.

Diese Webseite verwendet Cookies. Mit der weiteren Nutzung von LauterNEUES erklären Sie sich damit einverstanden.

Dienstag, 20. Oktober 2026
Login



Geschrieben von Gordy/Pfeiffer am 16. November 2014
Aktuell

Ein Häufchen Elend ...

... mehr ist von dem historischen Fördergerüst an der Scholmzeche nicht geblieben (Aktualisierter Beitrag)

371.jpg 375.jpg
Wirklich ein Häufchen Elend
Wirklich ein Häufchen Elend
Jetzt vorschriftsmäßig abgesperrt
Jetzt vorschriftsmäßig abgesperrt
Fertig zur Abfuhr - einer Abfuhr für die Montangeschichte!
Fertig zur Abfuhr - einer Abfuhr für die Montangeschichte!

Bereits seit 1989 gibt es in Bad Lauterberg das Besucherbergwerk „Scholmzeche“. Jungen, wie alten Gästen der Kneippstadt werden hier sehr anschauliche Einblicke in die lokale Montangeschichte gewährt.

Interessant dabei ist die Kombination von unterschiedlich alten Bergwerken. Dazu gehören der 1837 angelegte Eisenstein-Suchort der Scholmzeche und der vordere Teil des 1710-1718 betriebenen Aufrichtigkeiter Tiefen Stollen, der montanhistorisch gesehen auch die wichtigste Sehenswürdigkeit dieser Anlage darstellt.

Ein im Jahr 1997 hierher versetztes hölzernes Fördergerüst, das einst auf dem Ostschacht der Schwerspatgrube Wolkenhügel stand (erbaut etwa Anfang 1950) befand sich noch vor zwei Tagen über dem Stollenmundloch.
Davon übrig geblieben ist jetzt lediglich ein großer Haufen Abriss-Schutt.

Wie das? Was war passiert?

Mit Entsetzen registrierte Bergbauingenieur Fritz Dittmar, der sich seit vielen Jahren in der Bergbauhistorie der Stadt Bad Lauterberg und der Gästeführung in der Scholmzeche ehrenamtlich einsetzt, dieses übrig gebliebene Häufchen Schutt. Aus seiner Sicht ein Häufchen Elend, denn damit seien montanhistorische Werte unwiederbringlich vernichtet worden.

Wie wir erfahren haben, liegt die Verantwortung für den Abriss jedoch direkt beim Bergbauamt in Clausthal-Zellerfeld. Vorangegangen war die Information vom Leiter Stadtmarketing und Tourismus, Frank Hartmann, über die marode, bauliche Beschaffenheit des Gerüstes, das somit eine einsturzgefährdete Gefahrenquelle darstelle.

Eine gemeinsame Überprüfung habe ergeben, dass die hohen Kosten für die notwendige Mängelbeseitigung der vielen morschen Balken eine Reparatur nicht rechtfertigen würde.

Dazu äußerte sich Fritz Dittmar: „Fehlendes Interesse, völlige Ignoranz zu den seit Jahren vorgetragenen Notwendigkeiten der Sanierung und Unterhaltung der bergbaulichen Relikte haben letztendlich zu diesem unschönen Ergebnis geführt. Von Seiten der Kurverwaltung ist immer nur abgerissen worden, frei nach dem Motto, wir brauchen das nicht (siehe Freiflächen). Die falsche Beschilderung im Ortsbereich (18 Jahre Scholmzeche) hat man beseitigt, das letzte Schild hängt jedoch noch heute. Mir ist dazu gesagt worden: „Wir haben die Schilder abgebaut, jetzt sind keine falschen Zahlen mehr zu sehen“. Auch eine Logik!?
Ich habe es selbst erlebt wie Mitarbeiter an Beleuchtungskörpern einen elektrischen Schlag erlitten haben, weil alles unter Spannung stand. Die mangelhafte Ausleuchtung hatte ich beanstandet und weil sich daraufhin nichts tat, hatte ich persönlich einen Scheinwerfer gekauft und auch mit angebaut.
Inzwischen halte ich die ehrenamtliche Tätigkeit in diesem Bereich für ziemlich sinnlos, denn hier wird scheinbar nicht begriffen, dass wir doch schließlich für die Besucher unserer Kneippstadt arbeiten.“

Fotos: Dieter Pfeiffer


.................................................................................................................................................

Bild der Woche