.

Diese Webseite verwendet Cookies. Mit der weiteren Nutzung von LauterNEUES erklären Sie sich damit einverstanden.

Mittwoch, 21. Oktober 2026
Login



Geschrieben von ski am 30. April 2023
Aktuell

Insgesamt erfreuliche Zahlen

Das Polizeikommissariat Bad Lauterberg stellte die Kriminalstatistik für 2022 vor

Polizei_Bad_Lauterberg.jpg Presseinfo1_Seite_1.jpg
Es wurden weniger Schockanrufe gemeldet, aber die Betrüger finden immer wieder neue Maschen
Es wurden weniger Schockanrufe gemeldet, aber die Betrüger finden immer wieder neue Maschen

Keine großen Auffälligkeiten und Besonderheiten hat die Bad Lauterberger Polizei in ihrer Kriminalitätsstatistik für das vergangene Jahr zu vermerken – und das ist natürlich gut so. Tatsächlich lebt es sich weiterhin vergleichsweise ruhig und sicher in der Kneippstadt, wie die Statistik zeigt. Die Aufklärungsquote ist mit 70,58 % weiterhin auf hohem Niveau und deutlich über der landesweiten Aufklärungsquote , die bei 61,73 % liegt. Insgesamt gab es im Jahr 2022 1.193 Straftaten im Bereich des Polizeikommissariats Bad Lauterberg, also ganz genauso viele wie im Vorjahr. Die Straftaten verteilen sich mit 688 Fällen in der Stadt Bad Lauterberg, 307 Fälle in Bad Sachsa und 198 Fälle in der Gemeinde Walkenried. „Der Abwärtstrend der vergangenen Jahre ist damit ungebrochen“, freut sich Guido Schwarze, der Leiter des Polizeikommissariats. Das ist im Bereich des benachbarten Polizeikommissariats Osterode übrigens anders: dort ist die Gesamtzahl der Straftaten das dritte Jahr in Folge gestiegen.

Weniger Roheitsdelikte, mehr schwere Diebstähle

Verschiebungen gab es natürlich im Bereich der Deliktsfelder: hier waren etwas weniger Rohheitsdelikte (insbesondere Körperverletzungen und Nötigungen) zu verzeichnen. Diese haben auch eine besonders hohe Aufklärungsquote zu verzeichnen, da die Täter in der Regel bekannt sind. Dafür gab es deutlich mehr Diebstahlsdelikte. Insbesondere gab es etwas mehr einfache Diebstähle (vor allem Ladendiebstähle) und eine Serie von Taschendiebstählen. Auffällig ist vor allem aber der Anstieg der schweren Diebstähle, das sind laienhaft ausgedrückt solche Diebstähle, bei denen irgendwo eingebrochen, irgendetwas aufgebrochen oder ein Schloss geknackt wird, also Einbrüche aller Art und Autoaufbrüche. Auch Fahrraddiebstähle (bei abgeschlossenen Rädern) fallen hierunter. Diese schweren Diebstähle sind stark angestiegen mit 88 Fällen im Jahr 2022; im Vorjahr lag der Wert noch bei 43.

Einen Rückgang gab es auch bei den Betrugsdelikten, zu denen auch der Betrug im Onlinehandel zählt. Hier verzeichnete das PK Bad Lauterberg 222 Delikte im vergangenen Jahr (zuvor waren es 242). Erfreulicherweise ging die Zahl der gemeldeten Schockanrufe zurück auf 30, im Vorjahr waren es 45 gewesen. Es kam jedoch leider in drei Fällen zur Geldübergabe. Dennoch: „Hier müssen wir davon ausgehen, dass sehr viele Fälle uns gar nicht angezeigt werden und es eine hohe Dunkelziffer gibt“, erklärt Schwarze. Hier ist also auch weiterhin Aufklärung der Bevölkerung notwendig, zumal die Täter nicht nur extrem geschickt vorgehen, sondern auch immer wieder ihre Methoden verfeinern.

Einen leichten Rückgang gab es bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, insgesamt waren es 38, darunter auch 19 Fälle von Kinder- und Jugendpornographie. Hier ist die Aufklärungsquote besonders hoch: bis auf eine Fall konnten alle Taten aufgeklärt werden.

Vieles liegt auf Vorjahresniveau

Ansonsten hatten die Bad Lauterberger Gesetzeshüter keine großen Überraschungen bei der Statistik zu verzeichnen; es gab 80 Beleidigungsanzeigen, 110 Sachbeschädigungen und 9 Widerstandsdelikte gegen Vollstreckungsbeamte; hier gab es auch keine großen Schwankungen gegenüber dem Vorjahr.
Einen leichten Rückgang gab es noch bei den Rauschgiftdelikten. Hier ist übrigens die Aufklärungsquote besonders hoch und liegt bei 97%. Hier sind alle Arten von verbotenen Substanzen darunter, den größten Anteil machen jedoch die Cannabis-Delikte aus. Die derzeitgen politischen Pläne für die Legalisierung von Cannabisprodukten sieht Schwarze persönlich jedoch mit etwas Sorge. Hier stelle sich beispielsweise die Frage, wann man nach Cannabiskonsum wieder fahrtüchtig ist – und wie dies festgestellt werden soll. Auch die möglichen Auswirkungen auf den Handel mit Cannabis könnten eher problematisch sein, wenn das Stigma des Illegalen erst einmal weggefallen sei.

Von den 656 ermittelten Tatverdächtigen waren 26 Kinder, also unter 14 Jahren, 49 Jugendliche (14-17 Jahre) und 39 Heranwachsende (18-21 Jahre). Dabei handelte es sich im Wesentlichen um Sachbeschädigungen und Körperverletzungsdelikte, auch der Umgang mit verbotenen ponografischen Inhalten in sozialen Medien ist in dieser Altersgruppe problematisch. Hier werden von Kindern und Jugendlichen oft unbedacht Bilder per WhatsApp weitergeschickt, ohne zu ahnen und zu bedenken, dass es sich dabei um eine Straftat handelt. Auf diesem Gebiet ist Sensibilisierung und Präventionsarbeit besonders notwendig.
Bei den 18-21-Jährigen spielen dann auch Betrugsdelikte und das Betäubungsmittelgesetz eine Rolle.
Insgesamt kann man aber keinen Trend bezüglich des Alters der Tatverdächtigen herauslesen.

Von einer leichten Steigerung der Fallzahlen bei Häuslicher Gewalt geht das PK Bad Lauterberg aus. Hier waren im vergangene Jahr 72 Fälle zu bearbeiten; aufgrund einer Änderung der statistischen Erhebungsmethoden mit einem neuen, bundeseinheitlichen Schlüssel lässt sich aber noch kein sinnvoller Vergleich zu den Vorjahren gezogen werden.
Ein Tötungsdelikt wurde im vergangene Jahr nicht verzeichnet.

Bei allen diesen statistischen Gegebenheiten ist  zu berücksichtigen, dass es in der absoluten Zahl vergleichsweise wenig Fälle sind – und „natürliche“ Schwankungen in den Fallzahlen sich stark auswirken. Es ist also wichtig, die Tendenzen über mehrere Jahre zu beobachten und Schwankungen nicht überzubewerten.

Im kleinsten Polizeikommissariat der Polizeiinspektion Göttingen (hinter Duderstadt, Hann. Münden und Osterode) lebt es sich also weiterhin recht sicher und insofern gilt: keine großen Änderungen – das ist eine gute Nachricht.  Auch für die Zukunft hofft der PK-Leiter Schwarze auf keine bösen Überraschungen. Auch für die zukünftige Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete in Bad Sachsa wird das PK Bad Lauterberg zuständig sein. Dort wird in der ehemaligen Paracelsus-Klinik derzeit eine Außenstelle des Grenzdurchgangslager Friedland eingerichtet, die ab Juni in Betrieb gehen soll. Bis zu 500 Personen, hauptsächlich alleinreisende Frauen, Frauen mit Kindern sowie kranke und behinderte Flüchtlinge sollen dort untergebracht werden, da die ehemalige Klinik eine barrierearme Unterbringung ermöglicht. PK-Leiter Schwarze konnte die Einrichtung bereits besichtigen und lobt die Qualität der Unterbringung. Dass die neue Erstaufnahmeeinrichtung zu großen Schwierigkeiten für die Polizeiarbeit führen wird, glaubt er aber eher nicht. Er bleibt gelassen: „Wo viele Menschen zusammenwohnen, gibt es natürlich immer mal Reibereien“.


.................................................................................................................................................

Bild der Woche