Geschrieben von Karl-Heinz Löwe am 14. Oktober 2026
Freibad Scharzfeld: Sanierung geht in die letzte Runde

Oft wird der schleppende Fortgang von Bauarbeiten bei öffentlichen Bauvorhaben beklagt. Bei der Sanierung des Scharzfelder Freibades gibt es dagegen nichts zu klagen. Im Gegenteil. Die im Frühjahr begonnenen Bauarbeiten schreiten weiter gut voran. Inzwischen sind die Betonarbeiten abgeschlossen. Mehr noch: Das große Becken mit ist mit Wasser befüllt. Auch das Kinderbecken ist fertig. Das Beachvolleyballfeld ist ebenfalls angelegt, jetzt beginnen die Pflasterer mit ihrer Arbeit – damit geht es dann an die Herstellung der Außenanlagen einschließlich der Liegeflächen.
Also, man kann sagen, wird die letzte Runde, oder besser: die letzte Bahn von Sanierung und Umbau zu einem Naturbad eingeläutet. In der Sitzung des Ortsrates Scharzfeld am 5. Oktober hatten die Verantwortlichen aus dem Herzberger Rathaus keinen Zweifel daran, dass der Totalunternehmer, die Pauly-Group, ihren Teil der Arbeiten fristgerecht abschließen wird.
Und was ist mit den Funktionsgebäude?
Noch nicht fertig, das war auch nicht geplant, wird bis Ende des Jahres das Funktionsgebäude sein, also Duschen, Toiletten, Umkleide, Kassenraum, Aufsichtsraum usw. Dieser Bauteil ist nicht Bestandteil des der Pauly-Group erteilten Auftrages und nicht Teil der 90-prozentigen Bundes- und Landesförderung der Sanierung. Hierfür musste eine separate Förderung aus anderen Töpfen beantragt werden, ebenfalls erfolgreich. Der Auftrag für das Funktionsgebäude wird von der Stadt Herzberg noch vergeben. Im Ortsrat gab es dazu die Information, dass zurzeit ein Ingenieurbüro daran ist, die Planung fertigzustellen und den Bauantrag vorzubereiten, damit er bis Ende dieses Jahres beim Landkreis Göttingen eingereicht werden kann. Vorgesehen ist eine Containerlösung in Modulbauweise. Man hoffe, so hieß es, dass zum Juni oder Juli kommenden Jahres das Gebäude steht.
Hintergrund:
Das Waldschwimmbad im Bremketal wurde von der Gemeinde Scharzfeld mit viel Eigenleistungen der Einwohner gebaut und 1953 eröffnet. Mit der Gebietsreform 1972 übernahm es die Stadt Herzberg, baute später eine Heizung ein und errichtete ein Mehrzweckgebäude. Im Laufe der Jahre veraltete die Technik, auch das Gebäude litt unter fehlenden Investitionen, und der Wasserverlust nahm zu. Dies und die veraltete Mess- und Regeltechnik führten schließlich 2019 dazu, dass das Bad geschlossen wurde.
Zuvor hatte sich schon ein Förderverein gegründet, der, um die Unterhaltungskosten für die Stadt zu senken, verschiedene Unterhaltungsaufgaben übernahm. Gemeinsam mit der Stadt Herzberg wurden Lösungen gesucht, um das Bad zu retten. Schließlich brachte das Konzept eines Naturbades, bei dem auf Chlor verzichtet werden kann, den Durchbruch. Der Umbau und die Sanierung werden zudem vom Bund und dem Land Niedersachsen zu 90 Prozent gefördert – etwa 2,3 Mio Euro. Gesondert gefördert wird das neue Funktionsgebäude aus Mitteln des Förderbereichs Dorfentwicklung der Dorfregion Südharz mit 375.000 Euro. Im Oktober 2025 fanden erste vorbereitende Arbeiten statt, im Frühjahr dieses Jahres begann der eigentliche Umbau, der Ende 2026 fertig sein soll. 2027 folgt dann das Funktionsgebäude.