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Geschrieben von Karl-Heinz Wolter am 14. Oktober 2018
Aktuell

Der Harzoberförster und seine Verdienste um Bad Lauterberg

Edmund von Berg war Thema beim Stammtisch für Heimatgeschichte

Hans-Heinrich Hillegeist zeigt die Inhalte des Buches
Hans-Heinrich Hillegeist zeigt die Inhalte des Buches
Blick in die Runde
Blick in die Runde
Das Buch des Freiherrn von Berg
Das Buch des Freiherrn von Berg

Am Donnerstag, den 04.10.2018, fand der sechs Mal im Jahr stattfindende Stammtisch für Heimatgeschichte in der Gaststätte Goldene Aue in Bad Lauterberg statt. Das Thema des Treffens war diesmal das Wirken des Harzoberförsters Edmund von Berg, der als Mitstreiter bei der Gründung des Wasserheilbades Lauterberg gilt. Als Vortragenden konnte der Stammtisch wieder einmal den Bad Lauterberger Heimatforscher Hans-Heinrich Hillegeist gewinnen, der gut vorbereitet nach der Begrüßung durch Frau Gudrun Teyke seinen Vortrag begann.

Dieser Stammtisch trifft sich bereits seit ca. 40 Jahren und nannte sich früher einmal "Kurhaus-Stammtisch" und war in der Anfangszeit eine reine Männerdomäne. Hillegeist begann seinen Vortrag zunächst mit dem Lebenslauf des im Jahre 1800 in Göttingen geborenen Forstwissenschaftlers Edmund von Berg. Er war auch Forstpraktiker und der erste Autor, der die Wohlfahrtswirkungen des Waldes ausführlich darstellte und diesem Vorrang vor der reinen Holzerneuerung einräumte. Bekannt wurde er auch durch seinen Kampf gegen Nadelholz-Monokulturen. Er erwarb sich hohe Anerkennung im In-und Ausland und war ein bedeutender Forstmann des 19. Jahrhunderts.

Nach verschiedenen Ausbildungen bzw. Studiengängen hatte er betreits 1819 erste Kontakte in den Harz, damals in der praktischen Ausbildung in den Harzforsten Lautenthal. 1821 wurde er Hilfslehrer an der neu gegründeten Forstschule in Clausthal. Dort blieb er bis 1833 und war inzwischen zum Oberförster ernannt worden. In dieser Zeit (1830 verlegt) hatte von Berg ein Buch über das Thema "Verkohlen des Holzes" herausgebracht. Eine Originalausgabe hatte Hillegeist mitgebracht und die Gäste konnten sich dieses anschauen. 1833 wurde er dann Chef der Forstinspektion Lauterberg und bezeichnete diese als größte und schönste aller Harzer Forstinspektionen. Unter anderem war damals das Forstamt auch zuständig für den Wegebau. 1838 bekam von Berg den Titel "Freiherr" verliehen.

Von Berg, Ritscher und das Badekomitee

In Lauterberg lernte von Berg den Arzt Ernst Heinrich Benjamin Ritscher kennen, der 1939 in Lauterberg dann das Kaltwasserheilbad eröffnete, weil er von der Heilwirkung des guten Wassers in der Region überzeugt war. Es wurde ein Badekomitee gegründet, zu dem u.a. auch von Berg gehörte. Von Berg und Ritscher wurden gute Freunde und arbeiteten eng zusammen. So sind seinerzeit die Forstwege in Lauterberg zu Spazierwegen ausgebaut worden, um diese den hier weilenden Kurgästen zur Verfügung stellen zu können. Auch die Oderpromenade wurde damals angelegt. 1841 hatte von Berg das erste Buch von Lauterberg geschrieben und herausgegeben. Auch hiervon hatte Hillegeist ein Exemplar dabei, was in der Runde herumgegeben wurde. Neben Illustrationen und Zeichnungen sind in diesem Buch viele Texte abgedruckt, die die Verbundenheit des Verfassers zu unserer Südharzregion verdeutlichen. Mehrfach wird auch hier noch einmal die enge Beziehung zwischen Bewegung an frischer Luft in Verbindung mit der Wasserkur beschrieben. Bereits damals waren beachtliche Heilerfolge bei den Besuchern zu verzeichnen. Von Berg beschreibt seine Zeit in Lauterberg als glückliche und wichtige Zeit für ihn und seine Familie. 1845 wurde er als Direktor der Akademie für Forst-und Landwirte nach Tharandt (Sachsen) berufen und verließ Lauterberg.

Für den Silberpokal reichten die Spenden nicht

Schmunzelnd konnte Hillegeist berichten, dass der damalige Bürgermeister von Lauterberg, Friedrich Westerhausen, einen Silberpokal zum Abschied überreichen wollte; dieser aber trotz Spenden aus der Bevölkerung nicht finanzierbar war. Es reichte aber für eine wertvolle Uhr, die von Berg dann erhielt. Auch zu diesen Planungen und Vorhaben konnten Schriftstücke eingesehen werden. Bis 1866 wirkte von Berg als Direktor an der Akademie in Tharandt. Er verstarb 1874. Er erhielt zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen. Hillegeist bedauerte, dass hier in Bad Lauterberg keine erkennbare Erinnerung (Straßen-oder Wegenamen) vorhanden ist. In Tharandt gibt es einen Gedenkstein für Freiherrn von Berg, der einen wesentlichen Beitrag zur weiteren Entwicklung der Wasserheilanstalt Lauterberg geleistet hat.


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