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Dienstag, 20. Oktober 2026
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Geschrieben von Karl Heinz Bleß am 28. Oktober 2016
Aktuell

Was tun bei Durchblutungsstörungen im Bein?

Zertifizierte Ärztefortbildung in der Kirchberg-Klinik

Heitere Stimmung herrschte bei den Kontrollfragen am Ende des Vortrags: Dr. Luigi Iadevaia am Pult mit Dr. Ernst Knoglinger.
Heitere Stimmung herrschte bei den Kontrollfragen am Ende des Vortrags: Dr. Luigi Iadevaia am Pult mit Dr. Ernst Knoglinger.

Was kann ein Gefäßchirurg bei einer Durchblutungsstörung in den Beinen tun? Um diese Frage ging es bei der jüngsten Ärztefortbildung am Mittwoch (28.10.2016) in der Kirchberg-Klinik. Dr. Luigi Iadevaia, Leiter des Chirurgischen Zentrums für Gefäßchirurgie an der Asklepios-Harzklinik in Goslar, referierte an diesem Abend.

Eine akute Durchblutungsstörung macht sich für den Betroffenen als plötzlicher Schmerz in den Beinen bemerkbar. Dann sollte innerhalb von sechs Stunden eine Behandlung erfolgen, so der Referent. Dazu sei aber eine eingehende Untersuchung nötig, um die Störung in der Blutbahn zu lokalisieren und „einen Plan“ zu entwickeln. Mangelnde Durchblutung kann das Gewebe und die Muskeln schädigen, so dass in schweren Fällen sogar eine Amputation nötig werden kann.

 

Oft eine schleichende Entwicklung

Um das zu vermeiden, gibt es eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten, führte der Chirurg aus. Das beginnt bei blutverdünnenden Medikamenten, geht über einen Entfernung des Gerinnsels aus den Adern oder die Erweiterung der Engstelle mit einem Katheter bis hin zu einer Bypass-Operation. Wichtig sei, zunächst mit einer Duplexsonographie, also einer Ultraschalluntersuchung, festzustellen, wo die Engstelle ist und wie viel Blut sie noch passieren kann.

Iadevaia stellte mehrere Verfahren vor, mit denen man Verschlussstellen behandeln kann. So sei es möglich, Kalkansammlungen, die für die Durchblutungsstörung verantwortlich seien, mechanisch oder medikamentös direkt in der Blutbahn zu entfernen.

Nicht immer tritt eine Durchblutungsstörung plötzlich auf. Oft ist es eine schleichende Entwicklung. Dem Patienten fällt es immer schwerer zu gehen. Bei der sogenannten „Schaufensterkrankheit“ gehen die Betroffenen nur kurze Strecken, wie von Schaufenster zu Schaufenster, um immer wieder Pausen einzulegen. Wie der Leitende Arzt der Kirchberg-Klinik, Dr. Ernst Knoglinger, in der anschließenden Diskussion sagte, ist für die Diagnose in diesem Fall ein Laufband in der Praxis hilfreich. Denn damit könne man die Geschwindigkeit und die Dauer des Gehens gut messen.

 

Thrombosen ernst nehmen und sofort behandeln

Ist das Bein rot gefärbt, kann das auf eine Venentrombose hindeuten, sagte Iadevaia. Das Bein schmerzt, so dass man es am besten hochlege und zusätzlich mit Kompressionsstrümpfen den Schmerz lindere. Gefährlich sei die Thrombose, weil sich Blutgerinnsel aus den betroffenen Venen im Bein lösen und über den Blutstrom in die Lunge verschleppt werden können. Man spricht dann von einer Lungenembolie, die akut lebensbedrohlich sein kann. Deshalb müsse eine Venenthrombose ernst genommen und von Anfang an ärztlich behandelt werden. Heute sei die Behandlung nicht mehr unbedingt im Krankenhaus nötig, oft reiche eine ambulante Behandlung mit Tabletten und Kompressionsstrümpfen. Nur selten ist eine Katheter-Therapie oder Operation notwendig.

Als Nachbehandlung sprach er sich dafür aus, sich für ein einziges Medikament zur Hemmung der Blutgerinnung zu entscheiden und auf Kombinationen zu verzichten. Auch eine Reha-Behandlung, so Knoglinger schon zu Beginn der Veranstaltung, sollte bei Gefäßleiden mehr als bisher in Betracht gezogen werden.


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