Geschrieben von ski am 01. August 2017
Sämtliche Verbotsschilder ignoriert und dann mächtig verkeilt
Warum man sich nicht auf das Navi verlassen sollte...



Bekanntlich ist die B243 neu derzeit von Lauterberg Richtung Nordhausen zum Zweck der Sanierung der Winkeltalbrücke voll gesperrt. Die Sperrung ist auch weithin ausgeschildert, und erfolgte den Vorschriften gemäß, wie die Polizei erklärt. Dennoch schaffte es ein polnischer Lkw-Fahrer, sämtliche Verbotsschilder zu ignorieren und am späten Dienstagvormittag über den Anschluss Butterberg auf die gesperrte Bundesstraße aufzufahren. Dumm nur, dass nach wenigen Hundert Metern bei der Baustelle absolut kein Weiterkommen war. Da versuchte der Fahrer ein Wendemanöver. Einfach auf den beiden Spuren um 180 Grad drehen – das müsste doch zu machen sein? Doch sein Auflieger erwies sich als zu lang. Es gelang dem Fahrer, sein Fahrzeug komplett zwischen den Begrenzungsmauern zu verkeilen – und nun gab es kein Vor und kein Zurück mehr. Bei seinen Manövrierversuchen wurden sowohl die Begrenzungsmauern, als auch die Zugmaschine und der Auflieger beschädigt.
Die Bad Lauterberger Polizei, das Bundesamt für Güterverkehr und die Straßenmeisterei beratschlagten vor Ort, wie der Auflieger geborgen werden kann. Auch der Einsatz eines Krans wurde erwogen. Letztlich konnte das Problem jedoch so gelöst werden, dass der Fahrer mit seiner Zugmaschine von der Gegenfahrbahn aus den Auflieger wieder etwas geraderückte. Danach konnte er geradegezogen werden und rückwärts die Bundesstraße verlassen.
Dass er überhaupt auf die gesperrte Straße aufgefahren war, erklärte der Fahrer so: „Navigatie“ - er war also dem Navi gefolgt. Die Beamten vor Ort konnten angesichts der deutlichen Beschilderung allerdings nur mit dem Kopf schütteln.
„Es ist niemandem etwas passiert, das ist das Wichtigste“, sagt Polizeihauptkommissar Gerhard Bode dazu. Doch, da sind sich die Beamten einig, es wird wohl nicht der letzte Auto- oder Lkw-Fahrer gewesen sein, der die Beschilderung einfach ignoriert. „Ich hatte schon so etwas befürchtet“, so Bode.
Vor allem nachts kann so etwas sehr gefährlich sein. Dass man sich überhaupt mit einem Lkw an der Sperrung vorbeimogeln kann, liegt daran, dass die Versorgung der Baustelle mit Materialanlieferungen über diesen Weg erfolgt. Noch während die Bergung des polnischen Lkw beratschlagt wurde, kam den Beamten übrigens schon der nächste Lkw entgegen, der sämtliche Verbotsschilder ignoriert hatte. Er musste den Weg rückwärts zurücklegen.