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Geschrieben von ski am 11. Juni 2015
Aktuell

Blockhäuser und Wasserskianlage

Die SPD Bad Lauterberg informierte sich aus erster Hand über die geplante Ferienhaussiedlung am Wiesenbeker Teich

Foto: Dieter Pfeiffer
Foto: Dieter Pfeiffer
SPD-Mitglieder informierten sich vor Ort und ließen sich die geplanten Maßnahmen von Maik Dombrowsky erläutern
SPD-Mitglieder informierten sich vor Ort und ließen sich die geplanten Maßnahmen von Maik Dombrowsky erläutern
Immer weniger Dauercamper: mit neuen Blockhäusern will der Campingpark in die Zukunft investieren
Immer weniger Dauercamper: mit neuen Blockhäusern will der Campingpark in die Zukunft investieren
Wozu braucht ein Campingplatz eine Schreinerei? Dombrowsky stand Rede und Antwort
Wozu braucht ein Campingplatz eine Schreinerei? Dombrowsky stand Rede und Antwort

Das Campinggeschäft hat sich verändert: „Es werden immer weniger Dauercamper – früher hatte ich 45, jetzt sind es nur noch 14“, so Maik Dombrowsky. Auch das klassische Zelt ist weniger gefragt als früher. Urlauber heute wollen zwar Campingatmosphäre, dabei aber nicht auf einen gewissen Komfort verzichetn. Und der Inhaber des Campingparks Wiesenbeker Teich will sich auf die neuen Herausforderungen einstellen. Daher plant Dombrowsky, einige seiner Wohnwagenstellplätze durch kleine Ferienblockhäuser zu ersetzen - aus Holz, etwa 35 bis 45 Quadratmeter groß und mit jeweils einer schönen kleinen Terrasse, auf der man mit Blick über den Teich sitzen kann.

Dombrowsky sieht gute Aussichten für derartige Domizile: „Ähnliche Objekte, etwa am Torfhaus, sind monatelang im Voraus ausgebucht – und die sind lange nicht so schön, wie das, was ich hier plane“, erklärte er. Damit die Blockhäuser optisch nicht zu aufdringlich wirken, sollen sie von Größe und Ausrichtung nicht alle genau gleich werden.

Mit fünf bis sechs Häusern will Dombrowsky anfangen – insgesamt könnten es bis zu 44 Häuser werden. Eine Millioneninvestition, die auch etliche Arbeitsplätze schaffen würde – ein Punkt, der die SPD-Mitglieder, die sich letzte Woche vor Ort über das Vorhaben informierten, besonders interessierte. Derzeit beschäftigt Dombrowsky 10 Mitarbeiter, etwa 15 neue Stellen würden entstehen, wenn das Projekt komplett realisiert ist.

Doch eines, das machte Dombrowsky auch gleich klar, müsste sich dazu vorher verbessern: der schlechte Zustand der Straße, die zum Campingplatz hochführt. Die schlechte Zuwegung ist gerade für Campinganhänger und Wohnmobilfahrer ein großes Problem, und die Stadt hat bislang stets andere dringende Straßenbaumaßnahmen vorgenommen. Dombrowsky stellte klar: „Ich bereite alles vor, aber investieren werde ich erst, wenn die Straße gemacht ist“.

Ein Puzzleteil, das den Wiesenbeker Teich noch attraktiver macht, könnte auch die geplante Wasserskianlage werden, eine vergleichsweise kleine Anlage für Anfänger und Freizeitfahrer mit rund 130 Metern Länge. Dazu wird ein Drahtseil mit einem Durchmesser von 8 Millimetern („das ist so dick wie ein Kugelschreiber) zwischen zwei Masten aufgespannt.
Es handelt sich um eine Lernanlage, erklärt Dombrowsky: wenn die Spannung aus dem Seil ist, weil man losgelassen hat, hält sie an. Nimmt man das Seil wieder auf, fährt sie wieder an. Auch Kinder können so das Wasserskifahren erlernen. Das Seil wird am Ende um eine Rolle geführt: „Wer es gut kann, kann also immer kreisrund laufen“. Angetrieben wird das Ganze durch einen regelbaren 3kW-Elektromotor.

Die beiden Masten benötigen dazu nicht unbedingt ein Fundament – man kann sie mit einem Erdspieß befestigen. Oder, wie es anderswo gemacht wird – zwischen zwei Bäumen (dazu kommen Schoner um die Stämme). „Die Anlage ist mobil – man kann sie an einem Tag auf- und wieder abbauen“, erklärte Dombrowsky. Dennoch hapert es derzeit an der Genehmigung. Allerdings nicht wegen eines etwaigen Eingriffs in die Natur, sondern des Denkmalschutzes. Denn der Wiesenbeker Teich ist kein natürlicher See, er wurde vielmehr um 1715 zu bergbaulichen Zwecken künstlich geschaffen und ist wegen dieser technischen Leistung als Weltkulturerbe geschützt.  Und er wurde schon seit jeher auch zur Freizeitgestaltung und touristisch genutzt – zum Beispiel mit Schwimmen und Bootfahren.
 
„Ob ich über den See rudere oder Wasserski fahre - damit nehme ich doch dem Weltkulturerbe nichts weg“, so Dombrowsky. Denn an der bergbaulichen Leistung (die besondere kulturelle Errungenschaft liegt in der Art der Dammdichtung) ändere sich dadurch ja nichts, der Damm werde überhaupt nicht berührt. „Und die Infrastruktur besteht ja schon“: die Gaststätte, der Parkplatz, die Zuwegung, die Sanitäranlagen  - all das müsste nicht erst geschaffen werden.

Bad Lauterberg, davon zeigt sich der Campingparkbetreiber überzeugt, würde von der Wasserskianlage profitieren: „Ich muss doch etwas haben, woran sich die Leute erinnern, ein Erlebnis, damit die Gäste auch wiederkehren.“

Wer sich nun selbst ein Bild machen möchte: beim Tag der offenen Tür auf dem Campingpark Wiesenbek am kommenden Sonntag bietet Maik Dombrowsky Führungen an und wird auch Fragen beantworten.


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