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Geschrieben von ski am 07. Februar 2013
Aktuell

Kosten sparen, Schule schließen?

Die sofortige Schließung der Lutterbergschule würde Geld sparen - aber wie viel?

Noch in diesem Monat wird über die Zukunft der Lutterbergschule entschieden
Noch in diesem Monat wird über die Zukunft der Lutterbergschule entschieden

Die von der Kreisverwaltung angestrebte Schließung der Lutterbergschule zu den Sommerferien sorgt für Unverständnis - ganz besonders auch bei den betroffenen Schülerinnen und Schülern.
Wie wir bereits hier berichtet haben, ist aufgrund der Inklusion, also der geplanten Eingliederung der Förderschulkinder in die Regelschule, schon länger klar, dass die Lutterbergschule langfristig gesehen keine Zukunft hat. Aber nun soll plötzlich alles ganz schnell gehen, jedenfalls, wenn es nach dem Willen der Verwaltung geht.  

Warum die Hektik?

Der Grund für die plötzliche Eile? Druck aus dem Innenministerium auf den Landkreis.

Im November wurden Gespräche über die Genehmigungsfähigkeit des Haushalts 2013  geführt, und das Ministerium wurde offenbar deutlich: weitere Einsparungen seien unabdingbar. Denn auch der Landkreis steckt tief in den roten Zahlen und muss ein Haushaltssicherungskonzept vorlegen, um überhaupt weiter wirtschaften zu dürfen. Ein Spardruck, der nun nach unten weitergegeben werden soll - und da mit der Schließung der Lutterbergschule ohnehin in einigen Jahren zu rechnen gewesen war, will die Kreisverwaltung hier sofort den Rotstift ansetzen.

Wieviel würde dadurch überhaupt gespart?

Also soll die Lutterbergschule, die ab dem kommenden Schuljahr keine neuen Schüler mehr aufnehmen wird, schon im Sommer komplett geschlossen werden. Die Schüler müssten an die Wartbergschule in Osterode wechseln, sofern sie nicht in Regelschulen eingegliedert werden. Die Einsparungen: gut 150 000 Euro; diesen Betrag kostet der Unterhalt des Gebäudes und des Grundstücks pro Jahr.

Allerdings stehen diesen Einsparungen auch rund 60 000 Euro Mehrkosten gegenüber, die die Schließung verursachen würde - so viel kostet die zusätzliche Schülerbeförderung bei den derzeitigen Schülerzahlen. Denn der Schulbezirk der Lutterbergschule beinhaltet den gesamten südlichen Landkreis von Herzberg bis zur Samtgemeinde Walkenried - und für all diese Schüler müsste dann der Schulbus bis nach Osterode fahren. Voraussichtlich 93 Schülerinnen und Schüler würde dies betreffen.

Letztlich geht es also um eine Einsparung von rund 90 000 Euro, die die sofortige Schließung erbringen würde, verglichen mit der Schließung im nächsten Sommer.
Umgerechnet auf den einzelnen Schüler heißt das: eine Ersparnis von nicht einmal 1000 Euro - für das gesamte Jahr.

Die Kosten-Nutzen-Rechnung würde sich bei einem Weiterbetrieb der Schule über 2014  hinaus allerdings allmählich ändern: da keine neuen Erstklässler mehr aufgenommen werden, sinken die Schülerzahlen jedes Jahr ab - im Schuljahr 2019/2020 würden noch etwa 50 Schüler die Lutterbergschule besuchen.

Was geschieht mit dem Gebäude?

Der Landkreis hat nach der Schließung keine Verwendung für das Schulgebäude und will es verkaufen. Und zwar so bald wie möglich: schließlich entstehen auch bei geschlossener Schule noch einige Kosten für den Unterhalt.  Allerdings: "Zahlungskräftige Investoren für das Objekt stehen nicht bereit", so erklärte Gero Geißlreiter gegenüber LauterNEUES in einer Stellungnahme.

Wer entscheidet, wann die Schule geschlossen wird?

Der Kreistag - und zwar in der Sitzung am 18. Februar.


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