Geschrieben von Boris Janssen am 20. Januar 2017
Alle Jahre wieder…
…kommt der große Terz um den Winterdienst


Da ist in der letzten Woche nun wirklich eine ordentliche Ladung heruntergekommen – so viel Schnee auf einmal war schon lange nicht. Und während manche nur milde über die Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes schmunzeln konnten – „Schnee? Im Winter??? Höhö.“ – stöhnten andere nach auf dem Trottoir getaner Bürgerpflicht über schwielige Schipphände und schlimmen Rücken oder aber, ein All-Time-Klassiker, über die Frage, warum sie eigentlich Winterdienstgebühren zahlen, wenn sie doch „noch nie“ eines entsprechenden Fahrzeugs in ihrer Straße ansichtig geworden sind.
Tatsächlich haben wir nun nach einigen Tagen des Immer-Wieder-Plattfahrens und strengen Dauerfrosts in einigen Straßen den, ja, Eisberg-Salat. Da schlittert‘s sich besorgniserregend in gruseligen Spurrinnen. Kommt dann doch noch der Räumdienst vorbei – und ja, es gibt sogar Straßen, da war er von Anfang an gut dabei – können sich die Leute hinterher theoretisch über enge, aber freie Straßen freuen, doch ach, praktisch ist ihr Auto dann von den rücksichtlosen Schergen glatt zugeschoben worden. Als wenn ein Bauhoffahrzeug den Schnee wegzaubern könnte.
Und dann gibt es noch die Nasen, die sich besser an die eigene packen sollten, die, weil ja die Stadt auf der Straße einfach nicht vorbeikommt, den Bürgersteig vor der Tür eben auch nicht bearbeiten. Eine ehrlich gesagt ziemlich dämliche Einstellung, die noch nicht einmal vor einigen Geschäftsleuten auf dem Boulevard haltzumachen scheint.
Da kann man sich im Nachhinein nur fragen: Wie haben das die Bad Lauterberger eigentlich vor ziemlich genau 30 Jahren gemacht, als sich im Januar 1987 der „Große Schnee“ tatsächlich meterhoch türmte? Oder haben sie da die Unbilden einfach stoischer hingenommen? Weil, es war ja Winter.
B 243 n für Abtransport des Schnees gesperrt
Nun, inzwischen haben die Behörden den Kampf gegen die weißen Massen ja intensiviert. Der städtische Bauhof rückt mit Unterstützung der Privatwirtschaft dem Schnee zu Leibe und fräst sich durch die gefrorenen Berge im Stadtgebiet.
Auf der B 243 n wird das für die zuständige Straßenmeisterei Herzberg sogar eine größere Aktion: Um den Schnee von den Brücken abzutransportieren, wurde und wird die Umgehungsstraße in Richtung Nordhausen zwischen der Abfahrt Zoll und dem Steinaer Kreisel an der Branntweinseiche vollgesperrt. Den ersten Abschnitt zwischen Zoll und Winkeltal habe man bereits erledigt, erklärt Dieter Heise von der Straßenmeisterei. Der zweite Abschnitt vom Winkeltal bis zum Kreisel soll Montag und Dienstag (23./24.01.2017) in Angriff genommen werden. Während der Arbeiten wird der Verkehr in Richtung Nordhausen also wieder durch die Dörfer fließen.
Loipenöffnung wegen Sturmfolgen verschoben
Aber auch ein Winterdienst der anderen Art hat am Wochenende nicht für Begeisterung gesorgt: Touristen und andere Skisportfreunde beklagten den schlechten Zustand der Loipen – ausgerechnet am ersten richtigen Winterwochenende. Schuld waren die Sturmböen, die ja im Übrigen auch wesentlicher Bestandteil der Unwetterwarnungen waren: „Bedingt durch Schneeverwehungen und umgestürzte Bäume war ein Spuren der Loipen vom Stöberhai in Richtung Bad Lauterberg bislang nicht möglich“, erklärt Frank Hartmann, Leiter des Stadtmarketings. Aber er macht Hoffnung für das nächste Wochenende: „Die Crew des WSV Wieda, die unter anderem die Loipen für Bad Lauterberg spurt, hat sich nun auch bis Bad Lauterberg ,vorgekämpft‘.“
Folgende Loipen können jetzt genutzt werden:
- Verbindungsloipe vom Dietrichstal Richtung Stöberhai zur Südharzloipe und Anschluss an das Oberharzer Loipennetz.
- Verbindungsloipe vom Dietrichstal zum Kirchberg (Bremer Ruh)
Die Scholbenrundloipe ist noch nicht passierbar. Diese soll aber voraussichtlich noch im Laufe des Freitags (20.01.2017) freigeschnitten und gespurt werden.
Aktuelle Infos über den Loipenstatus gibt es auf den Internetseiten www.wintersport.harzinfo.de (externer Link) und www.schneenews.de (externer Link).