Geschrieben von ski am 15. August 2023
Frisch aufgeräumt und einen Ausflug wert: die Augenquelle
Karl-Heinz Winter hat den Platz um die Quelle wieder auf Vordermann gebracht




Die Augenquelle erstrahlt wieder in neuem Glanz – dank des freiwilligen Engagements von Karl-Heinz Winter. Der Lauterberger, der auch für seine Wander- und Radwanderführungen bekannt ist, hat eigenhändig zugepackt und – unter anderem - zum Steinreiniger gegriffen. Dadurch kann man jetzt auch die Inschrift wieder lesen und erfährt, dass dieser bekannte Platz vor fast 100 Jahren vom Bad Lauterberger Verkehrsverein angelegt wurde. Das war seinerzeit eine große Leistung – die riesigen und schweren Findlinge mussten damals noch ohne die heute zur Verfügung stehenden Gerätschaften hergebracht und aufgestapelt werden. Denn das Wasser, das aus dem Stollen der Grube Kupferrose gespeist wird, war schon seit langem ein Anziehungspunkt für die Menschen aus der Umgebung. Ihm wurden heilende Kräfte zugesprochen, und zwar vor allem für die Augen, daher auch der Name Augenquelle. Möglicherweise war diese ihr zugesprochene Wirkung darauf zurückzuführen, dass seinerzeit die hygienischen Verhältnisse noch recht mangelhaft war – vor allem auch in den Arbeiterhaushalten. Denkt man beispielsweise an die Arbeit unter Tage, oder auch in der Lauterberger Streichholzfabrik (das Gebäude wurde später als Rathaus genutzt und heute steht dort das Glockenspielhaus in der Wissmannstraße), wo mit giftigen Chemikalien gearbeitet wurde, dann dürfte das Auswaschen der Augen mit dem sauberen Wasser aus der Augenquelle tatsächlich sehr wohltuend gewesen sein. Karl-Heinz Winter vermutet auch, dass der Kupfergehalt in dem Wasser tatsächlich eine positive Wirkung haben könnte, denn auch heute noch wird Kupfer in kleinen Mengen in der Augenheilkunde, etwa in Augentropfen, eingesetzt.
Fest steht, dass die Augenquelle früher ein beliebter Treffpunkt und ein Ausflugsziel für Familien war – ein herrliches Stück Natur, wohin man zu Fuß oder mit dem Rad leicht hingelangen konnte. Etwa 1960 wurde auch die Wassertretstelle dort erbaut. Auch um diese hat sich Karl-Heinz Winter gekümmert – wie alle Wassertretstellen benötigt sie stetige Pflege. Der Kneippverein hat übrigens tatkräftig beim Sammeln von Laub und beim Saubermachen rund um die Augenquelle geholfen.
Jetzt, wo alles wieder in Ordnung gebracht wurde, kann man an dem herrlich schattigen Plätzchen wunderbar auch an heißen Tagen verweilen. Karl-Heinz Winter wünscht sich allerdings, dass das Gebüsch rundherum einmal durch die Stadt ordentlich zurückgeschnitten und gelichtet werden möge, damit der schöne Rastplatz mehr Licht abbekommt und dadurch noch anziehender wirkt.
Wenn die Augenquelle heute auch nicht mehr so viele Menschen anzieht wie früher, bleibt sie doch ein attraktives und gut erreichbares Wanderziel, und fast alle Bad Lauterberger Schüler machen früher oder später dorthin einen Ausflug. Bei montanhistorischen Wanderungen und Radtouren ist sie natürlich ohnehin ein fester Bestandteil, zu welchem Karl-Heinz Winter fachkundig viele interessante Fakten parat hat – viel mehr, als die dortige Dennert-Tanne aufzählt. Ein Besuch der Augenquelle lohnt sich – zum Picknicken, Wassertreten (einen Stempel der Wassertretstellen-Rallye gibt es natürlich auch) und zum Entspannen in der wunderbaren Natur.