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Geschrieben von Karl-Heinz Bleß am 29. August 2016
Aktuell

Sport und Bewegung Thema am Diabetestag

Patientenveranstaltung in Bad Lauterberg in neuer Form – Bewegung kann das Leben verlängern

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Diabetes, Bewegung und Sport: dieses Thema hat dem diesjährigen Diabetestag eine neue Form gegeben. Zwar standen am Samstag wie seit vielen Jahren die beliebten Vorträge als Fortbildung für Diabetiker und deren Angehörige auf dem Programm, es gab aber auch einen großen Praxisteil: eine Radsportveranstaltung. Dazu waren junge Leute, Sportler, aber auch Familien mit kleinen Kindern gekommen. Bewegung erlebten sie ganz praktisch.

Bei der Begrüßung dankte der Leitende Arzt es Diabeteszentrums, Dr. Thomas Werner, seinen Mitarbeitern sowie den Hilfsorganisationen und Sponsoren für ihre Unterstützung, hatte er doch zum ersten Mal ein solches Event auf die Beine gestellt. Und Bürgermeister Dr. Thomas Gans erklärte, dass gerade bei Diabetes das Wissen um die Krankheit besonders wichtig sei, weil man selbst viel tun könne, um die Lebensqualität zu erhalten.
Für die Bewegung im Alltag plädierte Oberarzt Dr. Lars Köthe in seinem Vortrag.

Zweieinhalb Stunden Bewegun pro Tag für ein längeres Leben

Wenn sich jeder 150 Minuten am Tag, also zweieinhalb Stunden bewege, könne das ein Leben mit mehr Lebensqualität deutlich verlängern. Dazu gab er auch praktische Beispiele: Beim Einkaufen oder bei der Haus- und Gartenarbeit bewege man sich viel. Besonders das Rasenmähen verbrauche viel Kalorien. Und wer mit Fahrrad, Bus oder Bahn zur Arbeit fahre anstatt mit dem Auto, bewege sich auch mehr. Wer dann noch etwas mehr tun wolle, sollte eine Station eher aussteigen und den Rest zu Fuß gehen, regte er an. Ebenso beim Fahrstuhl: eine Etage früher aussteigen und für den Rest die Treppe benutzen. So kämen schnell die 150 Minuten zusammen. Man sollte nur stets daran denken, lieber ein paar Schritte mehr zu gehen.


Wer Sport treibt, sollte ein paar Tipps bei der Insulintherapie beachten, sagte Diabetologin Sandra Schlüter in ihrem Vortrag. Das betreffe das Essen und die Dosierung des Insulins. Vor dem Sport sollte man schnell- und kurzwirkende Kohlenhydrate zu sich nehmen, riet sie, bei Sport über einen längeren Zeitraum, etwa ab vier Stunden, langwirkende Kohlenhydrate. Auch die Dosierung des Insulins sollte man bei Sport anpassen. Denn es sei weniger Insulin nötig. Wer kurz Sport treibe, sollte die kurz wirkenden Insuline reduzieren, wer länger als vier Stunden sich kräftig bewege, das Basisinsulin.
Diabetesberaterin Isabel Rother erklärte in ihrem Vortrag den Nutzen einer speziellen Sportlerernährung, und Physiotherapeut Markus Becker zeigte praktische Bewegungsübungen für zu Hause.

Zwischen den Vorträgen gab es immer eine Pause, die viele Besucher nutzten, um sich bei der Industrieausstellung im Kurhaus über Neuigkeiten zu informieren, oder draußen auf dem Parkplatz eine Aktion zu beobachten. So startete das Bambini-Rennen in der ersten Pause. Neun Kinder starteten auf einem kleinen Kurs rund ums Rathaus unter Beifall und Anfeuerungsrufen ihrer Eltern und Großeltern. Voller Begeisterung waren die Kinder dabei. Und nach der ersten Runde wollten sie gar nicht aufhören und hängten noch eine oder zwei Runden dran. Am Ende siegte Maximilian Hohmann vor Noel Rother und Tessa Hein. Es folgten Tim Vollrath, Lily Sophie Wolf, Liam Welker, Freya Werner, Jannik Roloff und die Jüngste im Rennen, Johanna Werner, die in diesem Jahr erst das Fahrradfahren gelernt hatte. Bei der Siegerehrung gab es für alle eine Medaille und einen Gutschein.


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