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Geschrieben von Karl Heinz Bleß am 22. Juni 2013
Aktuell

Lothar Leifheit wird 80 Jahre alt

Kaufmann, Industriegeschäftsführer, Sozialdemokrat und Vereinsmitglied

Lothar Leifheit
Lothar Leifheit

Er passt in kein gängiges Klischee, war viele Jahre Geschäftsführer eines der damals größten Industrieunternehmen im Kreis, der Deutschen Baryt-Industrie, gleichzeitig engagierter Sozialdemokrat mit persönlichen Freunden in anderen Parteien, wohnt nach wie vor im Dorf Bartolfelde und hat den Blick für Menschen, die seine Hilfe benötigen, nicht verloren. Am Sonntag (23.06.2013) wird Lothar Leifheit 80 Jahre alt. Dann feiert er außerorts mit seiner Familie, ist am Montag aber wieder zu Hause.

 

Aus armen Verhältnissen hochgearbeitet  und dabei „Bodenhaftung“ behalten

Wo soll man anfangen, diesen mit den Jahren gereiften Mann zu beschreiben, der aus armen Verhältnissen kommt. Sein Vater, Bergmann, musste aus gesundheitlichen Gründen schon mit 35 Jahren in Rente gehen, als das neu gebaute Haus noch längst nicht abbezahlt war. Trotzdem durfte Lothar Leifheit zur Mittelschule, für die Schulgeld zu zahlen war. Es schloss sich 1946 eine Lehre als Industriekaufmann bei der DBI an. Dort arbeitete er sich zum Geschäftsführer hoch. Dabei hatte er keine leichte Aufgabe, denn dreimal verstand er es, die von den Gesellschaftern beschlossene Schließung des Betriebes zu verhindern. Allerdings ging das nur, indem er den Personalbestand drastisch herunterfuhr. „Das haben mir einige Familien bis heute nicht verziehen“, weiß der Jubilar. Trotzdem steht er zu seinen Entscheidungen.

1961 trat der Bartolfelder in die SPD ein. Und das aus voller Überzeugung. Dabei spielte die Erfahrung, dass Menschen im Dorf seiner Familie immer geholfen haben, wenn es schwierig wurde, eine wichtige Rolle. Sofort kam er in den Gemeinderat und war von 1968 bis 1972 Bürgermeister und Gemeindedirektor in Personalunion. Nach der Gebietsreform 1972 war er bis 1986 Mitglied des Stadtrates, fünf Jahre davon als Fraktionsvorsitzender. Mit einem Jahr Pause war er außerdem von 1972 bis 2006 für die SPD im Kreistag, die letzten 15 Jahre als Fraktionsvorsitzender. Die Zeit als SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzender hallt bis heute nach, denn sein klarer, verlässlicher und zielstrebiger Stil ist legendär geworden.

Die Mitgliedschaft in vielen Vereinen hat zur „Bodenhaftung“ Lothar Leifheits beigetragen. Er kennt jeden im Dorf und könnte eine Geschichte zur Familie erzählen: Bei 64 Jahren aktiver Mitgliedschaft bei Tuspo-Südring, 63 Jahren im MGV „Eintracht“ Bartolfelde, 55 Jahren Schützenverein, 38 Jahren Harzklub, 16 Jahren Sozialverband Bartolfelde und 12 Jahren aktiver Mitgliedschaft bei den Plattdütsche Barrefelscher ist das kein Wunder. Da könnte man die 30-jährige ehrenamtliche Tätigkeit beim Abwasserverband Großraum Bad Lauterberg fast übersehen.

 

Drei lange Abende bei einer Kanne Tee

Doch das ist noch nicht alles. Eine andere Facette des inzwischen 80-Jährigen ist seine Tätigkeit im Kuratorium der Gemeinnützigen Stiftung für Diabetes-Therapie in Bad Lauterberg, dem Träger des Diabeteszentrums. Drei lange Abende mit jeweils einer Kanne Tee beim Notar Walter Weber waren nötig, um Leifheit davon zu überzeugen, diese Aufgabe 1978 auch noch zu übernehmen, erzählt er immer gern. Diese Aufgabe wurde ihm so wichtig, dass er 1984 den Vorsitz im Kuratorium übernahm und bis heute innehat. Und wer sich vorstellt, dass er das so nebenbei erledigt, kennt Lothar Leifheit nicht. Fast jeden Tag ist er in der Klinik, bekommt seine Unterschriftenmappe vorgelegt, kennt alle Protokolle, kontrolliert – ganz der Kaufmann – die Zahlen und ist bei wichtigen Personalentscheidungen beteiligt. Als „Dienst an den Beschäftigen“ nennt er einen Grund und Motivation, auch mit 80 Jahren noch jeden Tag diese Arbeit auf sich zu nehmen. „Ich will dafür sorgen, dass die Klinik auch in Zukunft besteht“, fügt er hinzu. „Und es muss mir Spaß machen.“

In allen Bereichen seines Wirkens ist Lothar Leifheit bis heute eins immer wichtig gewesen: „Wenn Unstimmigkeiten auftreten, muss man sie lösen, bevor sie sich auswachsen.“ Vielleicht ist das eins der Geheimnisse, die neben seinem exzellenten Fachwissen dazu geführt haben, dass er sich bei vielen Menschen Respekt und Vertrauen erworben hat.


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