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Dienstag, 20. Oktober 2026
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Geschrieben von PM PI Göttingen / ski am 17. April 2025
Aktuell

Ehemalige Fleischerei war illegale Cannabis-Plantage

Seit mindestens einem Jahr wurde direkt in der Bad Lauterberger Hauptstraße professionell Gras angebaut

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Foto: PI Göttingen
Foto: PI Göttingen
Die Ermittler bei der Arbeit. Foto: PI Göttingen
Die Ermittler bei der Arbeit. Foto: PI Göttingen
Foto: PI Göttingen
Foto: PI Göttingen
Zahlreiche Pflanzgefäße lassen darauf schließen, dass bereits eine Ernte stattgefunden hatte. Foto: PI Göttingen
Zahlreiche Pflanzgefäße lassen darauf schließen, dass bereits eine Ernte stattgefunden hatte. Foto: PI Göttingen
Mit ausgefeiltem Be- und Entlüftungssystem wurde sichergestellt, dass keine Gerüche nach außen drangen. Foto: PI Göttingen
Mit ausgefeiltem Be- und Entlüftungssystem wurde sichergestellt, dass keine Gerüche nach außen drangen. Foto: PI Göttingen
Foto: PI Göttingen
Foto: PI Göttingen
Die Türen sind versiegelt.
Die Türen sind versiegelt.

Nach dem spektakulären Polizeieinsatz am Montag, 07.04.2025, bei dem ein Großaufgebot der Polizei ein Gebäude in der Bad Lauterberger Hauptstraße umstellte, fünf Personen festnahm und nach zwei Flüchtigen mit Hubschraubereinsatz fahndete, nahmen die Maßnahmen noch lange kein Ende. Viele Lauterberger wunderten sich, was es zu bedeuten hatte, dass tagelang Mannschaftswagen und Lkws der Polizei zu sehen waren und zahlreiche Gegenstände aus dem Haus abtransportiert wurden.

Wie die Polizei nun mitteilte, gab es in dem Gebäude, in welchem sich bis vor einiger Zeit die Fleischerei Landwohl befand, eine äußerst professionelle, illegale Hanfplantage. Ursprünglich hatte ein vor dem Geschäft stehender Transporter etwa gegen 02.15 Uhr den Polizeieinsatz ausgelöst. Einem Anwohner war das verdächtige Fahrzeug aufgefallen, das mit offener Tür und laufendem Motor vor dem ehemaligen Geschäft stand. Der Zeuge informierte die Polizei. Nach Eintreffen stellten die Beamten fest, dass eine Tür des Objektes aufgebrochen worden war und sich noch Personen im Innern aufhielten. Die Streife forderte sofort Unterstützung an. Im
weiteren Verlauf wurde der Gebäudekomplex mithilfe mehrerer Streifenwagen der Polizei aus Göttingen, Herzberg, Osterode, Duderstadt sowie Braunlage und Goslar umstellt.

Bei dem aktuell leerstehenden Gebäude handelt es sich um einen 3-geschossigen Fachwerkbau mit einer Grundfläche von rund 300 qm, der sich direkt in der Bad Lauterberger Innenstadt, nämlich auf der Bummelmeile befindet. Das Erdgeschoss wurde ehemals als Schlachterei und Fleischerei mit Verkaufsraum genutzt. Im 1. und 2. Geschoss befanden sich Wohn- und Büroräume.

Professionelle Anbautechnik, die erste Ernte ist wohl schon durch

Doch statt Leerstand herrschte in dem Gebäude, von außen nicht erkennbar, geschäftiges Treiben: Für den professionellen Anbau und den langfristigen Betrieb der Indoor-Plantage bauten die Betreiber nahezu das gesamte Innengebäude um, zogen Leichtbauwände ein und installierten eine eigene Wasser-, Strom- und Frischluftversorgung. Dabei wurde der Stromzählerkasten des Gebäudes umgangen, sämtliche Fenster und Türen im gesamten Haus mittels Bauschaum und Aluminiumfolien vollständig gegen Licht- und Geruchsemissionen abgedichtet. Der Aufbau der Plantage lässt für die Ermittler den Schluss zu, dass hier auf längere Zeit der Hanfanbau geplant war. Es wird angenommen, dass die illegalen Tätigkeiten mindestens seit einem Jahr dort stattgefunden haben müssen.

20 Kilo Cannabis beschlagnahmt

In den unterschiedlich großen Räumen beschlagnahmte die Polizei in der vergangenen Woche insgesamt 480 Hanfpflanzen. Diese waren zum Teil bereits geerntet und in große Plastiksäcke verpackt, zum Teil befanden sie sich noch im Wachstum. Aufgrund der Gesamtzahl der vorgefundenen Pflanzbehältnisse von 720 Stück gilt als sicher, dass zuvor bereits eine weitere Ernte erfolgt sein muss. Über den Verbleib der Drogen, deren geplanter Vertrieb und Verkauf ist bislang nichts bekannt. Hierzu dauern die Ermittlungen an.

Insgesamt beschlagnahmte die Polizei in dem umfunktionierten Haus rund 20 Kilogramm Cannabis mit einem geschätzten Schwarzmarktwert von derzeit rund 200.000 Euro.

Zwei scharfe Waffen gefunden

Alle beschlagnahmten Pflanzen wurden gleich am Montag aus dem Haus abtransportiert und befinden sich seitdem in polizeilichem Gewahrsam. Der Abbau der durchaus als professionell zu bezeichnenden Anbaulogistik dauerte hingegen mehrere Tage, wie die Polizeiinspektion Göttingen informiert. Hierbei unterstützte die Bundespolizei die Polizei Bad Lauterberg im Rahmen der Amtshilfe durch Gestellung von zwei LKW für den Abtransport und die vorübergehende Lagerung der umfangreichen Gerätschaften, darunter etliche große Abluftrohre, etwa 150 Beleuchtungskörper, Wassertanks, über 30 Aktivkohlefilter und weiteres Zubehör. Beamtinnen und Beamte der Zentrale Polizeidirektion Niedersachsen halfen ebenfalls im Rahmen der Amtshilfe bei der umfangreichen Asservierung und Erfassung der vielen unterschiedlichen Asservate sowie auch bei einer weitergehenden Durchsuchung des Gebäudes. Im Zuge dieser Maßnahme fanden Einsatzkräfte zwei scharfe Schusswaffen und beschlagnahmten auch sie.

Am Schaufenster des leeren Ladens befinden sich noch die Schilder zur Untervermietung, aber an den Eingängen des Hauses prangen die amtlichen Siegel: das gesamte Gebäude ist seit Montag beschlagnahmt. Auch dauern die Ermittlungen rund um den in der Tatnacht von den Männern genutzten Transporter an. Weitere polizeiliche Ermittlungen in diesem Fall richten sich gegen einen Mann aus dem Altkreis Osterode. Inwieweit der 56-Jährige vom Betrieb der illegalen Plantage gewusst hat oder an deren Betrieb in irgendeiner Form beteiligt gewesen ist, steht noch nicht fest.

"Hätten wir uns nicht vorstellen können"

"Die Aufnahme des Tatortes sowie die im selben Atemzug einzuleitenden, zielgerichteten Ermittlungen zu den Tathintergründen stellte für die Polizei Bad Lauterberg insbesondere aufgrund der Komplexität in der vergangenen Woche eine echte personelle Herausforderung dar. Insofern sind wir sehr dankbar für die unkomplizierte Unterstützung der Bundespolizei und der Zentralen
Polizeidirektion. Dass es in unmittelbarer Nähe der belebten Fußgängerzone überhaupt möglich ist, so lange unbemerkt ein derartiges 'Drogenunternehmen' zu betreiben, hätten wir so nicht erwartet und uns auch nicht vorstellen können!", so der Leiter des Polizeikommissariats Bad Lauterberg, Erster Polizeihauptkommissar Guido Schwarze. Er sagte weiter: "Erschreckt hat uns vor allem auch der Fund der beiden scharfen Schusswaffen, was auf eine erhebliche kriminelle Energie der Täter schließen lässt. Ich bin erleichtert, dass bei dem Einsatz Montagnacht keine Schüsse fielen und alle Beamtinnen und Beamten unverletzt blieben".

Das Gebäude erstreckt sich weit nach hinten
Das Gebäude erstreckt sich weit nach hinten

 

 


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