Geschrieben von PM am 29. August 2023
Nostalgische und multimediale Zeitreise in die Theatergeschichte der KGS
"Abend der Künste" mit Ehemaligen der Theater-AG







Ereignisreiche Tage stehen der Kooperativen Gesamtschule Bad Lauterberg anlässlich ihres 50-jährigen Jubiläums bevor. Den Auftakt einer ganzen Reihe von Veranstaltungen machte am 27.08. der „Abend der Künste“.
Den Auftakt der gut besuchten Veranstaltung machte Harzkrimi-Autor Hans-Joachim Wildner, der Passagen seines Buches „Erzfeuer“ vorlas. Ein historischer Harzkrimi, der in den 1830er Jahren spielt und die Bad Lauterberger Königshütte als zentralen Ort der erzählten Geschichte in den Mittelpunkt stellt.
Im Anschluss an die Lesung wurden die Zuschauer von Moderator Ronald Schmid auf eine multimediale Zeitreise in die Theatergeschichte der KGS entführt. Hierbei wurden dem Publikum zunächst Szenen aus Theaterstücken, die in den Jahren 1991 bis 2004 an der KGS aufgeführt wurden, als Videozusammenschnitt auf einer Leinwand präsentiert. Direkt im Anschluss an das jeweilige Video wurden dann weitere Szenen der gezeigten Stücke überwiegend in der Originalbesetzung live auf der Bühne dargeboten.
Den Anfang machte hierbei das Stück „Haus der Treppen“. Ein düsteres Theaterstück, das seinerzeit von der Theater-AG der KGS selbst aus einem Roman adaptiert wurde. Darin geht es um eine Gruppe Jugendliche, die sich eingesperrt in einem Haus voller Treppen wiederfinden, die jedoch nirgends hinführen. Zudem gibt es eine ominöse Maschine, die den Teenagern nur dann Essen gibt, wenn sie bestimmte gewalttätige Verhaltensweisen zeigen.
Auch wenn die Darsteller längst aus dem Teenageralter heraus waren und sich vielleicht bei dem einen oder anderen schon ein graues Haar zeigte, tat dies der Darbietung keinen Abbruch. Die Interaktion der Darsteller erzeugte aufgrund der so überzeugend gespielten Feindseligkeit und Aggression dabei beim Zusehen eine Gänsehaut.
Es folgte das Stück „Nachbarn mit langen Zähnen“, ein Theaterstück in dem es um einen 16-jährigen Jungen – gespielt von Patrick David- geht, welcher vor den Problemen steht, die es mit sich bringt, wenn man sich ausgerechnet eine Vampirin als Freundin aussucht. Patrick David sowie Ronny Schmid als Graf Spatula und Julia Richter-Smit als Vampirbraut liefen auch hier zur Hochform auf.
Im dritten Stück des Abends blieb man dem Vampirgenre treu, wenn auch etwas klassischer. Es wurden zwei Szenen aus Bram Stokers „Dracula“ gespielt, welche damit endeten, dass Anna-Lena Richter in ihrer Rolle der Vampirfrau Lucy von Professor van Helsing (gespielt von Maraike Baumann) auf der Bühne gepfählt wurde.
Nach einer 20-minütigen Pause folgte dann zunächst der Videomitschnitt des Stückes „8 Frauen“ in dem es darum geht, zu erraten, wer unter den 8 Protagonistinnen eine Mörderin ist. Auch in diesem Stück lieferten alle Darstellerinnen eine grandiose Performance ab und insbesondere eine Szene, in der Gaby -gespielt von Frauke Oberländer- ihrer Mutter (Julia Richter-Smit) eine Flasche auf dem Kopf zerschlug, sodass die Scherben bis ins Publikum flogen, hat doch den einen oder anderen Zuschauer sichtlich zusammenzucken lassen. Selbstverständlich handelte es sich um eine Theaterflasche aus Zuckerglas, sodass natürlich niemand verletzt wurde.
Doch damit war die Zeitreise noch nicht zu Ende. Hatte man im bisherigen Verlauf des Abends den Fokus auf die Aufführungen der Vergangenheit gelegt, so wurden zum Abschluss noch zwei weitere Szenen dargeboten, die zu einem Stück gehören, welches derzeit von einigen Mitgliedern der wieder aktivierten Theater AG unter der Leitung von Julia Richter-Smit eingeprobt wird. Dabei handelt es sich um die Komödie „Arsen und Spitzenhäubchen“, in der zwei liebreizende alte Tanten gleich reihenweise Untermieter um die Ecke bringen. Man darf gespannt sein, auch wenn die Premiere dieses Stückes sicherlich erst in einigen Monaten stattfinden kann.
Zum Schluss gab es noch einige Danksagungen, wobei insbesondere die Leistung von Margit Eberl und Wolfgang Flörke gewürdigt wurde, die in den 1990er Jahren das Theaterspiel an der KGS ins Leben gerufen und stetig vorangetrieben hatten. Gleich mehrere der an diesem Abend gezeigten Stücke wurden seinerzeit auch auf der Schultheaterwoche in Braunschweig gezeigt. Margit Eberl wurde dafür auf der Bühne mit einem Blumenstrauß bedacht. Für Wolfgang Flörke, der leider schon verstorben ist, nahm seine Lebensgefährtin Uta Berndt den Blumenstrauß stellvertretend entgegen. Zuvor wurde Wolfgang Flörke bereits bei der obligatorischen Verbeugung aller Darsteller mit einem kurzen Videoclip gedacht.
Insgesamt war es eine mehr als gelungene Veranstaltung mit viel Nostalgie, spielfreudigen Darstellern, unterhaltsamen Theaterstücken und einem tollen Publikum.