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Geschrieben von Boris Janssen am 02. Juni 2016
Aktuell

Bürger greifen Bauhof unter die Arme

Handeln statt meckern: Anwohner haben in Eigenregie das Stadtbild verschönert – Stadt verspricht Nachahmern Unterstützung

Dank Nachbarschaftshilfe wieder ein würdiger Blickfang für die malerische Schulstraße…
Dank Nachbarschaftshilfe wieder ein würdiger Blickfang für die malerische Schulstraße…
… eine Anwohnerin hat aus dem Hundeklo ein gepflegtes Blumenbeet gemacht.
… eine Anwohnerin hat aus dem Hundeklo ein gepflegtes Blumenbeet gemacht.
Schulstraßen-Bewohner kümmern sich auch um die Blumenkübel rund um die alte Linde.
Schulstraßen-Bewohner kümmern sich auch um die Blumenkübel rund um die alte Linde.

Seit Monaten gibt es viel Kritik am Stadtbild. Und in der Tat lässt sich nicht leugnen, dass der durch den Zukunftsvertrag personell ausgedünnte städtische Bauhof im Kurpark und bei der Grünpflege nicht mehr so richtig hinterherzukommen scheint. Da kann man nun meckern und lamentieren – oder aber Eigeninitiative ergreifen.

In der Schulstraße zum Beispiel sorgen die Anwohner schon lange dafür, dass der Platz rund um die alte Schule gepflegt und hübsch anzusehen ist. Da wird Unkraut gezupft und Laub gefegt. Und auch in den Blumenkübeln unter der alten Linde blüht es dank der Nachbarschaftshilfe viele Monate des Jahres. Ein besonderes Schmuckstück aber hat eine Anwohnerin vor kurzem am anderen Ende des Platzes geschaffen: Aus dem unappetitlichem Hundeklo im Baumring machte sie ein farbenfrohes Blumenbeet. Die Pflanzen bekam sie von einem Blumengeschäft gestiftet, die Pflege übernimmt sie selbst.

Auch an der Ecke Dammwiese/Lessingstraße haben Anlieger in Eigenregie zum Gartenbesteck gegriffen: Ein dort ansässiges Unternehmen setzte Rosen in einen öffentlichen Pflanzkasten, der seines Baumes verlustig gegangen war.

 

Am Geld soll es nicht scheitern

Bürgermeister Dr. Thomas Gans freut sich über solch „schöne Beispiele für Bürgerengagement“. Er sei sehr dankbar für den persönlichen Einsatz und hoffe insbesondere, dass in der Schulstraße „das Kleinod noch lange in voller Pracht zu bewundern sein wird.“ Gleichzeitig fände er es klasse, wenn die Aktionen viele Nachahmer finden würden. Wenn Bürgerinnen und Bürger auf diese Weise zahlreiche Baumringe und Pflanzkästen im Stadtgebiet verschönern würden, würde das die Mitarbeiter des Bauhofes bei der Pflege der Grünanlagen schon ordentlich unterstützen.

Dabei solle es nicht am finanziellen Einsatz scheitern: „Die Stadtverwaltung sagt bei Interesse ihre tatkräftige und materielle Unterstützung zu“, verspricht Thomas Gans. „Die Kosten für die Bepflanzung sollen keinesfalls zu Lasten der Bevölkerung gehen.“

Wer sich also vorstellen kann, vor seiner eigenen Haustür einen Beitrag fürs gelungene Stadtbild zu leisten, ist ausdrücklich eingeladen, sich direkt bei der Stadtverwaltung zu melden. Zum einen, um die Pflanzaktion koordinieren zu können. Und zum anderen, um zu vermeiden, dass aufmerksame Nachbarn fälschlicherweise annehmen, hier vergreife sich jemand widerrechtlich an stätischem Eigentum – auch das ist nämlich schon vorgekommen.


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