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Geschrieben von Christian Dolle (Kirchenkreis Harzer Land) am 16. Dezember 2019
Kirchen

Wie bei den Weihnachtswichteln

Aktion Löwenmama: Konfirmanden haben Geschenke für kranke Kinder verpackt

Emsige Wuselei wie bei den eifrigen Weihnachtswichteln...
Emsige Wuselei wie bei den eifrigen Weihnachtswichteln...
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„Wir brauchen hier noch mehr Folie“, ruft jemand durch den Raum. Rasch wird eine neue Rolle herübergereicht. „Kannst du hier mal festhalten, dann mache ich die Schleife drum“, kommt es aus einer anderen Ecke. Immer wieder werden Scheren, Klebeband und vor allem jede Menge Spielzeug herumgereicht. Ein bisschen wirkt es, als seien die Weihnachtswichtel emsig bei der Arbeit und bereiteten den 24. Dezember vor.

Allerdings sind es keine Weihnachtswichtel, die hier Geschenke verpacken, sondern Konfirmanden aus Bad Lauterberg, die extra nach Osterode angereist sind, um die Aktion Löwenmama zu unterstützen. Bei dieser Aktion geht es darum, dass Kindern, die wegen einer schweren Erkrankung die Feiertage im Krankenhaus verbringen müssen, wie auch ihren Geschwistern, die notgedrungen ebenfalls auf den Stationen Weihnachten feiern, Wünsche erfüllt werden. Susanne Saage, sozusagen die Löwenmama, musste diese Erfahrung mit ihrem Sohn selbst machen, was sie hinterher dazu bewog, anderen Kindern Gutes tun zu wollen.

 

Bad Lauterberger Konfirmanden reisten extra nach Osterode

Als Jugendpastor Simon Burger von der Aktion erfuhr, wollte er sie unbedingt unterstützen. Nun ist es so, dass die erkrankten Kinder Wunschzettel schreiben und diese Geschenke dann in beteiligten Geschäften erworben und gespendet werden können. Im Harzer Land sind Intersport Stricker, die Buchhandlung Moller, der Spielzeugladen in Osterode und einige andere mit von der Partie und überall kaufen Kunden auch mit viel Empathie Geschenke, die dann in Krankenhäusern an die Kinder verteilt werden. Allerdings muss sich irgendjemand hinsetzen und all das Spielzeug, die Bücher, Sportartikel und was auch immer verpacken.

Dabei könnten seine Konfirmanden helfen, entschied Pastor Burger und prompt wurden Pläne für die Einpackaktion geschmiedet. In einem eigentlich leerstehenden Geschäft, das aber vom Spielzeugladen mitgenutzt wird, war es dann soweit. Inhaberin Simone Kruse hatte Tische, Bänke und Verpackungsmaterial organisiert, dazu sogar noch frische Waffeln und Kinderpunsch. Als die Konfirmanden dann mit Bussen ankamen, gab es also erst einmal eine Stärkung und ein paar erklärende Worte zur Hilfsaktion.

 

Dieses wunderbare Gefühl, anderen Menschen etwas Gutes getan zu haben

Anschließend begann ein Wirbeln und manchmal hektisches Wuseln, denn alle Jugendlichen waren sofort mit Feuereifer bei der Sache. Sie konnten ihren Beitrag für Kinder leisten, denen es deutlich schlechter geht als ihnen selbst, und dieser Gedanke motivierte sie. Simon Burger erläuterte, dass Weihnachten zwar die Zeit der Geschenke ist, dass aber dieser Gedanke eigentlich der Nächstenliebe und der christlichen Freude über Weihnachten entspringt.

Was an diesem Nachmittag um ihn und die anderen Helfer herum passierte, verbildlichte diese Gedanken mehr als deutlich. Die Berge mit den gespendeten Dingen wurden zusehends kleiner, dafür füllten sich die Tüten mit verpackten Geschenken. Irgendwann war tatsächlich alles verpackt und es sollten zum Abschluss noch Weihnachtslieder gesungen werden. Hier schlug bei einigen dann doch die Erschöpfung zu und anderen fiel jetzt überhaupt erst auf, wie vertieft sie den ganzen Nachmittag über in die Einpackaktion gewesen waren. Was blieb, war aber dieses wunderbare Gefühl, anderen Menschen etwas Gutes getan zu haben.


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