Geschrieben von ski am 31. Oktober 2016
Endlich ohne Schlaglöcher bis zum Wiesenbeker Teich
Der Nasse Weg ist saniert: aus privater Kasse – mit städtischem Zuschuss

Der „Nasse Weg“ zum Wiesenbek ist frisch saniert. „Seit fünfundzwanzig Jahren habe ich darauf gedrängt“, sagt Maik Dombrowsky, der Besitzer des Campingparks am Wiesenbeker Teich. Denn die Zuwegung zum Weltkulturerbe Wiesenbeker Teich war mehr als abenteuerlich. Die Forststraße befand sich in einem miserablen Zustand mit unzähligen Schlaglöchern und wegbrechenden Banketten. Kein Wunder, war sie doch schon zu Kriegszeiten gebaut worden.
Schon seit langem stand der Nasse Weg auf der langen Liste der Straßen, die die Stadt Bad Lauterberg instandsetzen muss. Doch die leeren Kassen ließen eine Sanierung nur der allerdringendsten Straßenabschnitte zu – und der Nasse Weg ist keine gewidmete, also im rechtlichen Sinne öffentliche Straße. Und so wurde die Erneuerung der Zuwegung zum Teich immer wieder verschoben, weil eben anderes noch dringender war. „Und wenn die Stadt den Nassen Weg instandgesetzt hätte, wäre das nur eine Ausbesserung im preisgünstigen DSK-Verfahren geworden, mit einer neuen Deckschicht von einem Zentimeter Dicke“, sagt Bürgermeister Dr. Thomas Gans: „Etwas anderes gibt das städtische Budget gar nicht her.“ Bei der Belastung der Forststraße durch landwirtschaftliche Fahrzeuge, Holztransporter und Wohnwagengespanne hätte das aber wohl nicht allzu lange gehalten.
Dombrowsky ließ in Eigenregie sanieren
Doch Maik Dombrowsky und die Stadtverwaltung fanden in langen, intensiven Verhandlungen eine andere Lösung: Der Campingparkbetreiber selbst hat die Straße nun auf eigene Kosten sanieren lassen – und erhält dafür einen städtischen Zuschuss in Höhe von 85 000 Euro. So erhielt der Nasse Weg nun eine neue Schicht von acht bis zehn Zentimetern Dicke: eine Sanierung im Hocheinbau. Rund 1400 Tonnen der bituminösen Tragdeckschicht wurden auf den 1600 Metern verbaut – in nur fünf Tagen. Zuvor hatte es natürlich einiges an Vorarbeiten gegeben; so wurde Schächte saniert und ein Straßendurchlass gebaut. „Die Organisation und Zusammenarbeit mit den verschiedenen Firmen ist deutlich leichter für einen Privatmann“, befindet Maik Dombrowsky, der betont: „Ich möchte mich bei allen Beteiligten herzlich bedanken, es hat alles wie am Schnürchen geklappt“. Von den Harzwasserwerken bis zum Abwasserverband, von den Landesforsten bis zu den Stadtwerken und natürlich den am Bau beteiligten Firmen – es gab vieles zu koordinieren. Schließlich soll die neue Straße nicht irgendwann wieder aufgerissen werden, um etwa Versorgungsleitungen zu legen. Nicht zu unterschätzen ist ein weiterer Vorteil, den Dombrowsky hatte: „Wenn die Stadt diese Maßnahme gemacht hätte, hätte sie sie ausschreiben müssen und das Ganze wäre um Etliches teurer geworden“, da sind sich Dombrowsky und Gans einig.
Sanierung für die nächsten Jahrzehnte
Jetzt ist die Straße erst einmal für die nächsten Jahrzehnte saniert, verspricht Matthias Heidergott von der ausführenden Baufirma Bonifaz Heidergott oHG. „Die Bauweise ist aus dem landwirtschaftlichen Wegebau“. Die alte, teerhaltige Straße ist komplett unter der neuen acht bis zehn Zentimeter starken Tragdeckschicht verschwunden und damit gleichzeitig saniert, ohne sie entsorgen zu müssen. „So etwas geht nicht überall, schließlich muss die Höhe an den Seiten angeglichen werden – aber in diesem Waldstück, da geht das, da wurden die Bankette entsprechend erhöht“. Für das Aufbringen rückte ein Bautrupp der Spezialfirma Kemna mit modernstem Gerät an. „Die waren froh, mal eine Woche im Grünen zu arbeiten – die machen sonst immer nur Autobahnen“.
Endlich den Wiesenbeker Teich komfortabel erreichen - auch mit Wohnwagen und Wohnmobil
Am Montagmorgen (31.10.16) schließlich war es soweit: Maik Dombrowsky und Bürgermeister Dr. Thomas Gans schnitten das Band feierlich durch – und es dauerte keine fünf Minuten, bis der erste Holztransporter über die frisch sanierte Straße fuhr, freilich ohne sich über die Bedeutung dieses wahrhaft historischen Moments im Klaren zu sein.
Für Dombrowsky war die Sanierung in Eigenregie zwar eine gewaltige finanzielle Investition, aber eben auch eine Zukunftssicherung für seinen Campingpark: „Es war die einzig vernünftige Lösung, um dahinter zu überleben. Der vorherige Zustand war untragbar – jetzt kann man den Wiesenbeker Teich endlich komfortabel erreichen, auch mit dem Wohnwagen“. Und die nun gefundene Lösung mit dem städtischen Zuschuss ist auch für die Stadt ein Gewinn, auch da sind sich Dombrowsky und Gans einig: „So etwas müsste es eigentlich öfter geben“.