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Geschrieben von ski am 15. November 2023

Aktuell

Parkfläche oder keine Parkfläche?

Im verkehrsberuhigten Bereich der Kleinen Uferstraße gab es Strafzettel – Anwohner sind empört

Auf der rechten Seite kann man - bei sehr genauem Hinsehen - noch die etwas dunklere Pflasterung erkennen. An dem hellen Bereich hinten wurde eine Pflanzinsel weggerissen. (Kleine Uferstraße)
Auf der rechten Seite kann man - bei sehr genauem Hinsehen - noch die etwas dunklere Pflasterung erkennen. An dem hellen Bereich hinten wurde eine Pflanzinsel weggerissen. (Kleine Uferstraße)
Auch hier benötigt man durchaus gute Augen, um den Farbunterschied noch zu erkennen
Auch hier benötigt man durchaus gute Augen, um den Farbunterschied noch zu erkennen
Hier in der Dammwiese sind die Pflastersteine etwas besser zu unterscheiden...
Hier in der Dammwiese sind die Pflastersteine etwas besser zu unterscheiden...
.... aber auch nicht gerade deutlich zu sehen.
.... aber auch nicht gerade deutlich zu sehen.

Vergangene Woche gab es für einige Anwohner der Kleine Uferstraße in der Bad Lauterberger Aue eine böse Überraschung: ein Knöllchen fürs Parken. Das Ordnungsamt hatte Strafzettel verteilt. Die Begründung: in einer verkehrsberuhigten Zone, wie es die Kleine Uferstraße nun einmal ist, ist das Parken nur auf den gekennzeichneten Parkflächen erlaubt. Und dort seien eben keine Parkflächen gekennzeichnet.

Das jedoch sorgte für reichlich Ärger bei den Anwohner, die seit Jahren, teils Jahrzehnten, dort regelmäßig parken. Zudem hat die zuständige Behörde dem Vernehmen nach angekündigt, künftig ebenso in der Dammwiese, der Reuterstraße und den angrenzenden verkehrsberuhigten Bereichen kontrollieren zu wollen. Es ist also ein großer Bereich rund um den Spielplatz Dammwiese betroffen.

Parkflächen sind kaum noch zu erkennen - aber immer noch vorhanden

Doch: ob die Anwohner tatsächlich unterlaubt außerhalb der „gekennzeichneten Parkflächen“ geparkt haben, darf bezweifelt werden. Denn es ist ja nicht so, als ob dort keine Parkflächen ausgewiesen wären. Tatsächlich wurde der verkehrsberuhigte Bereich innerhalb der blauen Beschilderung (der auch oft, aber nicht ganz korrekt, „Spielstraße“ genannt wird) beim Herrichten der Straßen in den 1980er Jahren eingerichtet. Und ganz, wie es die Straßenverkehrsordnung für solche Zonen vorschreibt, wurde die Straßenbefestigung baulich so angelegt, dass sie sich von einer typischen Verkehrsstraße deutlich unterscheidet: nämlich mit Pflastersteinen statt Asphalt und großen Pflanzinseln, in welchen Bäume gepflanzt wurden. Und mit Parkbuchten beziehungsweise Parkstreifen. Diese wurden damals mit dunkleren Pflastersteinen optisch vom Rest abgegrenzt – auch in der Kleinen Uferstraße. Das Problem: nach mehreren Jahrzehnten der Verwitterung haben sich die Pflastersteine der Parkzonen und des Verkehrsbereichs farblich angeglichen. Im Laufe der Jahre wurde die Pflasterung auch immer wieder geöffnet und neu verlegt, etwa für Kanal- und Leitungsarbeiten. Zusätzlich wurden inzwischen in der Kleinen Uferstraße mehrere Pflanzinseln (und die dazugehörigen Bäume) entfernt und diese Bereiche mit völlig anderen Pflastersteinen aufgefüllt. Mit anderen Worten: wo sich hier die ausgewiesenen Parkflächen befinden – und wo nicht – das lässt sich, wenn überhaupt, dann nur bei äußerst genauem Hinsehen und trockener Witterung mit viel gutem Willen erkennen.

Auch in der Reuterstraße benötigt man schon sehr scharfe Augen, um die unterschiedlichen Bereiche noch erkennen zu können. In der Dammwiese ist dies teilweise noch etwas einfacher – bei feuchter Witterung jedoch hat man hier auch keine Chance, zumal die Steine nicht nur verwittert, sondern teilweise auch vermoost und derzeit natürlich mit Laub verdeckt sind.

Aber dass in dem ganzen verkehrsberuhigten Bereich zahlreiche Parkstreifen ausgewiesen sind – das wissen die langjährigen Anlieger natürlich genau. Und eben deswegen hat es auch in der Vergangenheit nie Strafzettel in diesem Bereich gegeben. Die Vermutung liegt daher nahe, dass dieser Sachverhalt neuen Mitarbeitern im Ordnungsamt schlicht nicht bekannt ist.

Offener Brief der Baugenossenschaft

Ingo Fiedler als Vorstand der Baugenossenschaft, von der zahlreiche Mieter betroffen sind, hat sich mit einem offenen Brief an Bürgermeister Rolf Lange gewandt. Er fordert die Stadtverwaltung auf, angesichts der rechtlichen Situation auf die Eintreibung der Strafzettel zu verzichten. Wenn die Stadt künftig darauf bestehe, dort zu kontrollieren, dann sei sie zunächst in der Pflicht, für eine eindeutige Kennzeichnung der Parkflächen zu sorgen, so Fiedler sinngemäß. Seinen Mietern rät er, gegen das Knöllchen gegebenenfalls in Widerspruch zu gehen.

Den Stein überhaupt erst ins Rollen gebracht hatte übrigens möglicherweise eine Person, die sich über ein ihrer Garagenausfahrt gegenüberstehendes Fahrzeug geärgert und das Ordnungsamt informiert hatte, welches daraufhin erst tätig wurde. Vielleicht lag es aber auch daran, dass die Müllabfuhr in dem Bereich durch parkende Fahrzeuge behindert wurde. Dadurch wiederum wurde eine große Lawine an Ärger bei den Anwohnern ausgelöst…







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