Geschrieben von Christian Dolle (Kirchenkreis Harzer Land) am 04. September 2018
Führerschein weg – was nun?
Fachstelle für Sucht und Suchtprävention bietet MPU-Vorbereitungskurse an

Alkohol oder Drogen am Steuer, das ist absolut keine Bagatelle. Im Straßenverkehr ist es äußerst gefährlich und für den Betroffenen, dem dadurch die Fahrerlaubnis entzogen wird, kann es ebenso zu Katastrophe werden. Gerade im eher ländlich geprägten Harzer Land, wo viele absolut auf das eigene Auto angewiesen sind. Daher ist es für viele sehr dringend, die Fahrerlaubnis schnellstmöglich zurückzuerlangen.
Das mit schnellstmöglich ist allerdings so eine Sache, denn im Sinne der Verkehrssicherheit müssen die Betroffenen erst einmal nachweisen, dass sie nicht erneut in eine solche Situation geraten. Die große Hürde lautet MPU, kurz für medizinisch-psychologische Untersuchung, also die Begutachtung der Fahreignung. Um hier einen positiven Eindruck zu hinterlassen, gibt es Vorbereitungskurse wie beispielsweise von der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Harzer Land.
Problembewusstsein vertiefen
Christina Schöngart-Decker bietet einen solchen Kurs an, der zwar keine Pflicht ist, wie sie betont, wohl aber eine gute Vorbereitung um die Hürde MPU zu überwinden. „Im Vordergrund stehen neben der Reflexion der Tat, das Problembewusstsein zu vertiefen und Veränderungen im Umgang mit dem Konsum von Alkohol und Drogen einzuleiten“, erläutert sie, „denn das Problembewusstsein ist bei vielen nicht ausreichend vorhanden, bei manchen ist es immer noch ein ,Kavaliersdelikt‘.“ Eine gesetzliche Grenze von 0,5 Promille verleite manche Menschen zu der Ansicht „Ach, ein Bier kannste ja trinken“. Dabei ist selbst das im Falle einen Unfalls durchaus ein Problem.
Durch eine Fortbildung hat sich Christina Schöngart-Decker zur Fachkraft für qualifizierte MPU-Vorbereitung in der Suchthilfe nach GVS-Standards ausbilden lassen, da sie gerade in den letzten Jahren immer häufiger von Verkehrsunfällen liest, in denen Alkohol oder Drogen im Spiel waren. Ihrer Erfahrung nach zieht sich das durch alle Alters- und Bevölkerungsschichten, Fälle mit Alkohol hat sie in den Kursen etwa zu 70, Fälle mit Drogen am Steuer zu 30 Prozent. Von den 63 Teilnehmern aus acht Kursen haben 35 Personen eine positive Begutachtung bekommen, zwei Personen eine Negative. 18 Personen haben keine MPU gemacht – aus finanziellen Gründen oder weil sie zum Beispiel nicht den geforderten Abstinenzzeitraum einhalten konnten. Von den restlichen Teilnehmern gab es keine Rückmeldungen.
Nicht unvorbereitet in die MPU gehen
Eine durchaus gute Erfolgsquote, die Schwierigkeit bei manchen ist die Forderung nach einem Jahr Abstinenz, bevor die Fahrerlaubnis erneut erteilt wird. Noch dazu kostet das gesamte Prozedere Geld und auch das ist für den einen oder anderen ein Hinderungsgrund. „Unvorbereitet in die MPU zu gehen, ist nie ratsam“, sagt Schöngart-Decker, weil es nun einmal viele Voraussetzungen für eine positive Beurteilung gibt.
Der aktuelle Kurs startet am 13. Oktober 2018 und findet dann weiterhin am 20. und 27. Oktober sowie am 3. November jeweils von 9.30 bis 13 Uhr in den Räumen der Fachstelle in Herzberg statt. Er beinhaltet auch zwei Einzelgespräche und kostet 550 Euro. Eine Anmeldung ist ab sofort möglich in der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention, Juesseestraße 17 in Herzberg, Telefon 05521 / 69 16, E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.