Geschrieben von Rolf Steinke am 24. August 2026
Ost und West waren nur wenige Zentimeter voneinander entfernt
Fredi Willigs Grenzturm ist ein Stück Zeitgeschichte
Seit inzwischen über 35 Jahren hat die Grenze zwischen den beiden Teilen Deutschlands keinen Bestand mehr. Es war unvorstellbar, dass es damals so friedlich zuging und dies von den Bürgern der ehemaligen DDR ausging in der Friedlichen Revolution.
Nostalgie pur
Wenige Stufen führen in den ehemaligen Grenzturm, dann führt eine sehr steile Stahltreppe in zwei Etagen hinauf. Feldbetten, Mützen und Kleidung der hier stationierten Soldaten der ehemaligen Volksarmee sind im Original zu sehen. Schilder mit vielen Verboten hängen an der Wand.
Kauf mit Hindernissen
Im Gespräch erzählt Fredi Willig, dass er im Jahr 2001 den Grenzturm vom Bundesvermögensamt in Erfurt gekauft hat. Dort war allerdings in den Akten vermerkt, dass der Grenzturm gesprengt wurde. Er musste auch das gesamte große Grundstück zusammen mit dem Turm erwerben. Der im Jahr 1981 gebaute Grenzturm war in einem total maroden Zustand, bemerkt Willig. Er plante ein Café neben dem Grenzturm zu bauen, aber die Auflagen und Kosten waren zu hoch.
Nie für möglich gehalten
Auch der Autor dieses Berichtes erlebte, allerdings nur im Fernsehen, wie am Abend des 9. November 1989 der SED-Funktionär Günter Schabowski auf einer Pressekonferenz auf Nachfrage eines Journalisten einen Zettel vorlas, laut dem sofortige Privatreisen ins Ausland ohne Voraussetzungen kurzfristig genehmigt werden. Inzwischen ist das "Ossi gegen Wessi" vergessen worden. Wie äußerte sich der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl? Er versprach blühende Landschaften. Allerdings hätte er hinzufügen sollen, dass eine Pflanze langsam und behutsam aufwachsen und gepflegt werden sollte bis zur Blüte. Leider gibt es in den neuen Bundesländern eine gewisse Unzufriedenheit. Hier sollte ein Blick zurück stattfinden, egal aus welchen Gründen.







