Geschrieben von ski am 06. Juli 2013
Schützenfesteröffnung mit gemischter Resonanz
Die Schausteller konnten sich freuen. Die Eröffnung im Kursaal besuchte jedoch kaum jemand



Dank grün-weißer Wimpel, Tannengirlanden und grünen Papiertischdecken ist der ehrwürdige Kursaal passend für das Schützenfest dekoriert und Festwirtin Birgit Hahne hält sogar eine stimmige Speisekarte mit bayerischen Spezialitäten bereit. Für eine tolle Festzeltatmosphäre wäre also durchaus gesorgt - am Freitagabend zur Schützenfesteröffnung mangelte es allerdings am trink- und feierfreudigen Publikum im Saal.
Der Spielmannszug Bartolfelde hatte die Schützen zur Abholung von Bürgermeister und Ratsmitgliedern und zum traditionellen Totengedenken am Ehrenmal begleitet.
Bei der anschließenden Eröffnung durch Bürgermeister Dr. Thomas Gans im Kursaal richtete dieser deutliche Worte an die anwesenden Schützen. Er erinnerte daran, dass der Vorstand der Schützengesellschaft seinerzeit im März mit der Politik und Verwaltung an einem Tisch gesessen war und bereits damals die Bedingungen für die Verlegung des Fests auf den Rathausparkplatz klar gewesen seien. Dass die gleichen Bedingungen gelten wie auch für das Weinfest ("und da funktioniert's doch auch!"), sei keineswegs Willkür der Verwaltung, sondern gesetzliche Vorgabe und von Anfang an bekannt gewesen. "Daher waren ich und mein ganzes Ordnungsamt sehr irritiert über die Schärfe der Kritik".
Gans erinnerte auch daran, dass die Stadt durch die Bereitstellung des Platzes und entgangene Parkgebühren Einnahmeverluste hat. "Das sind rund 800 bis 1000 Euro, die der Schützengesellschaft zugute kommen - andere Vereine kriegen das nicht!". Und er verglich: "Das ist so, als ob jemand zu mir kommt, sich mein Auto ausleiht, und macht mir dann noch Vorhaltungen, weil es nicht vollgetankt ist". Doch er fand auch versöhnliche Worte: "Ich wünsche mir, dass viele Leute kommen, neugierig sind und das Fest annehmen - lasst uns gemeinsam feiern".
Bernd Wiegand als Vorsitzender der Schützengesellschaft von 1602 erklärte, dass eine Aussprache zwischen Schützengesellschaft und Stadt notwendig sei. "Wir haben jetzt ein Jahr lang Zeit, das besser zu planen und beim nächsten Mal besser hinzukriegen." Er dankte auch der Festwirtin für die schöne Dekoration des Saals und Schaustellersprecher Theile, der trotz kürzlichen Krankenhausaufenthalts das Aufstellen der Fahrgeschäfte auf dem Rathausparkplatz überwacht hatte. Wiegand konnte sich auch über die bestmögliche Wetterprognose für das Wochenende freuen - sommerlich, aber nicht zu heiß - , und schloss: "Wir werden hoffentlich am Ende ein positives Resümee ziehen können".
Während im Saal die Schützen und Ratsherren unter sich blieben und den Klängen der Blaskapelle Buntownik lauschten, konnten sich die Schausteller draußen durchaus schon über eine etwas bessere Resonanz freuen, als dies in den letzten Jahren der Fall gewesen war.