Geschrieben von Rolf Steinke am 02. Juni 2023
Schickert-Werke wieder in das Bewusstsein gerückt
Beim monatlichen Markttreff im Gemeindehaus erinnerten Fotos, Gegenstände und Bücher an das, was in den Kriegsjahren auf dem Gelände im Odertal geschah




Wieder sehr viel Mühe hatten sich die Damen des Markttreffs bei ihrer Ausstellung gegeben. Obwohl dieses Thema kein Leichtes war - die Vergangenheit des Werkes und die Jahre des Nationalsozialismus in der Stadt. Leider gibt es zumindest in der Stadt keine Zeitzeugen mehr. Aber die Damen hatten mit freundlicher Unterstützung des örtlichen Heimatmuseums Fotos ausgesucht, die eindrucksvoll die damaligen Anlagen und Gebäude zeigten.
Aus privatem Besitz hatte eine Besucherin einen Blechnapf aus dem Jahr 1945 mitgebracht. Auch aus Privatbesitz wurden Gläser gezeigt, in welchen chemische Tinkturen in den Werken hergestellt wurden. Ausführlich wurde in Schriftstücken und teilweise in Originaldokumenten über das Geschehen in den Schickert-Werken berichtet. Heute ermöglicht das Internet einen umfassenden Überblick über die Schickert-Werke - so werden die Gebäude als "Lost Places" bezeichnet.
Der Autor dieses Berichtes möchte sich nicht anmaßen zu spekulieren, warum mit den Gebäuden bisher nichts geschehen ist. Sogenannte "Lost Places" gibt es überall. Aber am Ortseingang eines bekannten Kneippbades ist es schon sehr erschreckend, wenn Besucher und Gäste die zerstörten Gebäude und die großen Grünflächen sehen und keine Erläuterung darüber finden.
