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Dienstag, 20. Oktober 2026
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Geschrieben von ski am 26. Oktober 2024

Aktuell

Ein Jubiläum, das zugleich ein Abschied ist

Nach vierzig Jahren findet der Sankt-Andreas-Markttreff zum letzten Mal statt

Am Freitag, 01. November veranstaltet das Team den letzten Markttreff
Am Freitag, 01. November veranstaltet das Team den letzten Markttreff
Historische Themen, wie hier zum Wiesenbek, interessierten die Besucherinnen und Besucher besonders
Historische Themen, wie hier zum Wiesenbek, interessierten die Besucherinnen und Besucher besonders
Viele Lauterberger waren Stammgäste beim Markttreff
Viele Lauterberger waren Stammgäste beim Markttreff
Jedes Jahr wurde auch der Osterbrunnen geschmückt
Jedes Jahr wurde auch der Osterbrunnen geschmückt
Beim Packen von Päckchen für die Lauterberger Tafel
Beim Packen von Päckchen für die Lauterberger Tafel
Bei der Ausstellung zum Thema Hüte: Foto: Rolf Steinke
Bei der Ausstellung zum Thema Hüte: Foto: Rolf Steinke
Immer gut gelaunt und für einen Spaß zu haben
Immer gut gelaunt und für einen Spaß zu haben
Das Markttreff-Team im Jahr 2015
Das Markttreff-Team im Jahr 2015

 Am ersten November wird der Sankt-Andreas-Markttreff im Gemeindehaus am Kirchplatz wieder seine Pforten öffnen – zur 382. und damit letzten Ausstellung. Vor vierzig Jahren, im November 1984, war der Markttreff gegründet worden und seither gab es – bis auf die pandemiebedingte Unterbrechung – immer am ersten Freitag im Monat eine Ausstellung zu einem bestimmten Thema und zugleich die Gelegenheit zu einer Tasse Kaffee und einem Schwätzchen. Doch nun ist Schluss: „Wir haben das ganze Jahr überlegt und gefragt, aber es hat sich einfach kein Nachwuchs gefunden – darum hören wir jetzt auf“, sagt Lilli Gans, die die Gruppe in den letzten 20 Jahren organisiert hatte. Denn während es früher meist 12 bis 15 Damen waren, die sich dort engagierten, sind es aus Alters- und Krankheitsgründen immer weniger geworden. Und mit sechs bis acht Mitgliedern ist der Aufwand kaum zu stemmen: stets gibt es eine Vorbesprechung, in der festgelegt wird, was in der Ausstellung gezeigt wird und wer das beschafft. Am Vorabend werden dann die Exponate aufgebaut und die Tische und Stühle im Gemeindehaus vorbereitet. Und wenn der eigentliche Markttreff um zehn Uhr am Freitagmorgen beginnt, haben die Damen längst Kaffee gekocht und kleine Kostproben hergerichtet, wenn die Besucher in den Saal strömen. Und nach dem großen Ansturm muss die Ausstellung abgebaut, das Geschirr gespült und alles wieder weggeräumt werden - „und wir werden eben alle nicht jünger, irgendwann schafft man das nicht mehr“.

Themen zur Lauterberger Geschichte kamen besonders gut an

Dennoch sind die Markttreff-Mitglieder auch etwas wehmütig, weil der Termin zum 40-jährigen Jubiläum der letzte bleiben wird. Andererseits: als die Idee damals aus der Mutter-Kind-Kontaktgruppe heraus entstand, hätte sich Gründerin Markusine Guthjahr, die Frau des damaligen Pastors, sicher nicht träumen lassen, dass sie vierzig Jahre lang Bestand haben sollte. Zwei Mitglieder sind übrigens von Anfang an dabeigewesen und der Gruppe die ganzen vierzig Jahre treu geblieben, nämlich Elke Fitz und Karin Fock. Viele Ausstellungen zu interessanten Themen sind den Damen im Gedächtnis geblieben. Zahlreiche kirchliche Themen waren dabei, schließlich ist der Markttreff ja der Evangelischen Erwachsenenbildung angeschlossen. Eine besondere und schöne Herausforderung, so berichten die Mitglieder, seien dabei auch die Länderausstellungen gewesen, die immer über das jeweilige Gastland des Weltgebetstages der Frauen informierten: „Da gab es auch einmal ein Land, das kannten wir gar nicht“. Aber genau darin lag auch ein gewisser Reiz, sagen die Mitglieder. Die Themen wurden jeweils ein Jahr vorher festgelegt, und unter der Vielfalt hat jede ihre eigenen Favoriten. Von der Papierherstellung bis Sommerblumen, von Hüten bis Comics: stets wurden interessante Ausstellungsstücke zusammengetragen, aus eigenen Vorräten oder durch die Hilfe Dritter. Eine besondere Unterstützung war dabei oft das Heimatmuseum. Die historischen Themen zu Bad Lauterberg kamen beim Publikum übrigens am allerbesten an: „Wir haben ja immer Fotos von früher und heute nebeneinandergestellt, da haben die Leute gerne geschaut, was sie wiedererkennen“, sagt Lilli Gans.

Engagement für den guten Zweck

Überhaupt sei es immer schön mit den Besuchern gewesen, auch an die Karnevals-Markttreffs, an dem sich alle verkleidet haben, und die Dezember-Markttreffs mit weihnachtlicher Dekoration erinnern sich die Mitglieder gerne. Daneben fanden auch andere Aktionen statt, so hat das Team in den vergangenen Jahren stets den Brunnen im kleinen Kurpark in einen echten Osterbrunnen verwandelt und Weihnachtspäckchen für die Bad Lauterberger Tafel gepackt. Durch ihre engagierte Arbeit konnten die Markttreff-Damen Erlöse erzielen, die sie für gute Zwecke spendeten: in den Anfangsjahren mehrfach an die Tschernobyl-Kinderhilfe, später dann an viele Lauterberger Vereine, das DRK, die Kinderfeuerwehr, die Welthungerhilfe, den Kinderschutzbund und manchmal auch direkt an kranke Kinder. Über 30.000 Euro sind dadurch in den vierzig Jahren für das Gemeinwohl geflossen: auf diese Bilanz können die Damen wirklich stolz sein. Zum Jubiläums-Markttreff am 1. November wird das Gemeindehaus der St.-Andreas-Gemeinde sicherlich noch einmal rappelvoll werden, denn viele Besucherinnen und Besucher werden sich vom Team verabschieden. Der Markttreff erfüllte schließlich immer auch eine soziale Funktion als Treffpunkt gegen die Einsamkeit, um einmal wieder alte Bekannte zu sehen und ein Schwätzchen zu halten. Eines ist sicher: der Markttreff wird vielen fehlen, aber allen in guter Erinnerung bleiben.

Ergänzung 29.10.2024: Aufgrund eines Trauerfalls hat das Markttreff-Team entschieden, den letzten Markttreff auf Freitag, den 06. Dezember von 10-12 Uhr zu verschieben!


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