Geschrieben von ski/IH am 11. Februar 2016
Was gegen das Brennen hinter dem Brustbein hilft
Vortrag von Professor Koebe in der Osteroder Stadthalle

Hans-Günter Koebe, seit April letzten Jahres neuer Chefarzt an der Helios-Klinik Herzberg und Spezialist für Viszeral- und Thoraxchirurgie, hat viel zu tun: da ist nicht nur das Krankenhaus, was geleitet werden muss und die Patienten, die operiert und betreut werden müssen, sondern er will auch vermehrt Öffentlichkeitsarbeit für das Herzberger Krankenhaus betreiben. Daher hielt er am 09.02.16 in der Osteroder Stadthalle einen Vortrag über eines seiner Spezialgebiete: „Volkskrankheit Sodbrennen – wenn die Speiseröhre zum Magen wird“.
Zehn bis zwanzig Prozent der Bevölkerung in den Industrieländern leiden an Sodbrennen – und es werden vermutlich immer mehr. 5 Millionen Deutsche nehmen Säureblocker ein, die mittlerweile rezeptfrei zu haben sind. Kein Wunder, dass der Vortrag auf großes Interesse stieß. Denn viele Patienten, die unter Sodbrennen, in der Fachsprache Gastroösophageale Refluxkrankheit genannt, leiden, möchten nicht ihr ganzes Leben lang diese Medikamente einnehmen.
Ursache für das Sodbrennen, also die brennenden Schmerzen hinter dem Brustbein nach dem Essen oder beim Liegen, kann eine Schwäche des Schließmuskels am Übergang vom Magen zur Speiseröhre sein, aber auch Übergewicht oder eine Stenose (also eine Gefäßverengung) am Magenausgang. Aber es kann auch als Begleiterscheinung bei anderen Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Parkinson auftreten.
Die Symptome sind äußerst unangenehm – und nicht nur das: das Sodbrennen, also der Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre kann auch gesundheitliche Folgen haben, von Zahnschmelzschäden über Heiserkeit bis zu Reizhusten. Die Speiseröhre kann sich entzünden und vernarben. Doch die gravierendste Gefahr besteht darin, dass durch den Reflux Speiseröhrenkrebs ausgelöst werden kann.
Um dem zu entgehen, werden eben diese Säureblocker eingenommen. Die Verordnungen sind auf einem Rekordhoch. Genommen werden sie jedoch nach Meinung von Professor Koebe häufig zu oft und zu lange, wozu auch die massive Werbung und die Rezeptfreiheit geführt haben. Denn, so der Spezialist, die sinnvollste Intervention, um Beschwerdefreiheit zu erreichen und die Krebsgefahr zu reduzieren, sei bei richtiger Indikation eine operative Behandlung der Ursache.
Die zahlreichen Besucher lobten den für Laien sehr gut verständlichen und lockeren Vortragsstil Koebes, der im Anschluss geduldig die zahlreichen Fragen des Publikums beantwortete. Geduld bewies auch sein kleiner Sohn Paul, der zwischenzeitlich mit seinem Papa die Bühne erklommen hatte.