Geschrieben von ski am 23. September 2017
Mode, Morde, Musik
Der Barbiser Tom Zinram wurde zum ersten Showtalk-Botschafter ernannt








„Aperol Spritz? Das knallt ganz schön!“ stellte Moderator André Holst am Donnerstag (21.09.2017) zum Auftakt des Showtalk gleich mal fachmännisch fest. Und auch sonst war es ein launiger Charity-Abend, auch wenn sich Stargast Anouschka Renzi entschuldigen ließ. Dafür gab es viel Musik, unter anderem mit Schlagersänger Justin Winter, der aus der ARD-Show „Immer wieder sonntags“ bekannt ist. „Bei der ersten Liveshow, da machte mein Herz eine Achterbahnfahrt“, bekannte er. Der Schlagersänger heißt zwar Winter, sang aber seinen Titel „Das wird ein Sommer zum verlieben“. Er sei übrigens die männliche Antwort auf Marilyn Monroe, so befand zumindest André Holst. Justin Winter, der hauptberuflich bei einer Firma für Tiefkühlkost arbeitet, versprach Holst im Gegenzug für dieses Kompliment, beim nächsten Mal Fischstäbchen mitzubringen.
Schauspielerin und Autorin Ivonne de Bark, bekannt aus „Unter uns“, „Küstenwache“, „Ein Fall für Zwei“ etc., machte gleich schlechte Erfahrungen im Harz: „Ich bin an der Ampel geblitzt worden.“ Holst tröstete: „Ich wurde schon dreimal in Seesen geblitzt“. Sie verriet das Geheimnis, wie sie bei der „Shopping-Queen“-Sendung gewann, wollte das Promi-Dinner aber lieber nicht erwähnt wissen. Dabei hatte sie doch erklärt: „Ich kann super kochen!“ „Was kannst du dabei am besten?“ „Essen!“. Aber vor allem ist de Bark nicht nur Schauspielerin, sondern auch Autorin. Sie fand ermutigende Worte, für alle, die selbst schreiben: „Es ist eine Scheißarbeit, Bücher zu schreiben, aber es ist ein tolles Gefühl, wenn man etwas geschrieben hat – das ist es alles wert.“ Hoffentlich stimmt das auch, denn schon im nächsten Satz erklärte sie: „Ich kenne keinen Autor, der nicht trinkt.“ Ihr neuestes Buch heißt: „111 Gründe, einen Mord zu begehen“. Und da sie versprach, wieder nach Bad Lauterberg zu kommen und die Geschichte vom Mord an der Schwiegermutter zu lesen, lud Christian Dolle vom Mordsharz-Organisationsteam sie gleich kurzerhand ein, beim nächsten Mordsharz-Krimifestival dabei zu sein.
Newcomer Matthias Eike aus Bad Oldesloe überzeugte als Schlagersänger, aber auch, und vielleicht noch mehr, mit einer Rockballade. Er kam über das Karaoke zum Singen und bekannte: „Man muss Spaß an der Sache haben, dann traut man sich auch, vor Leuten zu singen.“
Der Berliner Modeschöpfer Marco Scaiano hatte Model Felix mitgebracht, um seine Kreationen vorzuführen. Ein zweites Model wurde gleich an Ort und Stelle rekrutiert: Azubi Joey bewies, dass er nicht nur hinter der Rezeption des Vital-Resort Mühl eine gute Figur macht, sondern auch mit der Unisexmode von Scaiano. Auch wenn André Holst sich zur häuslichen Jogginghose bekannte: „Außer Haus ist das ein No-Go“, so Scaiano. Er zeigt seine erste Show auf der Alternative Fashion Week in Berlin. Bislang verkauft er die meisten Sachen in England: „Die Männer dort geben wesentlich mehr für Mode aus“.
Dann folgte ein ganz besonderer Moment: der Barbiser Tom Zinram wurde zum ersten Showtalk-Botschafter ernannt. Dazu begab sich Rolf Schaper von „Children of Paradise“ ans eigens aufgestellte Rednerpult: „Ich komme mir vor wie Angela Merkel“. Der Showtalk läuft nun im 22. Jahr, seit fünf Jahren gibt es ihn auch in Bad Lauterberg. Viele Projekte und Initiativen konnten durch den Showtalk in ganz Deutschland gefördert werden.
Tom Zinram engagiert sich für den Showtalk und arbeitet an seinem eigenen Projekt: Das kreative Erleben von Geschichten und Märchen in Lese-, Erzähl-, oder Theaterform an Kinder und Jugendliche heranzutragen um anschließend mit ihnen über "Sinn und Unsinn" des erlebten spielerisch und angeregt zu diskutieren. Ergänzt wird das Konzept durch spannende Lesungen beliebter Krimiautoren, wodurch auch Jugendliche und junge Erwachsene angesprochen werden. Überreicht wurde die Ernennungsurkunde zum ersten Showtalk-Botschafter von Bürgermeister Dr. Thomas Gans: „Ich bin froh und stolz, dass Tom einer von uns ist und aus Lauterberg kommt.“
Tom Zinram, bei dem im Kindesalter Asperger-Autismus diagnostiziert wurde, erklärte: „Vor einem Jahr hätte ich das nicht gedacht, dass ich mal vor so einem großen Publikum spreche“. Er bedankte sich bei seinem Therapieteam, aber vor allem bei seiner Familie für die Unterstützung, die ihn so weit gebracht hat.
André Holst erklärte, er denke selbst darüber nach, nach Bad Lauterberg zu ziehen. Das hörte natürlich der Bürgermeister gern, mit dem er sich über die bundesdeutsche Politik, Wahlprognosen, Donald Trump und Gerhard Schröder unterhielt.
Volker Schlag am Piano berührte schließlich das Publikum mit seinem Lied „Schläfst du schon oder weinst du noch“. Auch wenn es nicht nur den Zuhörern, sondern auch ihm die Kehle zuschnürte - „Dafür mache ich Musik, diese Geschichte musste einfach raus“.
Ein Wermutstropfen zum Schluss des Showtalks: das versprochene Flying Buffet blieb leider aus – nicht nur zum Bedauern der Zuschauer, sondern auch zum Verdruss von Holst. Bleibt die Hoffnung aufs nächste Mal: der Weihnachtsshowtalk wird am 7. Dezember im Vital Resort Mühl stattfinden.