Geschrieben von Karl Heinz Bleß am 11. Februar 2016
Diabeteszentrum würdigt Lebensleistung von Professor Willms
Eine Schulungsstation wird nach dem ehemaligen Ärztlichen Leiter benannt



Eine neu eingerichtete Schulungsstation am Diabeteszentrum ist am Montag (08.02.2016) nach dem ehemaligen ärztlichen Leiter der Klinik Professor Dr. Berend Willms benannt worden. Der jetzige Leiter, Dr. Thomas Werner, hatte Ärzte und Diabetesberaterinnen zu einer kleinen Feierstunde eingeladen.
Entwicklung fast drei Jahrzehnte maßgeblich geprägt
Die Laudatio sprach Lothar Leifheit, Vorsitzender der Gemeinnützigen Stiftung für Diabetes-Therapie in Bad Lauterberg im Harz, der auch einen kleinen Rückblick auf die nunmehr 47-jährige Geschichte der Spezialklinik gab: Nach zähem Ringen und dem Neubau der Klinik wurde am 15. Juli 1969 die erste Patientin aufgenommen. Der erste Chefarzt ging bereits nach drei Jahren, weil das erste Kuratorium „nicht besonders investitionsfreudig war und die Wünsche des damaligen Chefarztes sehr sperrig behandelte“, wie es Leifheit ausdrückte. Dann kam Professor Dr. Berend Willms auf Empfehlung seines Chefs, Professor Dr. Werner Creutzfeld aus Göttingen, 1972 als Klinikleiter nach Bad Lauterberg. Bis Oktober 2000, also insgesamt mehr als 28 Jahre, habe Willms die Entwicklung der Fachklinik maßgeblich geprägt und durch sein hervorragendes Können sowie die ihm eigene Beharrlichkeit zu einer der besten Diabeteskliniken Deutschlands gemacht, lobte Leifheit. Im vergangenen Jahr sprang er noch einmal ein Vierteljahr lang während einer Vakanz ein.
Willms führte in Bad Lauterberg Diabetesschulungen für Patienten ein, eine Neuheit in der Medizin. Nur in Boston und auf Rügen waren solche Schulungen bekannt. Über die Patientenschulung in Boston informierte sich der neue Chefarzt gleich zu Beginn seiner Tätigkeit vor Ort im Rahmen einer Hospitation.
Patienten werden durch Schulung zum eigenen Leibarzt
Schulung ist Behandlung, der Patient ist sein eigener Leibarzt, die Behandlung ist lebenslang nötig: Das waren die Leitgedanken des damaligen Chefarztes, der zusammen mit seinen Mitarbeitern ein Schulungskonzept für kleine Gruppen konzipierte und immer weiterentwickelte. Dieser Ansatz setzte sich in der gesamten Medizin für Diabetiker durch. Ebenso entwickelte Willms mit der Deutschen Diabetes Gesellschaft als ihr Präsident die Schulung des Personals, die in dem Berufsbild des Diabetesberaters mündete. Gerade dass mit dem „medizinischen Assistenten“ zusätzliches Personal benötigt wurde, hatte zuvor für großen Widerstand gesorgt, berichtete Willms.
Heute gehe es darum, dass die Patientenschulung mit der Forschung Schritt halte und dass man Diabetikern die moderne Technik erkläre und über immer bessere Insuline aufkläre, sagte der Geehrte. Dazu benötige man viel Empathie und Zuneigung für die Patienten.
Die neue Schulungsstation besteht aus einem kombinierten Beratungs- und Schulungsraum, einem Ärztinnenzimmer und einigen Krankenzimmern, fasste Leifheit am Ende zusammen. „Unsere Hochachtung und unseren Dank für Ihre Lebensleistung als Chefarzt für unser Diabeteszentrum bringen wir noch einmal zum Ausdruck!“, schloss Vorstandsvorsitzender Leifheit.