Geschrieben von ski am 26. Juni 2024
Abschied von den Fanobjekten
Entlassfeier an der KGS Bad Lauterberg








Eine „Doppelstunde mit Nachspielzeit“ kündigte Schulleiterin Inger Schweer am Donnerstag, 20.06.2024 für die Entlassfeier der KGS Bad Lauterberg an und sollte mit ihrer zeitlichen Einschätzung recht behalten. 60 Schülerinnen und Schüler wurden an diesem Tag feierlich mit ihren Abschlüssen aus der KGS entlassen, und das musste natürlich gebührend gewürdigt werden. In diesem Jahr wurden 6 Hauptschulabschlüsse nach Klasse 9 und 12 Hauptschulabschlüsse nach Klasse 10 erreicht, außerdem 26 Sekundarabschlüsse I Realschule sowie 16 erweiterte Sekundarabschlüsse I.
Anke Tilhein-Engelke, die Leiterin des Haupt-und Realschulzweigs bescheinigte den Entlassschüler*innen große Kreativität und Engagement, unter anderem bei der Motto-Woche. Ansonsten ließ sie zunächst einen Video-Avatar eine KI-generierte Abschlussrede halten, ganz nach dem Motto: „Nix gemacht und doch geschafft“. Aber dennoch ließ sie es sich nicht nehmen, dem Abschlussjahrgang noch einige wichtige Dinge mitzugeben, zum Beispiel, dass neben den großen Brocken im Leben, wie Familie, Gesundheit, Job auch noch viel Platz für Dinge ist, die nicht unbedingt nötig sind, aber die das Leben bunt machen.
Fan zu sein ist manchmal hart
Auch die Klassenlehrkräfte kamen zu Wort: „Es ist schon manchmal hart, Fan zu sein“, sagte Janine Kellner, „besonders wenn man Fan eines Vereins ist, der absolut erfolglos in der zweiten Liga herumdümpelt“. Zum Glück ist sie nicht nur Schalke-Fan: „Viele hier sind Fans von unseren Schülerinnen und Schülern – manchmal musste das Fanobjekt auch gegen den Abstieg kämpfen oder einen Neuanfang wagen“. Es sind auch nicht alle immer im Spiel geblieben, manche haben die Mannschaft gewechselt, anderswo kamen Spieler von außen dazu. Als Coach hat man da jedes Jahr praktisch eine neue Mannschaft, stellte Ines Holtz fest. Im Spiel gewinnt man nur mit sehr viel Training, und man muss sich in jeder Saison neu motivieren. Aber als Fan ist man natürlich treu und steht gute und schlechte Zeiten mit seinem Fanobjekt durch - Lehrkräfte und Eltern mussten oft einiges aushalten. Auch die Schülerinnen und Schüler selbst waren ja nicht nur Fanobjekte, sondern auch selbst Fans von verschiedenen Dingen: „von Autos, künstlichen Wimpern oder der elektronischen Unterhaltungsindustrie“ zum Beispiel. Und jetzt, wo der Abschluss geschafft ist? Jetzt ist es ein bisschen so, als ob sich die Lieblingsband auflöst und alle ihren Soloprojekten nachgehen. Fan zu sein, ist eben manchmal hart.
"...halt nur anders!"
Die Schülerinnen und Schüler selbst seien erst einmal froh, alles Prüfungen hinter sich zu haben, erzählten sie in ihrer Abschlussrede, gehalten von Meike Ahrens (Klasse 10H), Mathis Malte Müller (Klasse 10R2) und Bahira Saqib (Klasse 10R1).
Diese Rede wurde natürlich mit dem gleichen Tatendrang vorbereitet wie die Hausaufgaben… darum gaben sie den Anwesenden den guten Rat: „Wenn Sie hier etwas hören, das Ihnen nicht gefällt, dann machen Sie es wie wir: belächeln Sie es und vergessen Sie es gleich wieder“. Die scheidenden Schülerinnen und Schüler erinnerten daran, wie sie selbst damals in der fünften Klasse die Abschlussklassen beneidet hatten – jetzt standen sie selbst an diesem Punkt. Aber, so das Fazit: „Das Leben, das wir vor uns haben, ist genauso wie das Leben, das wir hinter uns haben – halt nur anders“.
Rolf Lange als Bürgermeister der Stadt Bad Lauterberg erzählte in seinem Grußwort von seiner Begeisterung über die Zahl Pi, die die meisten Schülerinnen und Schüler ebenso wie seinen Spaß an der Mathematik wohl eher nicht teilten. Aber er machte Mut: „Ihr habt jetzt das X ausgerechnet, irgendwann im Leben werdet ihr das Y und das Z berechnen – die Grundlagen hierfür habt ihr gelegt“.
Preise und Auszeichnungen
Den Preis vom Eltern- und Fördererverein für das jeweils beste Zeugnis erhielten Isabelle Kainer (10R1), Nikita Leonie Schumann (10R2) und Marvin Hölscher (10H1).
Den Preis der Stadt Bad Lauterberg für besonderes soziales Engagement erhielt Mathis Malte Müller.
Von der KGS selbst wurden Mariana Wyrwaletz (10R2) für besonderes soziales Engagement sowie Connor Bormann (10H1) für besondere Leistungen ausgezeichnet.
