Geschrieben von Gordy am 28. März 2014
75 Jahre, doch das war's noch lange nicht
Maria und Heinz-Gerd Trüter blicken optimistisch in die Zukunft
Wenn sich am 1. April die Gratulanten im „Harzland-Café“ die Klinke in die Hand geben werden, um ihre Aufwartung zu machen, können Maria und Heinz-Gerd Trüter auf eine 75jährige Familiengeschichte im selbstständigen Bäckerhandwerk zurückblicken.
Nachdem die in Hattorf ansässigen Frieda und Otto Trüter damals die Immobilie von Bäcker-Familie Minstedt in Bad Lauterberg erworben hatten, verhinderten zunächst die Kriegswirren den normalen Geschäftsablauf des kleinen Betriebes. Vater Otto war als Soldat eingezogen worden und stand dem Geschäft erst nach Kriegsende, ab Juni 1945, wieder als Bäcker zur Verfügung.
Heinz-Gerd Trüter absolvierte seine Lehre 1963 bei dem bekannten Konditormeister Walter Rögener und kam 1967, nach erfolgreicher Prüfung zum Konditorgehilfen, wieder zurück in die elterliche Bäckerei.
Im Jahr 1970 hat Trüter „seine Maria“ geheiratet und ein Jahr später besuchte er dann die Bundesfachschule mit dem erfolgreichen Abschluss zum Konditormeister.
Die Zeit in der er die Meisterschule besuchte, sei für den elterlichen Betrieb mit vielen nicht vorhersehbaren Schwierigkeiten verbunden gewesen, so Trüter. Sein Vater erlitt einen schweren Herzinfarkt, was den alltäglichen Backbetrieb quasi unmöglich machte. Es sei ein Glück gewesen, dass eine Bäckerei aus Bartolfelde die Trütersche Bäckerei mit den gängigen Backwaren belieferte, so dass man wenigstens den Verkauf aufrecht halten konnte.
Unser damals schon weit bekanntes "Harzbrot", so Trüter, wurde von mir und einem Onkel zweimal in der Woche gebacken, wenn ich bin mittwochs und am Wochenende von der Schule in Wolfenbüttel nach Hause kam.
1972 haben Heinz-Gerd und Maria Trüter dann das elterliche Geschäft übernommen und erste Umbauten folgten. Man führte damals das erste "Steh-Cafe" hier in Bad Lauterberg mit sehr gutem Erfolg. Im Jahr 1974 haben die Trüters für fünf Jahre das Bäckerei-Cafe Gerhardy übernommen. Ab 1979 kehrten sie aber wieder in die Hauptstr. 74 zurück. Von 1982 bis 1994 nutzte man die Möglichkeit, am Postplatz eine Filiale zu betreiben. Die Durchsetzung am Markt sei für kleine Handwerksbetriebe aber immer schwieriger geworden. Unter diesen Erkenntnissen wurde auch im Trüterschen Betrieb nach effizienteren Geschäftsmöglichkeiten gesucht.
Mehrere Umbauten und Umstellungen von der einstigen Bäckerei und Konditorei zum derzeitigen gastronomischen Tages-Betrieb, hätten dazu geführt, so Trüter, dass man heute, trotz der nicht ganz so günstigen Lage des Geschäftsgebäudes, noch am Markt bestehen könne und auch einigermaßen zukunftsfähig sei.
Wer uns zum 75jährigen Bestehen seine Glückwünsche überbringen möchte, betonte Heinz-Gerd Trüter, ist uns am Dienstag, den 01. April 2014 ab 11:00 Uhr ganz herzlich willkommen.

