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Geschrieben von ski am 03. August 2025
Aktuell

Diese Familiengeschichte ist auch Stadtgeschichte

Wie Familie Röger seit rund 400 Jahren Bad Lauterberg mitgestaltet: Ausstellungseröffnung im Heimatmuseum

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Auf dieser Karte sind die Standorte der ehemaligen Nagelschmieden verzeichnet. Um die Wasserführung und die -rechte an den Gräben gab es manche Konflikte
Auf dieser Karte sind die Standorte der ehemaligen Nagelschmieden verzeichnet. Um die Wasserführung und die -rechte an den Gräben gab es manche Konflikte
Rudolph Röger stellte Holzknöpfe her...
Rudolph Röger stellte Holzknöpfe her...
...und füllte Wasser aus dem "Harzer Sauerbrunnen" ab
...und füllte Wasser aus dem "Harzer Sauerbrunnen" ab
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Im Wappen der Familie wird auf die Nagelschmiede Bezug genommen
Im Wappen der Familie wird auf die Nagelschmiede Bezug genommen
Viele Besucher kamen zur Ausstellungseröffnung am Freitag
Viele Besucher kamen zur Ausstellungseröffnung am Freitag

Viele Menschen kamen am Freitag, 01. August ins Bad Lauterberger Heimatmuseum, um in den historischen Räumlichkeiten der Eröffnung der neuen Ausstellung beizuwohnen, darunter auch zahlreiche Verwandte und Freunde der Familie Röger.  Diese Ausstellung befasst sich nämlich mit der Geschichte der Familie Röger, die immerhin schon seit 1580 in Bad Lauterberg urkundlich belegt ist. Als Nagelschmiede, Holzknopffabrikanten, Kohlenhändler, Hersteller von Getränken („Harzer Sauerbrunnen) und im Heizungsbau – aber auch als politische Akteure haben mehrere Generationen aus der Familie Röger die Stadtgeschichte mitgeprägt und zahlreiche Bürgermeister hervorgebracht. Auch der im vergangenen Jahr verstorbene Eike Röger war den Einheimischen  durch sein vielfältiges Engagement – unter anderem für die Archivgemeinschaft und für sein politisches Wirken im Rat und als stellvertretender Bürgermeister bekannt. 

Begonnen hatte die belegte Familiengeschichte jedoch mit einer Nagelschmiede, zu der dann weitere Nagelschmieden dazugepachtet wurden. Tatsächlich war das Nagelschmiedewesen einst ein wichtiges Gewerbe in Bad Lauterberg: es gab in der Blütezeit sogar neun Nagelschmieden  gleichzeitig, die bis zu 180 Beschäftigte hatten. Die Familien in diesem Handwerk heirateten auch gerne untereinander und hatten eine eigene Sterbekasse. Vier Pfennig pro Woche musst jeder Nagelschmied und jeder Lehrling einzahlen, damit im Falle seines Todes die Beerdigungskosten bezahlt werden konnten – und darüber wurde natürlich genau Buch geführt. Aber nicht immer war man sich so einig, verriet Harald Winter, der Leiter des Stadtarchivs, denn später sorgten die Wasserrechte an den Gräben für Streit der einzelnen Nagelschmiedefamilien untereinander – und für Konflikte mit dem aufkommenden Kurbetrieb: „Die stritten wie die Kesselflicker, und die Gerichte hatten viel zu tun.“ Bis 1884 betrieb Familie Röger noch ihre Nagelschmiede – da war der Handwerkszweig aber schon im Niedergang begriffen, Nägel wurden fortan industriell hergestellt.
Doch die nächste unternehmerische Aktivität ließ nicht lange auf sich warten: Rudolph Röger stellte fortan Holzknöpfe her und gründete 1891 den „Harzer Sauer-Brunnen“: er füllte sein mit Kohlensäure versetztes Brunnenwasser in Flaschen ab. Das Getränk wurde sehr erfolgreich und erhielt mehrere Qualitätsauszeichnungen. Verschiedene Flaschen und Etiketten des „Lauterberger Brunnen“, auch für „Perline“, sind bei der Ausstellung im Heimatmuseum zu bewundern und dürften vielleicht auch noch dem einen oder anderen Lauterberger bekannt vorkommen. Auch über den Kohlehandel und den Heizungsbau gibt es interessante Exponate, ebenso wie das politische Wirken der Rögers für die Stadt.

Harald Winter bedankte sich besonders bei den Hinterbliebenen und Nachkommen der Familie Röger für das Zurverfügungstellen zahlreicher interessanter Dokumente, Fotos und Exponate für diese anschauliche Ausstellung. „Unsere Familiengeschichte ist tief verwoben mit der Geschichte Bad Lauterbergs“, so schreibt Svenja Röger, die Tochter von Eike Röger, in ihrem Grußwort. „Diese Ausstellung ist nicht nur ein Rückblick – sie ist auch ein Ausblick. Sie zeigt uns, woher wir kommen, und sie erinnert uns daran, wie wichtig es ist, Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen, in der wir leben“. Davon können sich nun die Besucher des Heimatmuseums selbst überzeugen: die Sonderausstellung „Die Geschichte der alteingesessenen Familie Röger“ ist in der Ritscherstr. 13 montags und freitags von 15 bis 17:30 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr zu sehen. 


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