Geschrieben von Doreen Westphal am 20. April 2024
Was tun bei Schimmelbefall in Wohnungen
Stammtisch des Vereins Haus & Grund Bad Lauterberg gab Auskunft



Ist eine Wohnung von Schimmel befallen, sollte schnell reagiert werden. Denn Schimmel sieht nicht nur hässlich aus, sondern ist auch gesundheitsgefährdend und schädigt in hohem Maße die Gebäudesubstanz. Wie entsteht Schimmel, wie kann man Schimmelbefall vorbeugen und wenn es passiert ist, wie kann man Schimmel beseitigen? Zu all diesen Fragen gibt der Malermeister Oliver Eckstein, dessen Betrieb für Schimmelsanierungen zertifiziert ist, beim Stammtisch von Haus und Grund Bad Lauterberg und Umgebung e.V. Auskunft.
Wie entsteht Schimmel?
Schimmel ist ein Pilz und braucht wie ein Pilz im Wald zwei Voraussetzungen zur Entstehung und Vermehrung, einen organischen Nährboden und Feuchtigkeit. Zellulose in Tapeten oder Gips im Putz bieten einen optimalen Nährboden und besonders in Raumecken, an Fensterstürzen, Fensterbänken oder hinter Schränken kann sich Feuchtigkeit ansammeln. Steigt die Luftfeuchtigkeit in Räumen über 60 Prozent an, so steigt gleichzeitig das Risiko des Schimmelbefalls mit an. Was mit kleinen schwarzen Punkten auf der Oberfläche beginnt, kann sich unter optimalen Bedingungen rasch zu einem Flächenbefall ausbreiten. Außerdem setzen Schimmelpize Sporen frei, die man am Modergeruch wahrnehmen kann.
Wie kann man Schimmelbefall vorbeugen?
Innenraumschimmel entsteht vor allem in den Wintermonaten, wenn die Außenwände eines Gebäudes besonders kalt sind. In geschlossenen Räumen wird nicht nur Wärme, sondern auch Feuchtigkeit gespeichert. Beim Duschen oder Baden kann sich da rasch mal ein Liter Wasser ansammeln, genauso wenn man seine Wäsche indoor trocknet oder eine Mahlzeit kocht. Wird der Wasserdampft nicht direkt ausgelüftet oder ausgetrocknet, kondensiert er an den sogenannten Wärmebrücken im Raum und lagert sich auf der Wandoberfläche ab. Die Feuchtigkeit muss also wieder raus. Die Zauberformel heißt richtiges Lüften und Heizen. Beim Lüften soll die Raumluft 2 bis 4 mal täglich für 5 bis 10 Minuten komplett ausgetauscht werden und dass geschieht am besten beim durchströmenden Querlüften, also Durchzug.. Die kalte Frischluft strömt dabei durch das groß geöffnete Fenster ein, im Raum wird sie schnell erwärmt, nimmt Feuchtigkeit auf und wird im Idealfall durch eine geöffnete Tür abtransportiert. Die Raumluft sollte anschließend wieder auf angenehme 20 bis 22 Grad Celsius aufgewärmt werden. Im Übrigen werden so auch Wohnraumgifte und verbrauchte Atemluft wegtransportiert.
Aber Achtung bei kalten Schlafzimmern! Lässt man dort kurz vorm Schlafengehen feuchtwarme Luft einströmen, so kondensiert die Feuchtigkeit an den kalten Wänden und bleibt bei geschlossenem Fenster im Raum.
Als vorbeugende Maßnahmen sollte man besonders an den kritischen Stellen im Raum für gute Belüftung sorgen, große Schränke möglichst nicht direkt an eine Außenwand stellen und Ecken nicht zubauen.
Wie kann man Schimmel beseitigen?
Wird der Schimmelbefall schnell bemerkt, kann man die Wand reinigen und einen alkalischen Untergrund mit einem Silikatfarbenanstrich oder mineralischen Putz auftragen. Anschließend muss man aber dafür sorgen, dass die Wandtemperatur erhöht wird, entweder durch ausreichendes Beheizen des Raums oder durch eine Außendämmung. Bei kleinen Flächen gibt es auch die Möglichkeit der Innendämmung als komplette Dampfsperre oder mit diffusionsoffenen Kalziumsilikat-Platten. Die dürfen dann aber nicht mit einer Farbe verschlossen werden. In Ecken kann man spezielle Dämmkeile anbringen. Bei großflächigem Schimmelbefall müssen die betroffenen Bereiche aufwendig saniert werden, da sollte man sich auf jeden Fall fachkundig beraten lassen.
Weitere Informationen zum Thema findet man auch unter www.haus-und-grund.com/schimmel-vermeiden. Andreas Körner bedankt sich für Haus und Grund bei Oliver Eckstein.
Neuer Kooperationspartner
Traditionell stellt der Vereinsvorsitzende beim Stammtisch auch wieder einen neuen Kooperationspartner vor. Es ist Dirk Kanter, Inhaber von Finn Art Blockhaus aus Barbis. Angeboten werden Blockhäuser, Carports, Zäune, Saunen und vieles mehr. Vereinsmitglieder erhalten 3 % Skonto vom Rechnungsnettobetrag bis 5.000 Euro.