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Dienstag, 20. Oktober 2026
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Geschrieben von ski am 07. Juli 2024

Aktuell

Vom Jugenderholungsheim zum Vier-Sterne-Wellness-Hotel

Das Parkhotel Weber-Müller feiert sein 70-jähriges Bestehen

Carola Müller-Fohs und Florian Fohs: Familienbetrieb in der vierten Generation
Carola Müller-Fohs und Florian Fohs: Familienbetrieb in der vierten Generation
Auf die langjährige Geschichte blickt man mit Stolz zurück
Auf die langjährige Geschichte blickt man mit Stolz zurück
Foto: Parkhotel Weber-Müller
Foto: Parkhotel Weber-Müller
Ein Gästebuch aus der Anfangszeit als Jugenderholungsheim
Ein Gästebuch aus der Anfangszeit als Jugenderholungsheim
Später wurde es zum Kneipp-Sanatorium mit den entsprechenden Anwendungen
Später wurde es zum Kneipp-Sanatorium mit den entsprechenden Anwendungen
Eine Faschingsfeier im Hause Weber-Müller im Jahr 1962. Foto: Parkhotel Weber-Müller
Eine Faschingsfeier im Hause Weber-Müller im Jahr 1962. Foto: Parkhotel Weber-Müller
Das Schwimmbad gibt es seit 1967. Foto: Parkhotel Weber-Müller
Das Schwimmbad gibt es seit 1967. Foto: Parkhotel Weber-Müller

Vor 70 Jahren wurde der Bad Lauterberger Familienbetrieb gegründet: das Parkhotel Weber-Müller lädt aus diesem Anlass zur Jubiläumsfeier am Freitag, 12. Juli ab 14 Uhr ein. Gefeiert wird im großzügigen Gartenbereich, mit Spezialitäten vom Grill, Flammkuchen, kalten und heißen Getränken, natürlich auch Waffeln und Kuchen. Von 15 bis 18 Uhr sorgt das Duo „Miss Who“ aus Göttingen für Livemusik. Eine besondere Benefiz-Aktion haben sich die Inhaber Carola Müller-Fohs und ihr Sohn Florian Fohs auch ausgedacht: an einem Glücksrad gibt es tolle Preise zu gewinnen – der Erlös kommt dem Förderverein der Bad Lauterberger AWO-Kita zugute.
Und damit es auch den Kleinen nicht langweilig wird, gibt es die bekannte Muschinsky-Hüpfburg und das DRK sorgt fürs Kinderschminken. Für Groß und Klein gleichermaßen spannend ist das „Bubble-Soccer“, bei dem die Spieler jeweils in einem großen aufgeblasenen Ball spielen, sozusagen einem Riesen-Airbag. Um den Fußball ins Tor zu schießen, muss man allerdings den ebenso aufgeblasenen Gegnern ausweichen – oder sie aus dem Gleichgewicht bringen.

Es lohnt sich also, am Freitag die Jubiläumsfeier zu besuchen - eine tolle Gelegenheit auch für die Lauterberger, das bekannte Hotel an der Sebastian-Kneipp-Promenade einmal zu besichtigen, denn es wird jede Stunde eine Hotelführung geben. Und eine Führung braucht man wirklich, um alle Bereiche zu sehen und sich zurecht zu finden, denn im Laufe seiner bewegten Geschichte wurde das jetzige Wellness-Hotel immer wieder erweitert, an- und umgebaut.

Kurgänge für Jugendliche, Kneipp-Sanatorium, Wellnesshotel

Angefangen hatten Elfriede und Carl Weber im Jahr 1954, als sie ein Haus an der Sebastian-Kneipp-Promenade 33 erwarben und es zunächst als Jugenderholungsheim bewirtschafteten. Mit ihren drei Töchtern Renate, Brigitte und Marion, die in allen wichtigen Betriebsbereichen ausgebildet wurden, konnten sie das Haus mit nur wenigen Mitarbeitern bewirtschaften.  „Damals in der Nachkriegszeit waren viele Jugendliche sehr dünn und sollten aufgepäppelt werden“, erzählt Carola Müller-Fohs. Eine solche Kur dauerte etwa vier Wochen, selbstverständlich waren die Geschlechter streng getrennt – es gab also immer entweder einen „Jungen-Kurgang“ oder einen „Mädchen-Kurgang“ im Hause. Von dieser Zeit zeugt ein liebevoll geschriebenes Gästebuch, in dem sich die damaligen Jugendlichen verewigten.
1959 wurde dann ein Teil des heutigen Westflügels errichtet und man stellte auf Kneipp-Badekuren um. 1967 wurde das Hallenschwimmbad mit Sauna errichtet – es war damit eines der ersten Häuser im Ort, das dies anbieten konnte. Marion übernahm mit ihrem Ehemann Dieter Müller 1974, nach dem Tod von Elfriede Weber, das inzwischen als Kneipp-Sanatorium anerkannte Hotel. Durch den Erwerb eines benachbarten Hauses wurde es möglich, Abendräume mit Tanzbar und Kaminecke zu bauen, außerdem kamen Garagen und Parkplätze hinzu. Ein weiteres Nachbargrundstück wurde 1982 gekauft und der Westflügel wurde erweitert. Mit den Kindern Carola und Andrew, beide auch in verschiedenen Betriebsbereichen ausgebildet, führte Ehepaar Müller das Haus weiter und es wurden erstmals Auszubildende eingestellt.
1987 entstanden durch einen weiteren Grundstückskauf eine Fitnesshalle und einige Appartements. Inzwischen wurden auch andere Kurformen angeboten wie Schrothkur und Heilfasten. Im selben Jahr starb der Betriebsgründer Carl Weber. 1996 übernahm die Tochter Carola, als Hotelmeisterin, das Familienunternehmen. Sie erweiterte das Haus, eröffnete das hauseigene Café, baute 2007 den Wintergarten an und krempelte die Badeabteilung zur  Wellnessabteilung um. 2018 gab es noch einen Anbau zur Vergrößerung der Küche und des Wellnessbereichs und den Anbau einer großen Südterrasse; der Wintergarten wurde erweitert, wodurch nun auch  größere Gruppen gemeinsam feiern und speisen können.  Seit 2020 wurde eine neue Internet-Anbindung realisiert, etliche Zimmer und öffentliche Bereiche renoviert, darunter der Sauna-Ruheraum, Teile des Restaurants, des Wellness- und des Außenbereichs. In dieser Zeit ist Florian Fohs, als Hotel-Betriebswirt, in das Familienunternehmen eingestiegen und leitet es seit 2024 in vierter Generation. Stillstand gibt es also nicht, erklärt er: „Es ist ein ständiger Prozess, man muss immer aktuell bleiben.“ So hat sich auch das gastronomische Angebot immer weiterentwickelt: „Anfangs gab es für die Hausgäste nur ein Menü, heute drei, häufig mit einer veganen Option“. Ein besonderer Schwerpunkt der Küche liegt nun auf saisonal und regional, so werden zum Beispiel im Garten eigene Kräuter angebaut.

Familienbetrieb mit langjährigen Mitarbeitern - aber wenig Nachwuchskräften

Der Hotelbetrieb ist natürlich sehr zeitintensiv: „Das funktioniert nur mit einem guten Team und einem guten Miteinander“, erklärt Carola Müller-Fohs: „Zwar ist die ganze Familie aktiv, aber das Team ist der erweiterte Arm der Familie. Das zahlt sich gerade in Zeiten des Personalmangels aus – wir haben einige, die schon 25 Jahre und länger bei uns sind“. Über 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in dem Vier-Sterne-Haus beschäftigt. „Wir sind bemüht, den Mitarbeitern das Arbeitsleben attraktiv zu gestalten, zum Beispiel durch Fortbildungen, einen Betriebsausflug und das Personights-Programm“. Durch Letzteres wird es Hotelmitarbeitern ermöglicht, preiswert in anderen teilnehmenden Hotels zu übernachten. Ein Gewinn auch für das Hotel selbst: „Man sieht dann, wie es woanders läuft und bringt auch mal neue Ideen mit zurück“. 

Schwierig ist die Situation bei den Azubis: im Parkhotel Weber-Müller werden auch Hotelfachleute und KöchInnen ausgebildet. Doch die Nachfrage seitens der Bewerber ist extrem gering, so dass man auch Bewerber*innen aus dem Ausland anwirbt – das ist allerdings ein enormer bürokratischer Aufwand mit teilweise ungewissem Ausgang. Carola Müller-Fohs glaubt, dass die jetzige Situation noch lange nicht das Ende des Fachkräftemangels ist: „Wenn man weiß, wie wenig sich die Leute für das Hotelgewerbe interessieren, dann blicke ich mit Skepsis in die Zukunft, weil unsere Branche so servicelastig ist“. Denn hier kann nicht alles automatisiert oder durch Technologie wegrationalisiert werden: „Der Faktor Mensch kann in der Hotellerie nicht ersetzt werden – wir zeichnen uns dadurch aus, Gastgeber zu sein, damit sich unsere Gäste wohlfühlen“.

Person für Stadtführungen wird gesucht

Und eine ganz andere Stelle ist derzeit auch unbesetzt: die des Stadtführers. „Derzeit suchen wir noch eine Person, die Stadtführungen macht“, sagt Florian Fohs. Dabei könnte man sich auch gut vorstellen, mit anderen Hotels oder Gastronomen bei den Touren zusammenzuarbeiten. Überhaupt loben die beiden das gute Miteinander, das in Bad Lauterberg unter den Hotels und Gastronomen herrsche, wo man sich auch mal gegenseitig aushilft – ob bei Hotelbettwäsche oder Chlor fürs Schwimmbad. Bad Lauterberg ist weiterhin ein attraktiver Ort für die Gäste, da sind sich Mutter und Sohn einig. Nur mehr nahegelegene Ausflugsmöglichkeiten mit Gastronomie, das wünschen sie sich noch – insbesondere für Gäste, die ohne eigenes Auto anreisen.
Jetzt freuen sie sich erst einmal auf eine schöne Jubiläumsfeier mit vielen Gästen, bevor es an die nächsten Projekte geht.


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