Geschrieben von Rolf Steinke am 04. September 2023
"Mensch ärgere dich nicht": leicht gesagt, aber beim Spiel nicht immer umsetzbar
Beim monatlichen Markttreff im Gemeindehaus wurden Gesellschaftsspiele aus vielen Jahrzehnten ausgestellt
Jeden ersten Freitag im Monat füllt sich ab 10 Uhr der große Raum im Gemeindehaus. Gäste nehmen an den Tischen Platz und nehmen ein kleines Frühstück zu sich. Neuigkeiten werden ausgetauscht und es wird über die Ausstellung diskutiert.
In den Nachkriegsjahren gab es kaum Spiele
Im Gespräch mit LauterNEUES erzählte Regina (83), dass es nach den Kriegsjahren in ihrer Familie keine Spiele gab und bemerkte, dass ein Ball selbstgebastelt wurde. Christa (74) spielte oft mit ihren Kindern Mikado und einige Brettspiele. Sie erinnerte sich, dass einige Kinder die Spielsteine umwarfen, als sie auf die Verliererstraße gerieten. Allerdings gab es auch eine Belohnung nach dem Spiel: Eine Schokolinse wartete auf den Gewinner. Gisela spielte mit ihren Kindern sehr oft "Mensch ärgere dich nicht". Alles verlief friedlich, erinnerte sie sich - sie ließ die Kinder aber auch gewinnen. Regina (81) bemerkte, dass sie nicht verlieren kann. Auch wenn Sie mit ihren drei Kindern spielte, wollte sie immer gewinnen: "Ich bin eine sehr schlechte Verliererin".
Vom Flohspiel zum Millionenspiel
Beim Betrachten der ausgestellten Spiele war auch der Autor dieses Artikes überrascht. Selbst kein Spielefan, übernahm seine Ehefrau diese Aufgabe und spielte mit den drei Kindern, denn sie hatte sehr viel Geduld.
Inzwischen hat sich die Spielelandschaft sehr verändert. Es sind mitunter Horrorspiele im Internet verfügbar, Jugendliche spielen auf dem Computer gegeneinander. Doch diese Ausstellung im Gemeindehaus mit zahlreichen alten Spielen erinnerte an eine Zeit, als die Familie gemeinsam am Tisch zusammenkam. Die Zeit kann man zwar nicht zurückdrehen, aber die Erinnerung bleibt, besonders in den Gesprächen im Gemeindehaus.







