Geschrieben von Christian Dolle am 26. März 2014
Mobbing im Foyer der KGS
Schüler des 7. Jahrgangs setzten sich beim Theaterabend mit der „Außenseiterin“ auseinander



Während alle anderen überlegen, was sie am Nachmittag unternehmen, Schminktipps austauschen oder über die Lehrer lästern, sitzt Eva ganz allein in der Klasse. Im besten Fall wird sie von niemandem beachtet, im schlimmsten und deutlich häufigeren Fall ist sie den verletzenden Sprüchen der anderen ausgesetzt. Zum Glück ist Eva keine reale Schülerin an der KGS, sondern die Hauptfigur im aktuellen Stück des Wahlpflichtkurses „Darstellendes Spiel" des 7. Jahrgangs.
Am Dienstag (25.03.2014) wurde an der Kooperativen Gesamtschule (KGS) zum Theaterabend eingeladen. „Die Außenseiterin" und ein anschließender Auftritt der Schulband standen auf dem Programm. Eltern, Lehrkräfte und Gäste saßen im Publikum, kein Wunder also, dass die jungen Darsteller vor der Aufführung etwas nervös waren. Da tat es gut, dass sich auch die etwas älteren Mitschüler aus der Band vorbereiteten und die Aufmerksamkeit vieler erst einmal auf sich lenkten.
In den Schulalltag geworfen
Sobald der Vorhang aufging, war vom Lampenfieber allerdings nichts mehr zu spüren, die Zuschauer wurden in eine alltägliche Schulsituation geworfen, alltäglich in den Gesprächsthemen der Schüler, alltäglich leider auch durch die Rolle der Außenseiterin Eva, die von den anderen permanent gemobbt wird. „Es ist leider in vielen Klassen so, dass es jemanden gibt, der immer das Opfer ist und auf dem alle herumhacken", sagten die jungen Darsteller nach der Aufführung. Eine der Schülerinnen verriet, auch sie selbst würde sich vermutlich nicht trauen, dagegen anzugehen, sondern den Mund halten und hoffen, dass die anderen irgendwann das Interesse verlieren. Allerdings würde das meist nicht passieren, einmal Opfer – immer Opfer, warfen die anderen ein.
Im Stück nimmt die Geschichte jedoch eine ganz andere Wendung, denn neben dem Mobbing ihrer Mitschülerin stehen für die Klasse auch derbe Streiche mit den Lehrern auf dem Programm. Für einen von ihnen wird ein Fallstrick so gespannt, dass der Pädagoge ihn übersieht, stürzt und reglos liegen bleibt. Während sich bei den anderen nach und nach das schlechte Gewissen breit macht, ist es Eva, die sofort Hilfe holt und so vielleicht Schlimmeres verhindern kann. Allmählich registrieren die Schüler, vor welchen Konsequenzen die Außenseiterin sie möglicherweise bewahrt hat und ringen sich schließlich zu einer Entschuldigung durch.
Schulband überzeugt beim Konzert
Passend zum Happy End gab es nach einer kurzen Umbaupause das Konzert mit der Schulband, die rockige Songs wie auch gefühlvolle Balladen in ihrem Programm hat. Die mehrstimmigen Gesänge, die gute Instrumentierung, insbesondere das überzeugende Zusammenspiel von E-Gitarre und Querflöte, und vor allem die mitreißenden eigenen Stücke der Band überzeugten und sorgten für eine insgesamt runde Sache. Dass sowohl die Band wie auch die Schauspieler sich im Januar für eine Woche zu intensiven Proben ins Haus der Jugend in Osterode zurückgezogen hatten, machte sich an diesem Abend bemerkbar, denn alle Akteure glänzten durch gut verständliche Sprache und einen nicht zu übersehenden Spaß am Schauspiel beziehungsweise an der Musik.