Geschrieben von Rolf Steinke am 03. Juli 2025
“Es war schon immer mein Wunsch, als Köchin in Deutschland zu arbeiten“
In der Gastronomie sind Arbeitskräfte aus dem Ausland sehr begehrt
Nicht nur in Bad Lauterberg ist das gastronomische Angebot sehr vielfältig: Von sogenannter guter bürgerlicher Küche bis zum Asia-Restaurant hat der Gast eine breite Auswahl zur Verfügung. Das Personal beim Griechen oder beim Italiener und den sonstigen ausländischen Restaurants besteht aus Kräften aus den jeweiligen Ländern. Zusätzlich gibt es diverse Angebote wie Döner oder ähnliche Fastfood-Produkte. Nicht vertreten in der Kneippstadt ist McDonalds, eines der großen Unternehmen der Fastfood-Versorgung.
Wandel in der Gastronomie
Der Autor dieses Berichtes nahm an einer Jahreshauptversammlung in einem Hotel in der Innenstadt teil und staunte nicht schlecht, dass eine junge Dame aus dem Ausland nach seinen Wünschen fragte, sehr höflich und mit einem freundlichen Lächeln. Nun ist es sicher nicht fair, alle inländischen Bedienungen über den sogenannten Kamm zu scheren. Aber nach unzähligen Besuchen in diversen Restaurants ist doch zu bemerken, dass es Unterschiede gibt, wie der Gast behandelt wird.
In der Kindheit schon ein Wunsch
Im Parkhotel Weber-Müller macht Khaoula Khalid aus Marokko eine Ausbildung als Köchin. Im Gespräch mit LauterNEUES schildert sie, warum ihr Wunsch - als Köchin in Deutschland zu arbeiten - schon in ihrer Kindheit bestand. Nicht nur in ihrem Land gibt es Agenturen, die Fachkräfte ins Ausland vermitteln. Nach ihrem Abitur, erzählt sie, gab es natürlich diverse Möglichkeiten, aber als Köchin zu arbeiten war ihr Lebensziel. Aber natürlich vermisst sie ihr Heimatland und Kontakte außerhalb der Arbeit gibt es nicht, bemerkt sie etwas traurig.
Behörden erschweren Arbeitserlaubnis
Carola Müller-Fohs betreibt mit ihrem Sohn Florian in dritter Generation das Parkhotel Weber-Müller. Sie nimmt sich Zeit für ein Gespräch mit LauterNEUES. Inzwischen sind fünf junge Damen aus dem Ausland im Parkhotel tätig: drei junge Frauen aus Simbabwe, eine junge Frau aus Marokko und eine junge Frau aus Vietnam, die gerade ihre Abschlussprüfung absolviert. In der Regel dauert die Ausbildung zwei bis drei Jahre, betont sie. Die Kontakte zu den Frauen laufen in der Regel über Agenturen. Die Vermittler schauen sich in den jeweiligen Ländern an, ob die Frauen über deutsche Sprachkenntnisse verfügen. Die Kategorien sind von A bis C eingeteilt. In der Kategorie C kann auch ein Studium in Deutschland begonnen werden. Als sehr aufwendig bezeichnet Frau Müller-Fohs die Prozeduren. Die Ausländerbehörde, das Jobcenter, das Land und die Botschaft müssen kontaktiert werden. Gehalt, Unterkunft und weitere Fragen müssen geklärt werden.
Ohne Kräfte aus dem Ausland wäre es sehr schwierig
Auf die Frage des Berichterstatters, ob ohne Kräfte aus dem Ausland in der Gastronomie auszukommen ist, kommt von der Hotelchefin ein klares Nein.