Geschrieben von PM am 30. Juli 2013
Zweirad-Unfälle halten Rettungsdienste in Atem
Mehrere Motorradfahrer und Mountainbiker schwer verletzt – Bad Lauterberger ASB und DRK im Einsatz – Tipps für Touren in unwegsamem Gelände
Der Harz wird besonders bei den Zweirad fahrenden Besuchern immer beliebter. Entsprechend mehr passiert auch. An den beiden letzten hochsommerlichen Juli-Wochenenden haben einige Zweiradunfälle den Rettungsdienst im Harz in Atem gehalten und auch dem Notarzt-Einsatz-Fahrzeug des ASB Bad Lauterberg etliche Einsätze beschert.
Einsätze im Oberharz und am rutschigen Steilhang
Bereits am Samstag (20.07.2013) war es bei zwei unabhängig voneinander, im Bereich Braunlage nur etwa 800 Meter voneinander entfernt verunglückten, schwer verletzten Mountainbikern im Einsatz – zusammen mit zwei Rettungswagen des Landkreises Goslar und dem Nordhäuser DRF-Rettungshubschrauber. Direkt im Anschluss ging es für die Helfer zu einem Verkehrsunfall mit Motorrad auf der B 4 kurz vor Hohegeiß. Am folgenden Sonntag (21.07.2013) ereigneten sich allein im Oberharz fünf Motorradunfälle.
Einige Tage später, am Samstagnachmittag (27.07.2013) musste dann ein schwer verletzter Mountainbiker im sehr unwegsamen Gelände zwischen dem „Großen Knollen“ und dem „Jägerfleck“ gerettet werden. Nur durch die Allradtechnik des Notarzt-Einsatz-Fahrzeuges war es den Helfern möglich, schnell am rutschigen Steilhang einzutreffen.
Einer der bislang schwersten Kradunfälle dieses Sommers im Landkreis Osterode ereignete sich bereits Anfang Juni auf der B 27 auf Höhe der Odertalsperre in Bad Lauterberg. An dem Samstag gab es allein im Landkreis Osterode drei schwere Motorradunfälle, zu denen auch jeweils ein Rettungshubschrauber hinzugezogen werden musste.
Einsätze in schwer erreichbaren Gebieten
Gerade in den schwer zu erreichenden Waldgebieten des Harzes ist die gute Zusammenarbeit der Harz-Rettungsleitstellen Goslar, Osterode und Nordhausen, die jeweils über entsprechende Ortskenntnis verfügen, eine wichtige Grundlage für den reibungslosen, gemeinsamen Einsatz der bodengebundenen Rettungsfahrzeuge und der Luftrettung.
Ein wichtiger Bestandteil im Gelände-Rettungssystem ist dabei das neue Geländerettungsfahrzeug der ehrenamtlichen DRK-Bereitschaft Bad Lauterberg. Es verfügt sogar über eine Seilwinde. Allein am Samstag (27.07.2013) kam die DRK-Bereitschaft zwei Mal zum Einsatz, um den Rettungsdienst zu unterstützen.
Übrigens gab es im Südharz in den letzten Wochen auch mehrere Wander-Unfälle. Zur Rettung und Bergung im schwierigen Gelände kamen dabei auch Freiwillige Feuerwehren helfend zum Einsatz.
Tipps für Touren in unwegsamem Gelände
Angesichts der zahlreichen Unfälle weisen Rettungsdienst und Notärzte ausdrücklich auf die Bedeutung vernünftiger Schutzkleidung von Radsportlern und Motorradfahrern hin. Um Unfallstellen mitten im Wald schnell finden zu können, sind die Rettungsdienste außerdem auf brauchbare Angaben bei einem eventuellen Notruf angewiesen. Sinnvoll sei es daher, sich bereits vor einer Tour auf Landkarten zu orientieren. Start- und Zielpunkt seien wichtige Angaben, die den Bereich der Einsatzstelle schon grob eingrenzen. Weiter helfen würden insbesondere auch Wegmarken, die man zuletzt passiert hat, zum Beispiel Wegweiser, Ortsbezeichnungen (wie „Schweineplatz Andreasbachtal“, „Jägerfleck“, „Knollenkreuz“ und dergleichen) oder die Rettungspunkte der Niedersächsischen Landesforsten.
Darüber hinaus sei es empfehlenswert, auf Fahrrad- und Wandertouren neben einem geladenen Handy für einen Notruf auch ein Dreiecktuch und ein Verbandpäckchen sowie Schutzhandschuhe für Erste Hilfe mitzunehmen.

