Markttreff-Team hatte viel Wissenswertes über diesen tollen Werkstoff zusammengetragen
Viele interessante Informationen erwartete die BesucherEdle Papiere mit einem ganz besonderen CharakterLeckeres Selbstgemachtes fand wieder viele Abnehmer
Der Juni-Markttreff am vergangenen Freitag (3.6.16) im St. Andreas Gemeindehaus stand unter dem Motto „Vielseitiges Papier“. Das Markttreff-Team hatte auch zu diesem Thema wieder viel Sehens- und Wissenswertes zusammengetragen und dekorativ ausgestellt.
Die Erfindung des Papiers hat im Lauf der Weltgeschichte einen ziemlich großen Einfluss auf unsere Gesellschaft genommen. Lange, bevor die Papierherstellungskunst sich in Europa verbreitet hat, schrieb man Texturen vor allem auf Pergament nieder, das aus enthaarten Häuten von Tieren bestand. Preisgünstiger als Tierhäute waren allerdings Pflanzenfasern. Bereits zur Zeit der frühen Han-Dynastie (180 bis 50 vor Christus) war in China die Papierherstellung aus Hanf bekannt.
Papier aus Bambusfasern herzustellen, führte dann später zu einer weiteren Steigerung der Papierqualitäten und ermöglichte die Produktion sehr feiner Papiersorten. Die Kunst der Papierherstellung wurde von den Chinesen bis ins 7. Jahrhundert vor Außenstehenden geheim gehalten. Dann erst verbreitete sie sich weiter nach Japan und Korea.
Als die Araber ihr Reich im 8. Jahrhundert bis nach Spanien ausweiteten gelangte die Papierherstellung auch nach Europa. Bis zum 12. Jahrhundert exportierten sie das Papier nach Europa, bevor sie selbst mit der Herstellung auf spanischem Boden begannen. Die Papier-Herstellungskunst verbreitete sich über Italien weiter auf andere europäische Länder. Im Jahre 1390 wurde in Deutschland die erste Papiermühle in Nürnberg eingerichtet, was ein wichtiger Schritt für die Massenproduktion gedruckter Bücher bedeutete.
Weil man in Europa mit den hier verfügbaren Materialien auskommen musste, bestand Papier bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts hauptsächlich aus den Fasern von Leinen, Flachs und Hanf.
Johannes Gutenberg entwickelte um 1445 den Buchdruck mit beweglichen Buchstaben und ab 1446 den Kupferstich. Nun wurden Schriften und Bücher in größeren Stückzahlen erzeugt und die Wissensverbreitung dadurch optimiert. Die Papiernachfrage stieg ebenso, wie die Zahl der Papiermühlen in Deutschland.
Die heutige Zeit lässt allerdings die Frage offen: "Wie lange brauchen wir im Zeitalter von Computern, Tabletts oder Smartphones überhaupt noch Papier?"
Auf jeden Fall so lange noch, bis auch die Toilettenhygiene gänzlich per Computer gesteuert wird.
Die Besucherinnen und Besucher des Markttreffs konnten sich natürlich auch wieder an den leckeren, selbstgemachten Köstlichkeiten, die hier beim Markttreff traditionell angeboten werden, erfreuen.