harz, Ostsee oder andere deutsche Gebiete bezogene Krimis: Die Leser mögen diese Bücher. Hans-Joachim Wildner hat zahlreiche Harz-Krimis veröffentlicht. Mit seinem zuletzt erschienen historischen Roman "Tunguska " hatte er großen Erfolg.
Recherche und Fantasie sind gefragt
Sehr wichtig, betont Wildner, ist eine umfassende Recherche. Sein aktueller Roman beschäftigt sich mit dem Bau der Harzer Schmalspurbahn. Um Details genau beschreiben zu können, reiste er nach Dessau ins Landesarchiv von Sachsen-Anhalt. Dort schaute er sich den Bau- und Betriebsvertrag an. Mit einer in seiner Fantasie geschaffenen Person, nämlich eines Ingenieurs, möchte er eine gewisse Spannung in das Buch einbringen.
Schon in der Kindheit ein Eisenbahnfan
Dampflokomotiven und die Eisenbahn, erzählt Wildner, waren schon immer von großem Interesse für ihn. Ob die Grubenbahn der Harzer Baryt oder der frühere Bahnhof in der Kneippstadt, für ihn waren Eisenbahnen, besonders Dampfloks, immer ein Teil seines Lebens. Sicher, so der Erfolgsautor, könnten diese Kindheitserinnerungen ihn zum Buch über den Bau der Harzer Schmalspurbahnen inspiriert haben: "Jede Geschichte in einem Buch beinhaltet einen Teil der eigenen Persönlichkeit".
Buchhändlerin lobt den Autor
Susanne Kinne, die Inhaberin der Buchhandlung Moller, hat den literarischen Weg von Hans-Joachim Wildner verfolgt. Für sie ist Wildner einer der Autoren, die es geschaftt haben, von den Harz-Krimis zu anderen Genres zu gehen. In Gesprächen mit Kunden merkt sie immer mehr, dass von den Lesern eine gewisse Wandlungsfähigkeit verlangt wird. Autoren, die immer wieder in den Bestsellerlisten erscheinen und am Fließband Romane schreiben, verkaufen sich, sind aber nicht identisch für den Büchermarkt heimischer Autoren. Wo früher lange Lesungen mit den Autoren stattfanden, so Kinne, soll nachgedacht werden, wie diese anders gestaltet werden können.