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Geschrieben von Boris Janssen am 22. Oktober 2015
Aktuell

Noch einmal auf der Schulbank sitzen

Schule im Wandel der Zeit – neue Sonderausstellung im Heimatmuseum

Schreiben mit dem Griffelwerkzeug, Löschen mit der Schwämmchentechnik – dieser Touchscreen ist noch vollkommen analog. Aber die Schreibtafel zeigt deutlich, wie die Computerentwickler auf den Namen „Tablet“ kamen (englisch für Schreibtafel).
Schreiben mit dem Griffelwerkzeug, Löschen mit der Schwämmchentechnik – dieser Touchscreen ist noch vollkommen analog. Aber die Schreibtafel zeigt deutlich, wie die Computerentwickler auf den Namen „Tablet“ kamen (englisch für Schreibtafel).
Rabattberechnung nach alter Schule: Ein Rechenbuch aus dem 17. Jahrhundert.
Rabattberechnung nach alter Schule: Ein Rechenbuch aus dem 17. Jahrhundert.
Besonderes Exponat aus Bartolfelde: Schulfahne aus dem Jahr 1900.
Besonderes Exponat aus Bartolfelde: Schulfahne aus dem Jahr 1900.
Viel zu entdecken: Briefe, Fotos, Zeugnisse und Hefte.
Viel zu entdecken: Briefe, Fotos, Zeugnisse und Hefte.
Inmitten der Besucher dankt Museumsleiter Helmut Lüder Freunden, Bekannten und seinen Mitarbeiterinnen für die Unterstützung.
Inmitten der Besucher dankt Museumsleiter Helmut Lüder Freunden, Bekannten und seinen Mitarbeiterinnen für die Unterstützung.

Da ist gerade viel Bewegung in der Bad Lauterberger Schullandschaft. Aber das war eigentlich schon immer so. Was sich allein in den vergangenen 100 Jahren alles getan hat, wie viele Schulen geschlossen wurden, wie viele neue entstanden – das und noch einiges mehr dokumentiert die neue Sonderausstellung „Schule im Wandel der Zeit“ im Heimatmuseum. „Hier kann man sehen, wieviel die Stadt schon an Schulentwicklung hinter sich hat“, sagte zur Eröffnung am Mittwoch (21.10.2015) Bürgermeister Dr. Thomas Gans, der ja für sein eigenes Tun in dieser Frage einige Kritik einstecken muss. Und er fand in der Ausstellung auch das heutige Hauptproblem wieder: „Man wird ganz wehmütig, wenn man sieht, wie viele Kinder das damals waren.“

Das Team um Museumsleiter und Stadtarchivar Helmut Lüder hat vor allem Fotos und Dokumente zusammengetragen. „Leider haben die Schulen kaum noch andere Exponate“, stellte Lüder fest. „Schade ist vor allem, dass wir so wenige Stücke aus den Ortsteilen bekommen haben.“ Die wollten das aber wohl auch gar nicht, mutmaßte er. Dabei sei es wichtig, die gehüteten Schätze richtig zu archivieren, wenn man sie erhalten wolle. „Gebt die Dinge in die Archive, es muss ja nicht unbedingt unseres sein“, bat der Stadtarchivar. Als Beispiel nannte er eine Fahne, die der nach Amerika ausgewanderte Heinrich Becker im Jahr 1900 der Schule Bartolfelde gestiftet hatte. Die habe bis 2007 auf muffigen Dachböden rumgelegen, sei stockig und schimmelig geworden, bis sie schließlich die damalige Schulleiterin Magdalene Riechel zur Aufbewahrung ans Stadtarchiv gab.

 

Fehlendes Brennmaterial und körperliche Züchtigung

Was es mit dieser Schulfahne auf sich hat, wird natürlich in der Ausstellung erklärt. Dazu kommen zahlreiche Fotos und Briefe, Schulhefte und Klassenbücher, Poesiealben und Schulmaterialen aus vergangenen Zeiten. Der eine oder andere Besucher wird sich auf den Bildern selbst wieder finden. Und bei alledem wird deutlich: Angst vor Veränderung ist völlig unnötig, früher war eben nicht alles besser. Das zeigen schon zwei Schriftstücke aus dem frühen 1950er Jahren. Im ersten teilt der Stadtdirektor dem Rektor mit, an der Gemeinschaftsschule könne der Unterricht nach den Weihnachtsferien erst eine Woche später beginnen, weil man „trotz größter Bemühungen“ nicht genug Brennmaterial habe heranschaffen können. Im anderen rechtfertigt sich ein Kollegium gegenüber dem Fürsorgeausschuss, man wisse sehr wohl, dass Erstklässler nicht körperlich gezüchtigt werden dürfen – und ältere Schüler nur in bestimmten Ausnahmefällen.

Wer trotzdem noch einmal die alte Schulbank drücken möchte, hat demnächst im Heimatmuseum dazu Gelegenheit. Das alte Möbelstück wird in den nächsten Tagen vom Dachboden der heutigen Grundschule am Hausberg geholt und die Sonderausstellung ergänzen.

 

Öffnungszeiten Heimatmuseum

Die Sonderausstellung „Schule im Wandel der Zeit“ ist in den nächsten Monaten zu den Öffnungszeiten des Heimatmuseums zu sehen:

Freitag 15.00 – 17.00 Uhr
Samstag 10.00 -12.00 und 15.00 – 17.00 Uhr
Sonntag 10.00 – 12.00 Uhr

Wie lange die Ausstellung läuft, steht bisher noch nicht fest.


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