Geschrieben von ski am 10. Dezember 2024
„Hier ist man noch Mensch“
Das Wundzentrum Dr. Muschinsky ist erfolgreich gestartet und bietet nun auch ärztliche Wundversorgung und weitere Komponenten





Seit es vor einem Jahr in der Bad Lauterberger Schulstraße eröffnet wurde, hat sich das Wundzentrum Dr. Muschinsky die Aufgabe gesetzt, eine Versorgungslücke zu schließen. Denn ein spezialisiertes Angebot für die Behandlung von chronischen und schwer heilenden Wunden, das gab es bis dato weit und breit nicht. Kein Wunder, dass das neue Angebot sehr gut angenommen und seither schon ausgebaut wurde. Inzwischen wurde es auch um eine ärztliche Komponente erweitert, in Kooperation mit dem MVZ in der Aue. Tobias Stukowski, Oberarzt in der Klinik Dr. Muschinsky und am MVZ tätig, hält seither auch jede Woche Sprechstunden im Wundzentrum.
Neue Möglichkeiten, neue Geräte, neue Materialien
Hier dreht sich alles um die bestmögliche Versorgung von Wunden, insbesondere von chronischen und schwer heilenden Wunden. Gerade in solchen Fällen gerät die hausärztliche Versorgung und die häusliche Pflege durch Angehörige oder Pflegedienste oftmals an ihre Grenzen: „Viele Patienten kommen mit Wunden zu uns, die eigentlich schon austherapiert und ausgereizt sind“, erklärt Stukowski. Aber im spezialisierten Wundzentrum kennt man die neuesten therapeutischen Methoden und findet oftmals neue Ansätze. Hier in den Räumen beim Kirchplatz können nun auch chirurgische Wundversorgungen, einschließlich tiefer Biopsien vorgenommen werden. Vor allem aber konzentriert man sich hier voll auf die neuesten Behandlungsmöglichkeiten: „Im medizinischen Bereich der Wundversorgung tut sich enorm viel“, so der Spezialist. Dazu wurden auch moderne Geräte angeschafft, wie beispielsweise ein lAight -Gerät zur Behandlung von Akne inversa, einer Immunerkrankung, bei der sich Abszesse auf der Haut bilden, die die Patientinnen und Patienten stark belasten. Auch moderne Diagnostik wie ein ABI-Messgerät zur Messung von Durchblutungsstörungen steht zur Verfügung: „Damit kann man innerhalb weniger Minuten herausfinden, welche Durchblutungsstörungen der Patient hat und muss ihn nicht erst zum Facharzt schicken“. Für die Heilungsförderung beschaffte das Haus Muschinsky zudem ein Kaltplasmatherapiegerät, von dessen Wirkung sich Stukowski und die Leiterin des Wundzentrums, Stefanie Adam, beide begeistert zeigen. Gerade bei chronischen Wunden können hier besondere Erfolge erzielt werden. Neben der Ausstattung mit Geräten, so erklären sie, ist aber auch die große Auswahl an speziellen Pflege- und Verbandmaterialien ein großer Vorteil der Behandlung im Wundzentrum.
„Wir sind immer bestrebt, uns fortzubilden und Neues auszuprobieren“, sagt Stefanie Adam. Und sie betont: „Wir können keine Wunder bewirken, aber wir können vieles für die Patienten tun, beispielsweise bei Wundgeruch, Schmerzen und bei der Organisation der Pflege“.
Darum unterstützen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, falls nötig, auch bei den Formalitäten mit den Krankenkassen. Die Patientinnen und Patienten wird das Wundzentrum Dr. Muschinsky von Hausärzten oder Pflegediensten empfohlen, oder sie haben über Mundpropaganda davon erfahren und sich einfach selbst gemeldet. Und sie kommen aus dem gesamten Umkreis, bis von Nordhausen oder Wernigerode, aufgrund des einzigartigen Angebots.
Eine Patientin berichtet
Eine solche Patientin ist Bärbel Heidelberg aus Pöhlde. Sie hatte eine neue Hüfte bekommen, und während die Beweglichkeit bei der Reha in der Klinik Dr. Muschinsky wieder bestens hergestellt wurde, wollte die Operationswunde einfach überhaupt nicht zugehen. „Die Gefahr eines Wundinfekts bestand, bei dem sich die Wunde immer weiter in die Tiefe frisst“, erklärt Oberarzt Stukowski. Darum kam die Pöhlderin nach der Entlassung aus der Reha dreimal die Woche zur Behandlung ins ambulante Wundzentrum. Mit einer spezialisierten, intensiven Behandlung und mit viel Geduld konnte dann nach drei Monaten eine vollständige Wundheilung erreicht werden. Bärbel Heidelberg ist hochzufrieden: „Ich kann es nur weiterempfehlen. Wer schwerwiegende Wunden hat, gerade als Diabetiker oder ähnliches: einfach hier her kommen!“ Sie lobt besonders das „supergeschulte Personal“ und profitierte mit ihrer Pflasterallergie von den speziellen Materialien, so dass auch für sie das richtige Mittel gefunden wurde. Und sie betont die psychische Unterstützung: „Die Damen hier haben mich immer aufgemuntert – ich kann es nur empfehlen. Hier ist man noch Mensch!“
Benjamin Muschinsky freut sich über den großen Erfolg des Wundzentrums, auch wenn die Finanzierung noch nicht so weit ist, wie vorgesehen: „Der Gesetzgeber hat zwar die pflegerische Wundversorgung gefordert, aber die Krankenkassen weigern sich noch, diese auch zu vergüten.“ Daher rechnet das Wundzentrum derzeit nur die erbrachten, ambulanten Leistungen ab. Die Patienten muss dies jedoch nicht bekümmern, denn auch ohne Abrechnungsmöglichkeit stellt das Haus Muschinsky die vielfältigen Angebote zur Verfügung: „Weil es den Patienten einfach hilft“, so Benjamin Muschinsky: „Da wollen wir nicht auf die Bürokratie warten“. Und die Nachfrage nach den Leistungen des ambulanten Wundzentrums gibt ihm auf jeden Fall recht.
Wer sich an das Wundzentrum Dr. Muschinsky in der Schulstraße 14 wenden will, kann telefonisch einen Termin für ein Beratungsgespräch vereinbaren (Tel. 05524-998380). Per E-Mail ist das Wundzentrum unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar.