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Geschrieben von Christian Dolle am 13. April 2014
Aktuell

„Derringer“ zu Gast bei den Country & Western Roadies

Abschieds- und Aufbruchsstimmung lagen dicht beieinander auf der HM-Ranch

Derringer - das ist Country vom Feinsten
Derringer - das ist Country vom Feinsten
Sängerin Heikes allerletzter Auftritt mit der Band
Sängerin Heikes allerletzter Auftritt mit der Band
Tolle Saloon-Atmosphäre
Tolle Saloon-Atmosphäre

Ein Hauch Wilder Westen wehte am Samstagabend wieder durch Bad Lauterberg. Die Countyband Derringer aus Hannover war auf der Harz Mountains Ranch zu Gast und sorgte mit bekannten Westernhits, eigenen Stücken und vor allem viel ehrlicher Spielfreude für Cowboyfeeling und Partystimmung.
Doch auch wenn Sängerin Heike und ihre Jungs ausgelassen und sympathisch auftraten, mischte sich doch ein seltsam melancholischer Unterton in ihr Konzert. Den Grund verriet die Frontfrau in der Pause. „Es ist mein allerletzter Auftritt mit der Band.“ Den offiziellen Abschied habe sie schon vor heimischem Publikum gehabt, doch da hatte sie den Freunden der Country & Western Roadies Harz Mountains bereits zugesagt, so dass es also noch diesen definitiven Schlusspunkt gab.
„Es liegt keinesfalls an den Jungs, mit denen werde ich auch weiter befreundet bleiben“, sagte sie, doch 14 Jahre auf der Bühne, wenn man daneben auch noch einen Job hat, das sei auf Dauer schon anstrengend. „Mit der Band geht es auf jeden Fall weiter, mal sehen, vielleicht ja sogar mit einer neuen Sängerin“, kündigten die Musiker an. Doch bevor es soweit war, feierten sie erst einmal ihren letzten gemeinsamen Gig und gaben dem Abend damit eine sehr persönliche Note.
Gerade in der Countryszene ist ja bekannt, wie nah Melancholie und Freude beieinander liegen. Und während bei der Band etwas Wehmut mitschwang, blickten die Mitglieder des Bad Lauterberger Vereins optimistisch in die Zukunft. Gerade erst wurde der Pachtvertrag für die Ranch um weitere zehn Jahre verlängert. Verschiedene Umbaupläne gibt es bereits seit längerem, jetzt können die endlich konkreter werden. „Wir hatten vorher nur eine mündliche Zusage, doch darauf wollten wir uns nicht verlassen“, sagte Klaus Peter Strickroth.
Dank der Sicherheit für die nächsten Jahre soll nun ein Biergarten auf dem Außengelände entstehen, eventuell mit Tipi, Feuerstelle und Bühne, so dass das Westernflair der Ranch schon von der Straße aus zu sehen ist. Wie das alles konkret aussehen soll, wird derzeit noch geplant, fest steht aber, dass es im Inneren nur wenige Veränderungen geben wird. Auch der Schwerpunkt Country und Western bleibt erhalten, obwohl der Verein grundsätzlich offen für andere Einflüsse ist.
Bereits jetzt sind die Irish Night im Februar und die Oldie Night im Herbst fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders, doch Strickroth möchte auch Verbindung zu den Osteroder Jazzfreunden aufnehmen. „Country und Jazz passt im Grunde gut zusammen und außerdem sieht man im Freiheiter Hof auch immer wieder, dass die richtig feiern können“, sagt er.
Selbstverständlich müsse er sich auch immer wieder nach etwas Neuem umsehen, denn auch bei ihnen Nachwuchssorgen. Seit der Gründung des Clubs im Jahr 1997 sei die Mitgliederzahl zwar von 38 auf 86 angestiegen und er habe auch an diesem Abend zwei neue Mitgliedschaften unterschrieben, doch das Durchschnittsalter liege irgendwo zwischen 50 und 60 Jahren. „Da geht es uns wie jedem anderen Verein; wir überaltern langsam“, sagt Strickroth.
Vor der Bühne ist davon allerdings wenig zu spüren, dort wird inzwischen ausgelassen gefeiert. Balladen wie „The heart is a lonely hunter“ wechseln sich mit Stücken wie „Seminole Wind“ oder auch mit dem rockigen „Have you ever seen the rain“ von Creedence Clearwater Revival ab. Oder war das in der weiblichen Version nicht Bonnie Tyler? Egal, den Gästen gefällt das, was Derringer aus den Stücken machen, und sie feiern als seien sie in den Rocky Mountains und nicht in den Harzer Bergen.


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