Geschrieben von Tom Zinram am 24. Juli 2018
Mit dem Rad durch die Region
Der Barbiser Tom Zinram zeigt, wie man als Harzer auch ohne Auto und Zug Stadtfeeling erleben kann – ein persönlicher Tourbericht








Menschen, die bereits eine Radtour durch den Harz oder durch das Harzumland gemacht haben, wissen, wie anstrengend sich diese an einigen Stellen erweisen kann. Im Gegenzug ist die Landschaft aber sehr reizvoll und jeder einzelne Kilometer erzählt seine eigene Geschichte. Diese Erfahrung habe auch ich bei meiner letzten geplanten Radtour gemacht. Ich bin Tom Zinram, Abiturient aus Barbis.
Tour mit Hindernissen und Höhepunkten
Meine Tour am Montag (09.07.2018) begann ich schon in den Morgenstunden, wobei mir die Vorfreude aus dem Bett verhalf. Sie startete in Barbis und führte bis ins benachbarte Thüringen. Schon am Anfang warteten die ersten Hindernisse und Höhepunkte, in diesem Fall im wahrsten Sinne des Wortes, die bewundert und überwunden werden mussten. Denn kurz vor Bad Sachsa galt es, einen Berg zu bezwingen, der eine gewisse Kondition forderte.
Als er überwunden war, führte die Strecke weiter durch die malerische Innenstadt von Bad Sachsa, um im Anschluss das benachbarte Neuhof zu durchqueren. Den darauf folgenden Orten wie Obersachswerfen hatte ich zuvor keine wirkliche Beachtung geschenkt, doch einige der Einwohner haben durch ihre Freundlichkeit nun einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Wie nah Land und Stadt beieinander liegen
Der weitere Verlauf der Tour lief wie geschmiert und drei Stunden nach der Abfahrt erreichte ich mit meinem doch schon sehr heruntergekommenen Fahrrad die Stadt Nordhausen. Es war sehr beeindruckend, wie schnell sich entlang des Weges Infrastruktur, Umgebung und Geschäfte verändern können – an diesem Punkt wird klar, wie nah eigentlich die ländliche Region und die Stadtregionen beieinander liegen. Natürlich durfte eine Tour durch die Stadt nicht fehlen, ich konnte sie dabei einmal durch ganz andere Augen wahrnehmen.
Nach einem kleinen Snack ging es weiter Richtung Bielen an den Kiesgewässern vorbei bis hin nach Sundhausen. So bekam ich an diesem Tag die unterschiedlichsten Umgebungen zu Gesicht, wobei eine Runde Schwimmen im Möwensee bei Sundhausen einfach dazugehören musste.
85 Kilometer Landschaft, Dörfer und Stadtfeeling
Kurz vor 16 Uhr musste ich dann nun endgültig die Heimfahrt antreten, da ich am Abend noch zu meinem Job musste. Die Rücktour stellte sich als ein wenig kompliziert dar, weil die angesammelten Kräfte so langsam verloren gingen und mir die Zeit im Nacken saß. Zwischendurch talkte ich noch mit einem Busfahrer über meine Ziele: Ich möchte mit solch einer Tour zeigen, dass man auch ohne Führerschein oder Zugticket in einer ländlichen Region Städte erreichen kann, in denen es etwas zu erleben gibt. Klar, denkt man zwischendurch auch ans Aufgeben, aber umso stolzer ist man letztendlich, wenn man seinen Startpunkt am Abend wieder erreicht und auf seinem Handy die gefahrenen Kilometer sieht.
In diesem Fall waren es knapp 85 Kilometer, die Landschaft, Bademöglichkeiten, Dörfer Stadtfeeling, Aussichtspunkte und zwei Bundesländer – Niedersachsen und Thüringen – umfassten. Der Muskelkater hat sich auf jeden Fall gelohnt!