Geschrieben von PM Frauen für Frauen e.V. am 23. Oktober 2026
Informationsabend zur "Loverboy-Methode" am 26. November
Im Rahmen des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen
Am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, setzt die Zivilgesellschaft weltweit ein unüberhörbares Zeichen gegen geschlechtsspezifische Misshandlung und Femizide. Die Zahlen des Bundeskriminalamtes (BKA) zeigen seit Jahren einen erschreckenden Aufwärtstrend: Häusliche, psychische und sexualisierte Gewalt sind keine Einzelfälle, sondern ein tief verwurzeltes, strukturelles Problem mitten in unserer Gesellschaft.
Dieser Aktionstag ist weit mehr als ein bloßer Gedenktag – er ist ein lauter Appell, das Tabu des Schweigens endgültig zu brechen und betroffenen Frauen flächendeckenden, sicheren Schutz zu garantieren. Gewalt gegen Frauen ist eine fundamentale Menschenrechtsverletzung, die uns alle angeht und ein sofortiges, konsequentes Handeln von Politik und Justiz einfordert.
Am 25. November hisst der Verein Frauen für Frauen um 11:00 Uhr gemeinsam mit der Stadt Osterode und der örtlichen Polizei die offizielle Fahne am Rathaus. Zeitgleich wird am Eseltreiber eine begleitende Kunstinstallation präsentiert. Alle Bürger*innen sind
herzlich eingeladen, an diesen Aktionen teilzunehmen und gemeinsam ein starkes, sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen.
Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen lädt der Verein Frauen für Frauen zu einem wichtigen Informationsabend ein. Am 26. November beleuchtet die Referentin Luca Lehmann ab 17:00 Uhr die manipulativen Mechanismen der sogenannten Loverboy-Methode. Der Vortrag zeigt verlässliche Warnsignale auf und erläutert Wege aus der emotionalen Abhängigkeit. Die Veranstaltung findet im Filmsaal der Volkshochschule (Am Neustädter Tor 1–3, Osterode) statt. Der Eintritt ist frei. Aus organisatorischen Gründen wird um eine vorherige Anmeldung per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bis zum 19. November 2026 gebeten.
Was ist die Loverboy-Methode?
Bei der sogenannten Loverboy-Methode täuschen Täter gezielt eine Liebesbeziehung vor, um junge Frauen und Mädchen systematisch in die emotionale Abhängigkeit und schließlich in die Zwangsprostitution zu treiben. Diese Masche greift die Opfer dort an, wo sie am verletzlichsten sind: bei ihrem Wunsch nach Liebe, Anerkennung und Geborgenheit. Was als scheinbares Beziehungsglück beginnt,
entwickelt sich für die BetroWenen unbemerkt zu einem psychologischen Gefängnis, aus dem ein Entkommen aus eigener Kraft kaum möglich ist.
Kriminalstatistische Daten des Bundeskriminalamts verdeutlichen die Relevanz dieses Phänomens, da die Loverboy-Masche in Deutschland bei rund jedem fünften erfassten Fall von sexueller Ausbeutung die zentrale Tatmethode darstellt. Besonders bei Opfern
mit deutscher Staatsangehörigkeit ist diese Form der psychologischen Erpressung der Hauptzugangsweg der Täter. Die Dunkelziffer bleibt jedoch enorm hoch, da die tiefe emotionale Verstrickung, Schamgefühle und oft auch die Angst vor der Veröffentlichung
intimer Bildaufnahmen die Betroffenen massiv daran hindern, sich Hilfe zu suchen oder zur Polizei zu gehen. Bundesweite Präventionsprojekte und anonyme Fachberatungsstellen versuchen daher verstärkt, bereits Jugendliche in sozialen Netzwerken für diese manipulativen Verhaltensmuster zu sensibilisieren.
Regionale Unterstützung in Osterode
Frauenberatungsstelle Osterode (Frauen für Frauen e.V.)
Die Beratungsstelle bietet psychosoziale Unterstützung und Hilfe bei Gewalterfahrungen oder Krisensituationen
- Telefon: 05522 920 770
- E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
- Adresse: Am Schilde 29, 37520 Osterode am Harz
- Signal-Messenger: 0151 262939 67
Bundesweite Hotlines (24/7 erreichbar)
- Polizei-Notruf: 110 (In akuten Notsituationen)
- Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“: 116 016
Anonyme Beratung rund um die Uhr, verfügbar in 18 Fremdsprachen. Weitere Informationen unter www.hilfetelefon.de.
Hilfetelefon Sexueller Missbrauch: 0800 22 55 530
Kostenfreie und bundesweite Anlaufstelle für Betroffene und Angehörige

