Geschrieben von ski am 13. Juli 2023
Post erweitert Zustellstützpunkt in Barbis
Von den Bühwiesen aus werden nun auch Bad Sachsa und Herzberg mit Briefen und Paketen beliefert






Der Zustellstützpunkt der Post/DHL Group in der Wistobastraße in Barbis wurde erweitert. Nach nur sechs Monaten Bauzeit konnte vergangene Woche der Schlüssel von Dirk Merz, dem zuständigen Niederlassungsleiter in Kassel, an die Standortleiterin Ivette Nickel übergeben werden. Der Zustellstützpunkt ist der Ort, von welchem aus täglich die Zusteller die Brief- und Paketpost an die Adressaten verteilen. In Barbis geschieht dies von nun an auch für die Orte Herzberg und Bad Sachsa; die dortigen Zustellstützpunkte werden geschlossen. Das sei wirtschaftlich und vom Arbeitsablauf her optimal, so Merz. Rund 60 Beschäftigte sind es nun, die in Barbis ihre Fahrzeuge beladen und von dort in die Zustellung starten. Im Gegensatz zu Großstädten gibt es in Bad Lauterberg und dem Umkreis eine Verbundzustellung, d.h. Briefe, Päckchen und Paketsendungen werden vom selben Zusteller in derselben Tour verteilt.
Damit dies auch reibungslos funktioniert, wurde nun im Gewerbegebiet Bühwiesen kräftig an- und umgebaut, und zwar im laufenden Betrieb. Rund 800 Quadratmeter Hallenfläche sind hinzugeommen, und das hat nur rund sechs Monate gedauert. Jetzt verfügt man über ebenerdige Arbeitsflächen, um die Sendungen zu verladen, und Rampen, an welchen die LKWs, die vollbeladen ankommen, direkt und ohne Stapler entladen werden können. Die Briefe kommen übrigens aus Göttingen, die Pakete werden aus Staufenberg angeliefert.
Der Bauherr dabei war allerdings nicht die Post/DHL selbst: „Wir haben auch sehr viele eigene Immobilien, aber dies hier ist eine, die wir angemietet haben“, so Merz. Der hiesige Eigentümer und Investor David Lukat lobte die reibungslose Zusammenarbeit mit dem DHL/Konzern. Letztlich war es ein Glücksfall, dass er auch über das angrenzende Grundstück in den Bühwiesen verfügte, so dass die bisherige Halle in der Wistobastraße nach hinten erweitert werden konnte.
Zur Einweihung am 04.07.23 waren neben den Mitarbietern einige Bereichsleiter, zahlreiche Mitglieder des Betriebsrates und die beiden Bürgermeister Daniel Quade aus Bad Sachsa und Rolf Lange aus Bad Lauterberg anwesend; Herzbergs Bürgermeister Christopher Wagner war verhindert.
Besonders hob Niederlassungsleiter Merz hervor, dass durch den Umbau auch 41 Ladesäulen für Elektrofahrzeuge installiert werden konnten. Denn die Post verfügt ja nicht nur über ihre eigene Entwicklung, den elektrischen Lieferwagen „Streetscooter“, sondern verwendet auch elektrische Nutzfahrzeuge anderer Marken. „Wir wollen in Zukunft zu 100% elektrisch unterwegs sein“, so Merz: „Die Post hat sich schon vor 10 Jahren die Elektromobilität auf die Fahnen geschrieben – inzwischen gehört jede 4. Ladesäule in Deutschland der Deutschen Post“. In Bad Lauterberg und Umgebung sind zwar auch noch einige gelbe Verbrennerfahrzeuge unterwegs, doch in den kommenden Jahren sollen diese sukzessive durch Elektrofahrzeuge ersetzt werden. Dafür wurden nun in Barbis die Voraussetzungen geschaffen.
Auch sonst gibt sich der Konzern, der international künftig nur noch DHL heissen wird („aber in Deutschland wird sich nichts ändern“, verspricht Dirk Merz), durchaus ehrgeizig: „Wir wollen der beste Arbeitgeber unserer Branche sein, aber auch der beste Anbieter“. Von den Konkurrenten hebe man sich durch die hohe Qualität der Zustellung ab. Diese sei durch Einsatz von modernster Technik, aber vor allem auch durch die Zusteller selbst möglich. „Wir haben knapp 200.000 Mitarbeiter aus 66 Nationen in Deutschland – und alle Arbeitsplätze sind tarifgebunden“, so Merz. Über das Jahr gerechnet, liege der Stundenlohn in der Zustellung inzwischen bei knapp 20 Euro - „deswegen machen uns Diskussionen um den Mindestlohn gar kein Kopfzerbrechen“, betont er. Bei der Post gebe es einen starken Betriebsrat und man lege Wert auf gute Arbeitsbedingungen.