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Geschrieben von Boris Janssen am 23. Juni 2013
Aktuell

Vom Festhalten und Loslassen

Sommerfest der Grundschule Bartolfelde: Neues Graffito an der Schulfassade präsentiert

Wünsche für die Zukunft
Wünsche für die Zukunft
Die neue Fassade
Die neue Fassade
Alexander Schäder (hinten) bemalte die Torwand zusammen mit den Schülern…
Alexander Schäder (hinten) bemalte die Torwand zusammen mit den Schülern…
…und die gaben sich große Mühe.
…und die gaben sich große Mühe.
Minigolf kann auch zum Teamsport werden
Minigolf kann auch zum Teamsport werden
Treffer!
Treffer!

Eines ist mal klar: Die Bartolfelder und Osterhagener halten an ihrer kleinen Grundschule fest. Und zuweilen halten sie sehr gern mit ihr ein Fest. Am Freitag (21.06.2013) zum Beispiel füllte sich der Schulhof einmal mehr nicht nur mit Schülern, Lehrern und Eltern, sondern mit Gästen aus der ganzen Stadt. Es wurde ein fröhliches Sommerfest mit viel Programm und Spaß. Die einen enterten die große Hüpfburg, die anderen probierten Minigolf oder Riesenmikado aus. Manche verknoteten sich beim Twister sämtliche Gliedmaßen oder übten das Zielschießen mit der Wasserpistole.

Und dann gab es da noch etwas buchstäblich Großes zu feiern: die neue Fassade. Der Graffiti-Künstler Alexander Schäder von der Osteroder Gruppe „Los Paintos Locos“ hat sie neu gestaltet und mit einem knallbunten Graffito besprayt. Acht Tage hat das Sprühen gedauert – schon die überdimensionale Hand hat einen Tag gekostet. Die schiere Dimension des Bildes war denn auch die größte Herausforderung für Schäder: „Das Schwierigste ist es, das so hinzubekommen, dass es auch auf der Größe wirkt.“ Und dass am Ende alles passt, denn einfach durchzeichnen war ja nicht. Allein der Arm erstreckt sich über zwei bis drei Gerüst-Etagen – da war ständiges Umziehen angesagt, und regelmäßig ein persönlicher Blick von unten.

Schon 2010 war Alexander Schäder an der Grundschule zu Gast, als eine Projektwoche mit den „Los Paintos Locos“ stattfand. Damals bekam das Gebäude bereits ein erstes Graffito. Weil das aber durch ein neues Vordach größtenteils überdeckt wurde, musste ein neues Bild her. Der Eltern- und Förderverein engagierte Schäder ein weiteres Mal. Die Eltern zahlten nicht nur seinen Einsatz, sie hatten auch die Vorarbeiten übernommen – das Aufbauen des Gerüstes und den Grundanstrich.

Natürlich kam der Künstler gerne zur offiziellen Präsentation des Werkes auf dem Sommerfest. Und er brachte viele Spraydosen mit. Schließlich konnte auch die Torwand ein neues Gemälde vertragen. Das sprühte Alexander Schäder zusammen mit den Schülern – nach zwei Stunden erstrahlte die Holzwand in neuen Farben.

Ein bisschen ging es an diesem Nachmittag dann aber doch auch ums Loslassen. Die Kinder aus der vierten Klasse feierten ihren Abschied. Als kleines Dankeschön für ihre Lehrer und Betreuer hatten sie sich eine Überraschung ausgedacht: Sie boten eine kleine Tanzeinlage, die sie ganz alleine einstudiert hatten und mit der sie die damit Bedachten doch einigermaßen rührten. Gegen Ende des Festes ließen die scheidenden Grundschüler dann selbst los: Luftballons, die sie mit ihren ganz persönlichen Wünschen für die Zukunft versehen hatten. Die Ballons schwebten in den Himmel am Graffito vorbei. Das wird nun hoffentlich etwas länger halten. Und viele werden sich wünschen, dass das auch für den Schriftzug „Grundschule Bartolfelde“ gilt.

  

  

Bedeutung des neuen Graffito des Künstlers Alexander Schäder

Die Dreiecke stehen metaphorisch für die Schüler der Grundschule Bartolfelde. So verschieden die Dreiecke, so unterschiedlich auch die Schüler; nämlich in Größe, Form und Farbe. Manche kommen, andere gehen. Im Kern bilden sie zusammen eine Einheit, wie ein Netz, welches wiederum zusammenhält und Stärke symbolisiert. Genau dieses spiegelt auch das Schulleitbild wieder: „Ich lerne für mich – am besten zusammen mit Euch!“

Insgesamt ergeben die Dreiecke etwas völlig Neues und eröffnen durch ihr Zusammenspiel neue Perspektiven (3D-Darstellung). Das soll verdeutlichen, dass manchmal das Weniger ein Mehr sein kann und sogar etwas Besseres ergeben kann. Wir müssen nicht die Besten sein – aber unser Bestes geben!

Der Luftballon repräsentiert Hoffnung, Aufstieg, manchmal auch Freiheit. In der Graffito-Darstellung wird er von einer Hand gehalten, die auf den Ballon aufpasst, ihn „behütet“, so wie auch die Schule die Kinder behütet und auf sie aufpasst, bis der Zeitpunkt gekommen ist, sie los- und „fliegen zu lassen“.


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Bild der Woche