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Geschrieben von Boris Janssen am 01. Dezember 2016
Aktuell

Der Kapitänleutnant übergibt das Kommando

Helmut Lüder als Stadtarchivar verabschiedet – Zwei Frauen übernehmen die Nachfolge

Die Crew von der Archivgemeinschaft mit ihrem „Kaleu“ Helmut Lüder (rechts). Hinter ihm stehen seine Nachfolgerinnen (von rechts) Sabine Henkel und Irmtraud Brille. Rupert Baltzer (hinten, 3.v.l.) übernimmt die Stadtführungen.
Die Crew von der Archivgemeinschaft mit ihrem „Kaleu“ Helmut Lüder (rechts). Hinter ihm stehen seine Nachfolgerinnen (von rechts) Sabine Henkel und Irmtraud Brille. Rupert Baltzer (hinten, 3.v.l.) übernimmt die Stadtführungen.
Gesammelte Werke: Helmut Lüder mit dem Sammelband seiner Beiträge für „Rund um den Hausberg“.
Gesammelte Werke: Helmut Lüder mit dem Sammelband seiner Beiträge für „Rund um den Hausberg“.
Doris Schmid hält ihre kleine Rede für den „Chef“…
Doris Schmid hält ihre kleine Rede für den „Chef“…
…und übergibt das kleine Abschiedsgeschenk.
…und übergibt das kleine Abschiedsgeschenk.

Eigentlich wollte Helmut Lüder ja nur mal eben im Ritscherhaus nach der Post schauen – so wie seit Jahren als Leiter des Stadtarchivs. Aber statt eines schnöden Stapels Briefe im Entrée erwartete ihn am Dienstag (29.11.2016) im mit warmem Kaffeehausduft gefüllten Obergeschoss die versammelte Mannschaft der Archivgemeinschaft Bad Lauterberg. Vorbereitet hatte sie einen veritablen Sektempfang und eine richtig festlich gedeckte Kaffeetafel. Bevor Lüder sein Amt Ende 2016 nach elf Jahren abgibt, wollte die Crew ihren Kapitänleutnant würdig verabschieden – und das sollte nicht im Adventstrubel oder gar den Weihnachtsferien untergehen. Überraschung geglückt.

Was Helmut Lüders Abschied für die Stadt, ihr Archiv, das Heimatmuseum und den „Kaleu“ selbst bedeutet, hatte Doris Schmid von der Archivgemeinschaft in einer kleinen, von ihren Kolleginnen und Kollegen gelobten Rede perfekt zusammengefasst:

 

Ungezählte Stunden, Tage und Antworten auf Fragen

„Seit 1995 ist die Archivgemeinschaft Ihre neue Lebensaufgabe geworden und Sie gingen mit dem Sachverstand und Ihrem Organisationstalent, die Sie sich in Ihren Jahren als Kapitänleutnant mit verschiedenen Aufgaben in der Führungsebene der Marine erworben hatten, an die Aufgabe, das etwas verstaubte, wenig aufgeräumte und in der EDV, sprich auf einem Computer, nicht vorhandene Archiv auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen.

Wie viele Stunden, wie viele Tage Sie hiermit verbrachten, kann Ihre Gattin sicher besser beurteilen. Wie viele Stunden am Computer, im Gespräch mit der Verwaltung, im Kampf um Unterstützung anfielen, nachdem Sie 2005 die Leitung des Archivs übernommen hatten, werden Sie nicht gezählt haben. Wie viele Aufgaben Sie übernommen haben – Stadtführungen, Stammtisch, Kontrolle und Neueinsortieren der Archivalien, Leitung des Heimatmuseums seit 2009 – wird Ihnen erst klar werden, wenn diese alle wegfallen. Wie viele Stunden Sie mit Ihren Kolleginnen und Kollegen der Archivgemeinschaft verbracht haben im Gespräch über Lauterberger Geschichten, auf Spurensuche nach Menschen, beim Blättern in alten Akten und mit deren Übersetzung in die heutige Schreibschrift, kann nicht nachvollzogen werden. Wie viele Fragen Sie uns in der Archivgemeinschaft oder den Damen des Museums sowie auf Führungen zum Beispiel für Klassentreffen und Schülergruppen beantwortet haben – es werden „Legionen“ sein. Wie oft Sie für die Ahnenforschung im Kirchenbüro oder auf dem Standesamt nachgefragt, den Fragestellern Ihre Erkenntnisse in E-Mail oder Brief mitgeteilt haben, auch das kann nicht gezählt werden.

Was aber gezählt werden kann: Ihr Wissen und Ihr Wunsch, dieses zu teilen, Ihre Geduld und Ihre Freundlichkeit in jeder Situation. Unsere Gewissheit, jederzeit von Ihnen eine gute Antwort zu bekommen sowie Unterstützung und Hinweise, aber auch den einen oder anderen Ruf zu mehr Disziplin und gründlichem Erforschen und Nachgehen von anderen Anhaltspunkten.

Dafür möchten wir Ihnen heute danken und hoffen, dass wir Sie doch den einen oder anderen Dienstag wieder in unserer Runde sehen werden.“

  

„Ohne Kollegen hätte das nicht funktioniert“

Wie viele Seiten Helmut Lüders Beiträge zur Heimatbeilage „Rund um den Hausberg“ im Bad Lauterberg Journal einnehmen, auch das hat sein Team nicht gezählt. Das kann er jetzt aber gerne selbst tun, denn als kleine Erinnerung bekam er sie quasi als Sammelband in einem stilvoll gebundenen Buch geschenkt.

Bürgermeister Dr. Thomas Gans war bei diesem Überraschungstermin übrigens nicht dabei. Die Stadt hatte nämlich schon für die Vorwoche eine eigene kleine Feierstunde für Helmut Lüder organisiert als Dank und Anerkennung für dessen langjährige Ausübung des Ehrenamtes.

Helmut Lüder dankte seinerseits seinen Mitstreitern von der Archivgemeinschaft: „Ohne Kollegen hätte das nicht funktioniert.“ Ihr Vertrauen und ihre Unterstützung seien unverzichtbar. „Ich hoffe, dass Sie diese auch meinen Nachfolgerinnen wie gewohnt entgegenbringen.“

 

Gleich zwei Nachfolgerinnen

Tatsächlich hat Lüder gleich zwei Nachfolgerinnen, die sich die umfangreiche Arbeit im Ritscherhaus nun teilen: Irmtraud Brille leitet ab Januar Archivgemeinschaft und Stadtarchiv, Sabine Henkel wird Leiterin des Heimatmuseums. Sozusagen den Außendienst tritt Rupert Baltzer an – er übernimmt künftig die Stadtführungen.

Für Irmtraud Brille ist es fast ein Sprung ins kalte Wasser – sie ist überhaupt erst seit Ende September bei der Archivgemeinschaft dabei. „Für mich ist das alles noch ganz neu“, sagt sie. Entsprechend hat sie als designierte Leiterin erst einmal ein Ziel: Sich ordentlich einzuarbeiten.

Sabine Henkel dagegen ist schon so etwas wie ein alter Hase im Heimatmuseum. Sie gehört seit Jahren zum Museumsteam und hat bereits bei so mancher Ausstellung mit Hand angelegt. Als kleinen Einstand hat die künftige Museumsleiterin eine Ausstellung mit Herbst-/Winter-Impressionen zusammengestellt, die ab sofort zu den regulären Öffnungszeiten besichtigt werden kann.

 

Fotos:
oben (3) Boris Janssen
unten Margret Freund-Breuer


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