Geschrieben von Boris Janssen am 21. Juni 2016
Magentafarbenes Weihnachtsgeschenk
Telekom baut aus: Noch 2016 soll die ganze Stadt schnelles Internet haben
LauterNEUES lesen macht bald noch mehr Spaß, denn die Deutsche Telekom gibt endlich Gas: Spätestens bis Weihnachten 2016 soll das gesamte Stadtgebiet mit schnellem Internet versorgt sein. Nahezu jeder, nicht allzu abgelegene Haushalt in Bad Lauterberg, Barbis, Bartolfelde und Osterhagen soll dann mit VDSL gleichzeitig surfen, telefonieren – und wenn es nach der Telekom geht – fernsehen können. Das teilten Vertreter des Unternehmens am Dienstag (21.06.2016) in einem gemeinsamen Pressegespräch mit Bürgermeister Dr. Thomas Gans mit.
Die Telekom hat Bad Lauterberg in ihr Ausbauprogramm aufgenommen und wird „einen einstelligen Millionenbetrag“ in ihr Netz investieren. Danach werden die Anschlüsse beim Herunterladen eine Geschwindigkeit von bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) erreichen, beim Heraufladen bis zu 40 Mbit/s. Das sei das gleiche Ausbauniveau, wie es beispielsweise Hamburg bekomme, sagte Alexander Kruppa, Regionalmanager der Deutschen Telekom. Und wenngleich das Unternehmen natürlich seine eigenen Produkte an die Kneippstädter bringen möchte: „Das Netz ist ausdrücklich offen für den Wettbewerb“, betonte Kruppa. Also auch wer seinen Anschluss bei einem Telekom-Konkurrenten hat, kann grundsätzlich vom Ausbau profitieren.
21 Kilometer neues Glasfaserkabel
Dafür muss allerdings erst einmal tatsächlich gebaut werden – und zwar zwischen der Vermittlungsstelle in der Sebastian-Kneipp-Promenade und 37 Verteilerkästen, die zu neuen „Multifunktionsgehäusen“ werden. Insgesamt 21 Kilometer Glasfaserkabel sollen verlegt werden, davon 13,8 Kilometer in vorhandenen Rohren und das letzte gute Drittel im Tiefbau. Die Leitungen vom Verteilerkasten zu den Hausanschlüssen – meistens Kupferkabel – bleiben erhalten. In den neuen Multifunktionsgehäusen kommt die sogenannte Vectoring-Technologie zum Einsatz. Mit ihr werden Störsignale auf der Kupferleitung beseitigt und so die hohen Übertragungsraten ermöglicht.
Derzeit laufe noch die Feinplanung, in der sich auch entscheide, „wie das Ausbaugebiet endgültig aussieht“, erklärte Alexander Kruppa. Klar sei aber, dass rund 5.700 Haushalte im Stadtgebiet profitieren werden. Und das Tolle: Der Ausbau sei gleich zukunftsfähig – das sich schon jetzt abzeichnende, noch einmal deutlich leistungsfähigere „Super-Vectoring“ erfordere es später lediglich, in den Multifunktionsgehäusen eine Komponente auszutauschen. Die damit möglichen Datenmengen werden heute noch längst nicht gebraucht, aber Kruppa ist überzeugt: „Der Breitband-Hunger ist da – in wenigen Jahrzehnten gibt es das cloudabhängige Leben.“ Dafür sei Bad Lauterberg dann schon gerüstet.
„Stadt bald attraktiver für Familien und Unternehmen“
Bürgermeister Thomas Gans freut sich sehr über die Telekom-Pläne. Sie steigerten die Attraktivität Bad Lauterbergs erheblich. „Das Internet ist für Familien und Unternehmen heute unverzichtbar“, sagte er. Nur mit einer entsprechend guten Infrastruktur könne sich eine Stadt „erfolgreich um die Ansiedlung von Familien und Unternehmen bemühen.“ Und diese Infrastruktur gebe es bald in allen Ortsteilen, quasi als Weihnachtsgeschenk.
Nur einen kleinen Haken hat die ganze Geschichte dann doch: Für den Tiefbau muss natürlich gebuddelt werden. Deshalb werden jetzt Lösungen gesucht, wie es sich vermeiden lässt, die dann gerade frischsanierten Ortsdurchfahrten wieder aufzureißen.
