Geschrieben von Christian Dolle am 04. Juni 2023
Wolverine besucht den Vater von Mordsharz
„Lucky Logan“ auf Fahrradtour zu Harzer Autorinnen und Autoren


Martin Hildebrandt ist als „Lucky Logan“ als Wolverine-Double und Musiker unterwegs. Außerdem ist er begeisterter Fahrradfahrer und Krimifan und hat diese beiden Leidenschaften miteinander verknüpft. Nein, keine Sorge, er liest nicht auf dem Rad, er macht momentan eine Tour durch den Harz, um regionale Autor*innen zu besuchen. Da darf der „Vater des Mordsharz-Festivals“ Roland Lange natürlich nicht fehlen.
Mit dem Rad fuhr Martin vor, Roland (oder eigentlich vielmehr seine bessere Hälfte) hatte schon den Kaffeetisch im Garten vorbereitet, alles andere sollte sich spontan ergeben. Wolverine bzw. Hugh Jackman hat man ja nun mal auch nicht jeden Tag zu Besuch! So erzählte Martin also erst einmal, wie er eigentlich zum Doppelgänger oder Cosplayer wurde.
Alles entsprang natürlich der Liebe zur Literatur. As Kind liebte er es, Märchen vorgelesen zu bekommen, später las er dann wie so viele Stephen King und eben auch Comics. Dazu sah er sich natürlich auch die Verfilmungen wie beispielsweise „X-Men“ an und wurde irgendwann – als er in einem Gottesdienst spontan als Musiker einspringen musste und es nur noch halb schaffte, sich zu rasieren – darauf angesprochen, dass er eine Ähnlichkeit mit der Comicfigur Wolverine bzw. dem Darsteller Hugh Jackman habe.
„Da habe ich dann angefangen, mich körperlich dahin zu trainieren, so dass es irgendwann für Fotos reichte, die ich an eine Doppelgängeragentur schickte.“ Er wurde in die Kartei aufgenommen, bekam immer mal wieder Promoaufträge und schuf sich so ein zweites Standbein neben seinem eigentlichen Beruf als Landschaftsgärtner in Goslar.
Durch die Liebe zu Krimis kennt er natürlich das Mordsharz-Festival und war auch schon zu Gast, außerdem postet er Buchtipps und Begegnungen mit Autor*innen auf seinem Instagramprofil „lucky_logan“, so dass ihm die Idee zu dieser besonderen Harztour kam. Von Blankenburg bis Duderstadt ist er unterwegs, stellt dabei fest, wie viele Schreibende es in der Region doch gibt.
Mit Roland sprach er natürlich über dessen aktuellste Romane „Harzhunde“ und „Harzhenker“, die er beide sehr gerne gelesen hat sowie über das Mordharz-Festival, bei dem ihn besonders die Atmosphäre im Kloster Walkenried sowie im vergangenen Jahr Ursula Poznanski sowie Sven Stricker beeindruckt haben.
Sein nächster großer Plan ist es übrigens, Lektor zu werden, erzählte er, dazu besucht er gerade einen Kurs. Damit traf er bei Roland auf offene Ohren, denn der betonte sofort, wie wichtig doch ein gutes Lektorat sei. Schon bei seinen Behrends-Romanen habe er beim Prolibris-Verlag eine sehr gute Lektorin gehabt, auch jetzt bei der Blume-Reihe bei CW Niemeyer möchte er den kritischen Blick von außen auf keinen Fall missen.
Den ersten Schritt allerdings macht eine KI in Form eines Schreibprogramms, das speziell für Schriftsteller*innen entwickelt wurde. Unter anderem Bestsellerautor Andreas Eschbach hat daran mitgearbeitet, ein Autor, den auch Martin sehr schätzt. So kamen die beiden immer wieder auf neue Themen, der Nachmittag verging und irgendwann musste der radelnde Wolverine dann wieder aufbrechen, denn sein Weg führte ihn weiter nach Osterode, zur nächsten Station auf seiner Reise. Im September bei Mordsharz will er aber gerne wieder mit dabei sein.