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Geschrieben von Peter Bischof am 31. Januar 2018
Aktuell

Grafenforst verkauft Holz nach China

Die Herzberger Forstgenossenschaft schlägt aufgrund schlechter Preise weniger Holz

Die Wälder des Grafenforstes vom Papendiek aus gesehen. (Fotos: Grafenforst)
Die Wälder des Grafenforstes vom Papendiek aus gesehen. (Fotos: Grafenforst)
Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr hat die Genossenschaft hauptsächlich Fichtenholz schlagen lassen.
Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr hat die Genossenschaft hauptsächlich Fichtenholz schlagen lassen.
Sturmschäden im Grafenforst-Wald am Heseberg.
Sturmschäden im Grafenforst-Wald am Heseberg.

Die Genossen des Herzberger Grafenforstes können auf ein ruhiges Wirtschaftsjahr 2017 zurückblicken. „Wir sind in diesem Zeitraum von größeren Sturmschäden verschont worden“, so der Vorsitzende Bernd Wehmeyer. Lediglich dem Orkan „Herwart“ seien Ende Oktober rund 700 Festmeter, meist Fichten, zum Opfer gefallen.

Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr, 1. Oktober 2016 bis 30. September 2017, habe man zudem weniger Holz verkauft, da keine entsprechenden Preise zu erzielen waren. Deshalb seien die Einnahmen aus den Holzverkäufen gegenüber dem vorhergehenden Wirtschaftsjahr um über 100.000 Euro auf 179.000 Euro gesunken. Insgesamt machte die Genossenschaft einen Verlust von 3.500 Euro. Dennoch wurden pro Forstanteil je 100 Euro an die Mitglieder ausgezahlt. „Die Auszahlung konnte erfolgen“, so Bernd Wehmeyer, „weil wir im laufenden Wirtschaftsjahr wieder mehr Holz schlagen und verkaufen wollen.“

 

Schwieriger Holzeinschlag

Es sind fast romantisch klingende Namen: Große Grindelke, Steile Wand, Eichelkopf, Jägerfleck. Doch der Holzeinschlag gestaltet sich an diesen meist steilen Hängen des Grafenforstes stets schwierig. Besonders erfreulich ist deshalb, dass das Jahr erneut ohne Unfall beendet werden konnte. Dies sei vor allem der Erfahrung und der „hervorragenden Fälltechnik“ der Forstarbeiter zu verdanken, so Forstamtsmann Joachim Säger.

Insgesamt habe man im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 3.820 Festmeter Holz eingeschlagen, davon 2.750 Festmeter Fichte und 1.070 Festmeter Buche, so Säger weiter. Das waren rund 900 Festmeter weniger als im Jahr zuvor. Was aber auch den Vorteil hatte, dass großflächige Durchforstungsarbeiten vorgenommen werden konnten.

Der Bucheneinschlag, vor allem aus dem Gebiet der Großen Grindelke, soll für den Export nach China bereitgestellt werden. „Aufgrund der dort guten Verkaufserlöse“, so Bernd Wehmeyer.

 

Zwei Drückjagden

Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr wurden im Gebiet des Grafenforstes zwei Drückjagden durchgeführt. Dabei wurden 18 Stück Rotwild, 22 Stück Schwarzwild und 16 Stück Rehwild geschossen. Dazu kamen noch sechs Füchse und acht Waschbären, berichtete der Jagdpächter Gunnar Faaborg. Der Däne hat seit neun Jahren die Jagd von der Genossenschaft gepachtet. Er ist zurzeit unzufrieden mit dem Jagdverhalten in den Nachbarrevieren, also in den Landesforsten und im Nationalpark. Dort werde zu viel Rotwild geschossen. Was wohl dazu führt, dass das Abschuss-Soll des Grafenforstes beim Rotwild nicht erfüllt werden konnte. Es hätten noch zehn Stück Rotwild geschossen werden müssen, so Bernd Wehmeyer.

Vermutlich werden die Hirsche der Grafenforst demzufolge in den Nachbarwäldern geschossen, was sich aber nicht belegen lässt. Am Abschussverhalten im Nationalpark gibt es allerdings häufig Kritik, nicht nur aus dem Grafenforst. Der Nationalpark argumentiert, dass junge Bäume und Triebe vor Verbiss geschützt werden müssten. Die Kritiker fragen, warum man den Wald vor Hirschen schützen müsse, aber gleichzeitig den Borkenkäfer gewähren lasse? Warum dürfe das Rotwild nicht, was der Käfer dürfe.

 

Pachtvertrag läuft aus

Der Pachtvertrag mit Gunnar Faaborg läuft am 31. März 2019 aus. Was die Zukunft bringe, wisse er noch nicht, so der Pächter. „Wenn man aus Dänemark hierherkommt, möchte man auch Rotwild schießen“, drückte Faaborg noch einmal seine Unzufriedenheit mit der momentanen Situation aus.

Falls der Däne den Pachtvertrag nicht verlängert, muss die Genossenschaft einen neuen Pächter suchen. Es habe sich einmalig ein Interessent gemeldet, so Bernd Wehmeyer, aber danach habe sich weiter nichts getan. Auf jeden Fall ist der Vorstand von der Mitgliederversammlung im Dezember ermächtigt worden, die Jagd zum 1. April 2019 „so gut wie möglich“ zu verpachten.


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